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Kaufbeuren

11.03.2015

100 Polizisten durchsuchen Forensische Klinik am BKH

Am Bezirkskrankenhaus kam es am Morgen zu einer großen Polizeiaktion.
Bild: Archiv-Foto dpa

Ein Großaufgebot der Polizei hat am Mittwochmorgen die Forensische Klinik des Bezirkskrankenhauses (BKH) Kaufbeuren durchsucht. Das BKH selbst hatte die Polizei darum gebeten.

Etwa 100 Beamte, darunter zahlreiche Kräfte der Bereitschaftspolizei, Diensthundeführer sowie Beamte der Polizeiinspektion Kaufbeuren waren im Einsatz. Beamte der Kripo standen zudem für die erforderliche Sachbearbeitung in Bereitschaft.

Nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden der Bezirkskliniken Schwaben, Thomas Düll, und des Ärztlichen Direktors der Forensik, Norbert Ormanns, seien zuletzt Drogen in die Maßregelvollzugseinrichtung eingeschleust worden. „Es gab vermehrt Auffälligkeiten in jüngster Zeit. Wir mussten reagieren“, sagte Ormanns.

Die Polizei sei auf Bitten des BKH tätig geworden, bestätigt Christian Owsinski, Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West. Bei der Polizeiaktion, die um 6 Uhr begann, wurden Stationen und weitere Räumlichkeiten der Forensik des BKH durchsucht. Insgesamt waren 21 Räume betroffen, zu denen die derzeit 28 Patienten Zugang haben.

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Polizeiaktion am BKH Kaufbeuren: Vier Tütchen mit Pulver gefunden

Bei der Durchsuchung wurde neben einem versteckten Handy, einer Simkarte auch vier Tütchen mit einem noch nicht identifizierten Pulver, bei dem der Verdacht auf Betäubungsmittel besteht, gefunden. Die Polizei wird zudem in den kommenden Tagen Ermittlungen zur Herkunft der sichergestellten Gegenstände durchführen.

Bei der groß angelegten Durchsuchung habe es sich um eine „gemeinsam abgesprochene Aktion auf Grundlage des Strafvollzugsgesetzes gehandelt, die nicht zum ersten Mal stattfand“, wie Vorstandsvorsitzender Düll berichtet. Im Juli 2011 hatten Beamte schon einmal die Kaufbeurer Forensik durchforstet.

Damals mussten im Nachgang fünf Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Verstöße nach dem Betäubungsmittelgesetz eingeleitet werden. Zudem wurden unter anderem eingeschmuggelte Handys sichergestellt. „Wir lassen absolut keine Toleranz in unseren Krankenhäusern zu, was Drogen betrifft“, so Düll. Die Aktion diene demnach auch der Abschreckung.

Patienten werden in der forensischen Psychiatrie behandelt, weil aufgrund einer von ihnen begangenen Straftat die Unterbringung dort richterlich angeordnet worden ist. Viele von ihnen, die in Kaufbeuren untergebracht sind, leiden unter einer Drogenabhängigkeit. (mz)

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