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Roggenburg

14.02.2020

Freie Bahn für Rodler in Schießen

Der Friedhofweg in Schießen ist bei Schlittenfahrern beliebt. Der Roggenburger Gemeinderat will dem keinen Riegel vorschieben – und hat einen Antrag auf Schließung der Strecke abgelehnt.
Bild: Andreas Brücken

Plus Ein Gemeinderat wollte aus Sicherheitsgründen die Rodelstrecke am Friedhofweg in Schießen schließen. Eine breite Mehrheit lehnt das ab.

Im Hinblick auf die Wetterlage ist die Diskussion um einen Rodelberg in der Region momentan eher theoretischer Natur. Dennoch kam das Thema jüngst im Roggenburger Gemeinderat auf den Tisch. Gremiumsmitglied Johann Ott brachte die Lawine ins Rollen, als er im Januar beantragt hatte, die Rodelstrecke am Friedhofweg in Schießen zu schließen.

Etwa 220 Freunde des Wintersports haben prompt auf einer Liste gegen den Antrag unterschrieben. Dabei will Ott nicht als Spaßverderber dargestellt werden, wie er sagt. „Doch wenn der Regen bei Kälte auf den abschüssigen Weg fällt und dann gefriert, muss gegen die Glätte gestreut werden.“ Bürger aus Schießen hätten sich deswegen schon an ihn gewandt, berichtet Ott und stellt klar, dass, falls der Hang satt zugeschneit ist, keiner den Kindern das Schlittenfahren an der Stelle verbieten möchte.

Ein Warnhinweis macht derzeit darauf aufmerksam, dass auf dem Friedhofsweg bei Schnee- und Eisglätte nicht geräumt und gestreut wird. Zudem steht auf einem Zusatzschild „Schlitten frei“. Eben dieses kritisiert Ott ebenfalls: „Die Beschilderung ist nicht offiziell.“ Von der Weißenhorner Polizeiinspektion als zuständige Behörde ist zu erfahren, dass das Zusatzzeichen tatsächlich nicht offiziell im Gebrauch sei, aber ähnliche Beschreibungen durchaus angewandt werden dürften. Die Polizei hat mit der derzeitigen Beschilderung jedenfalls kein Problem, sie gibt aber gleichzeitig zu bedenken, dass bei einem Unfall haftungsrechtliche Fragen aufkommen könnten.

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Das Schild "Schlitten frei" ist offiziell nicht in Gebrauch

Mit breiter Mehrheit und im Beisein zahlreicher Zuschauer hat der Gemeinderat Otts Antrag abgelehnt. Das Gremium folgte stattdessen mehrheitlich dem Antrag von Gemeinderat Bernd Kammerlander, der vorschlug, die Beschilderung an eine aktuelle Empfehlung des Verkehrssachbearbeiters der Polizeiinspektion Weißenhorn anzupassen und den Wintersport auf der Strecke weiterhin zuzulassen. Allerdings soll der Friedhofweg im Falle einer ausreichenden Schneelage dann künftig durch die Gemeinde für den Fahrzeugverkehr gesperrt werden.

Für Besucher, die zu den Gräbern wollen, gab Bürgermeister Mathias Stölzle Entwarnung: „Der Friedhof kann ohne einen Meter mehr auch über den Alpenrosenweg und den Edelweißweg erreicht werden“, sagte er. Und Stölzle versicherte, dass bei einer Beerdigung der Friedhofweg geräumt und gestreut werde.

Somit können die Freunde des Wintersports aufatmen. Für Rodler gilt auf der abschüssigen Strecke künftig „Bahn frei“ – sofern es die Schneelage zulässt.

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