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Landkreis Augsburg

28.04.2015

Lage spitzt sich zu: Flüchtlinge sollen in Turnhallen und Zelte

Asylbewerber in einem Zelt in Nürnberg. Auch im Kreis Augsburg könnten Flüchtlinge bald in Zelten untergebracht werden.
Bild: David Ebener/dpa

Im Landkreis Augsburg spitzt sich die Situation bei der Unterbringung von Flüchtlingen zu. Jetzt werden Schulturnhallen belegt. Und sogar von einer „Zeltstadt“ ist die Rede.

Voraussichtlich im Juni wird der Landkreis beginnen, Schulturnhallen mit Asylbewerbern zu belegen. Das sagte Landrat Martin Sailer gestern vor den Bürgermeistern. Demnach soll zuerst die Turnhalle am Kreisjugendheim Dinkelscherben belegt werden, danach ist die Turnhalle am Gymnasium Schwabmünchen an der Reihe. Die weiteren Turnhallen auf der Liste sind die der Gymnasien in Königsbrunn und Neusäß. Nach Einschätzung des Landratsamtes könnten die Turnhallen für mehrere Monate belegt sein, weil der Zustrom an Flüchtlingen unvermindert anhält.

Schulsport wird gekürzt

Das bedeutet dann auch, dass der Schulsportunterricht gekürzt werden muss und Vereine die Hallen nicht nutzen können. Doch die Spitze im Landratsamt sieht keine andere Wahl: Gemessen an der Einwohnerzahl nimmt der Landkreis Augsburg so wenige Asylbewerber auf wie kein anderer in Schwaben. Das sei auf Dauer nicht durchzuhalten, machte Juristin Marion Koppe deutlich. In Zahlen: 2600 Flüchtllinge sind laut aktueller Prognose aufzunehmen, 1000 Plätze fehlen noch – trotz der beschlossenen Siedlungen mit Holzhäusern. Und deshalb denkt man im Landratsamt bereits darüber nach, zusätzlich eine Zeltstadt für die Neuankömmlinge zu errichten. Für den Fall, dass keine größere Aufnahmeeinrichtung möglich ist.

Welche Alternativen es geben könnte, sprach Bobingens Bürgermeister Bernd Müller an: Die leerstehenden Kasernen auf dem Lechfeld müssten zur Asylbewerber-Unterbringung geöffnet werden. Laut Sailer sei der Kreis mit einer Anfrage aber bisher am Widerstand der Militärs gescheitert. (cf)

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