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Segelfliegen

01.06.2016

17 Jahre jung und schon Pilot

Martin Hundegger vom örtlichen Segelflugverein genießt es durch die Lüfte zu segeln. Er ist nun mit seinen 17 Jahren der jüngste Pilot im Unterallgäu. Bald kann er sicher auch mit dem Auto zum Segelflugplatz fahren.
Bild: Hans Mayer

Und diese Woche beginnt Martin Hundegger erst mit dem Autoführerschein

Das Luftamt aus München hat auf dem Segelfluggelände Bad Wörishofen im nördlichen Industriegebiet für Jugendliche aus der Region eine praktische Prüfung für den Pilotenschein zum Segelflug organisiert. Erfreulich – alle Prüflinge haben bestanden. Martin Hundegger vom örtlichen Segelflugverein ist nun mit 17 Jahren der jüngste Pilot im Unterallgäu.

In jeweils zwei Starts im doppelsitzigen Segelflugzeug müssen die jungen Pilotenanwärter dem mitfliegenden Prüfer der Regierung von Oberbayern zeigen, dass sie die 600 Kilogramm Gesamtgewicht bei einer Flügelspannweite von 20 Metern nicht nur sicher in einem Geschwindigkeitsbereich von 60 bis 270 Stundenkilometern elegant durch die Lüfte bewegen können, sondern auch in Grenzsituationen einen klaren Kopf behalten und das Flugzeug gefahrlos und zuverlässig zurück an den Boden bringen.

An einem mehr als ein Kilometer langen Seil lässt eine auf einem LKW montierte Motorwinde das Flugzeug wie einen Drachen auf etwa 500 Meter Höhe steigen. Bei günstigen Wetterlagen, für einen Laien sichtbar an Sonnenschein mit üppigen Schäfchenwolken, gleiten die Segler dann wie große Vögel stundenlang geräuschlos durch die Luft und legen dabei hunderte von Kilometern zurück.

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Martin Hundegger stieß vor etwas mehr als zwei Jahren zu den Bad Wörishofer Segelfliegern. Nachdem er einen Mitflug-Gutschein eingelöst hatte, war für ihn eins klar: Das möchte ich auch können. Er stieß zu einer Gruppe von jungen Flugbegeisterten, die schon bald zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammen wuchsen.

Die Ausbildung zum Segelflieger geschieht überwiegend in Vereinen, wo staatlich geprüfte Fluglehrer in ihrer Freizeit Interessierten das Fliegen in Theorie und Praxis lehren. Es dauert etwa zwei Saisonen von März bis September, bis aus einem Fußgänger ein sicherer Pilot wird. Bereits im Alter von 14 Jahren dürfen Jugendliche – natürlich nur mit dem Einverständnis der Eltern – zu einem Lehrer ins Cockpit steigen, der ihnen am Doppelsteuer die Grundlagen des Fliegens beibringt. Nach einem knappen Jahr ist es dann so weit: der erste Flug solo, endlich ohne die lästigen Belehrungen des Trainers, aber auch ganz auf sich gestellt! Die weitere Ausbildung bezieht nun umfangreiche theoretische Kenntnisse mit ein, darunter die technischen Grundlagen des Fliegens, die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Meteorologie als Basis des Antriebs der Gleitflieger. Damit einher geht in der praktischen Schulung der Erwerb des Geschicks, die thermischen Aufwinde optimal zu nutzen, nicht nur um in der Luft zu bleiben, sondern auch um möglichst schnell voranzukommen und möglichst viele Kilometer hinter sich zu bringen. Denn die Lehrlinge haben natürlich schon die Profis im Verein im Auge: Der Rekord am Platz liegt bei 1000 Kilometer Strecke am Stück bei einer Durchschittsgeschwindigkeit von 120 km/h. Doch bis dahin gilt es noch viel Verantwortung zu lernen, eine Reihe von Hürden zu überwinden und einer Menge von Geschichten zuzuhören, die die erfahrenen Piloten von ihren „Streifflügen“ mitbringen.

„Gerade Jugendliche lernen das Fliegen recht schnell, und denkt man daran, wie sie zuerst als Kinder mit dem Fahrrad umgehen lernen, ist das auch nicht verwunderlich. Wichtig ist nur, dass man sie lehrt, die Risiken im Auge zu behalten, und wie man gefährliche Situationen vermeidet“, sagt Robert Schröder, der Vorsitzende der Segelflieger, der als Pilot von Verkehrsflugzeugen bei der Lufthansa auf eine sehr umfassende Flugerfahrung zurückgreifen kann. Und die weiteren Pläne von Martin? „ Diese Woche geht es los mit dem (Auto-)Führerschein, damit ich pünktlich am 18. Geburtstag endlich selbst im Auto zum Flugplatz fahren kann.“ (mz)

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