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Zeugnisübergabe

30.06.2009

110 Abiturienten beweisen: "Yes we can!"

Erfolg zu feiern - noch dazu einen eigenen - ist zweifellos ein erhebendes Gefühl, vergleichbar dem des Bergsteigers nach Bezwingen eines Gipfels. Es war dieselbe Euphorie, die auch die 110 Abiturienten des Maristenkollegs am Freitagabend empfanden am Ende der dreizehnjährigen schulischen Langstrecke mit allen Höhen und Tiefen.

Da klangen die Begrüßungsworte von Schulleiter Franz Filser nachdenklich und bescheiden zugleich, indem er einen Gedanken des Schweizer Philosophen Peter Bieri aufgriff und über die Bedeutung von "Bildung" in Gegensatz zu "Ausbildung" reflektierte. "Bildung ist etwas, das Menschen mit sich und für sich machen. Ausbilden können uns andere, bilden kann sich jeder nur selbst. Eine Ausbildung durchlaufen wir mit dem Ziel, etwas zu können. Wenn wir uns dagegen bilden, arbeiten wir daran, etwas zu werden - wir streben danach, auf eine bestimmte Art und Weise in der Welt zu sein."

An der biografischen Nahtstelle zwischen Schülerdasein und dem anstehenden Lebensabschnitt relativierte Filser das bisher Erreichte und skizzierte zugleich die den frischgebackenen Abiturienten verbleibende Aufgabe: Bildung als "Weltorientierung, gedankliche Selbstständigkeit, aber auch als Bollwerk gegen Grausamkeit und in ihrer Wertfreiheit als Widerspruch zur Verzweckung". Bildung sei allerdings keine Garantie für Glück; damit richtete Filser den Blick in die Zukunft, der - das äußerte sich auch in den nachfolgenden Ansprachen - von den Unwägbarkeiten der Wirtschaftskrise geprägt war.

Vize-Bürgermeister Herbert Kugler warb im Zusammenhang mit seinen Glückwünschen für Verantwortungsbewusstsein und angesichts der den künftigen Weg kreuzenden Schwierigkeiten für die steilere, kurvenreichere Route als die reizvollere. "An den Scheidewegen des Lebens stehen keine Wegweiser." Mit diesem Charlie Chaplin-Zitat fügte die Elternbeiratsvorsitzende Dr. Christine Döring-Coen dem Lebenswegmotiv eine weitere Variante hinzu.

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Die Augen offen halten und Chancen erkennen

Sie appellierte an die Abiturienten, die Augen für Chancen offen zu halten und führte den namentlich nicht genannten studentischen Aushilfsbriefträger an, der nach unumwunden geäußerter Kritik in einer Redaktion des Bayerischen Rundfunks am Programm und nach Verbesserungsvorschlägen dort inzwischen als Moderator arbeite.

Die Abiturientenvertreter Lisa Scholz und Gabriel Hörmann zeigten sich nach ihrem Dank an alle Mitwirkenden an der Organisation des Festabends befreit von der Bürde des Schulalltags und selbstbewusst.

"Yes we can!", was der Amerikanische Präsident als Motto des Handelns ausgegeben habe, hätten sie mit den erfolgreich abgelegten Abiturprüfungen bereits bewiesen. Dabei ließen sie vor allem die jüngste Vergangenheit Revue passieren und nahmen kein Blatt vor den Mund, lobten Lehrer für ihr Verständnis und kritisierten andere, ohne Namen zu nennen. Insbesondere die auf Klassenfahrten ausgelebte Kameradschaft hoben sie hervor. Die Abschlussfahrt nach Bulgarien war nach ihrer Darstellung der Höhepunkt schlechthin, und vielsagend fügten sie hinzu: "Wer sich daran erinnert, war nicht dabei".

Das lange Defilee zur Zeugnisübergabe folgte. Außerdem gab es für jeden noch ein Buch des Schulwerks. Im Anschluss daran erhielten die Besten mit einer Durchschnittsnote bis 1,5 Anerkennungspreise in Form von Mitgliedschaften (Deutsche Physikalische Gesellschaft) und Stipendien.

Rauschender Abi-Ball im Wörishofer Kurhaus

Der Vorsitzende des Förderkreises, Prof. Herbert Schreiber, verlieh abschließend Preise für besonderes schulisches Engagement, bevor die Festgesellschaft, eingestimmt bereits durch die swingende Musik der schuleigenen Big Band, aufbrach zum Abiturball nach Bad Wörishofen.

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