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Erisried

24.11.2018

2019 wird Erisried zur Baustelle

Viele Bauprojekte stehen in Erisried im kommenden Jahr an.
Bild: Polzer

Die Dorf- und die Dirlewanger Straße werden erneuert, Gehwege und eine Mittelinsel gebaut und auch ein neuer Kanal.

Schon seit Jahren warten die Erisrieder darauf, dass im Zuge der Dorferneuerung die Ortsdurchfahrt erneuert wird. Im kommenden Jahr soll es nun wie berichtet so weit sein: Ende April sollen die Bauarbeiten beginnen und im Sommer 2020 alles fertig sein: Neben der Dorf– auch die Dirlewanger Straße, die ebenfalls ausgebaut werden soll (wir berichteten) sowie Gehwege und ein Dorfplatz, für die das Amt für ländliche Entwicklung verantwortlich zeichnet. Wie Richard Weiskopf vom Ingenieurbüro Mühlegg und Weiskopf in der jüngsten Gemeinderatssitzung erläuterte, wird die Dorfstraße voraussichtlich von Ende April bis Ende Dezember für den Durchgangsverkehr gesperrt sein.

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Er stellte den Räten die Pläne für die neuen Regenwasserkanäle vor, die im Zuge der Bauarbeiten unter der Dorf- und der Dirlewanger Straße verlegt werden sollen. Bislang liegen die Rohre nämlich teils in Privatgrund. Vor allem aber sind sie in einem ziemlich schlechten Zustand. Einige seien statisch nicht mehr tragfähig, so Weiskopf. „Das kann man so nicht lassen.“

Bei dem Projekt in Erisried ist auch der Landkreis Unterallgäu involviert

Während in der Dorfstraße die maroden Rohre ersetzt werden, soll in der Dirlewanger Straße ein komplett neuer Kanal entstehen. Das Wasser fließt von dort in den Dürrenbach, wobei am Einlauf ein kleines Rückhaltebecken geschaffen werden muss. Für dieses und die rund 850 Meter Rohrleitungen rechnet Weiskopf mit Kosten von insgesamt rund 545250 Euro. Weil die Kanäle auch der Straßenentwässerung dienten und es sich bei der Dorf- um eine Staats- und bei der Dirlewanger um eine Kreisstraße handle, bekomme die Gemeinde dafür Kostenerstattungen vom Staatlichen Bauamt und dem Landkreis. Letztere planen zusammen mit dem Amt für ländliche Entwicklung eine gemeinsame Ausschreibung, um die Organisation der Bauarbeiten zu erleichtern. Ein weiterer Grund dürfte sein, dass ein größerer und damit lukrativerer Auftrag die Chancen erhöht, überhaupt eine Baufirma zu finden, die die Arbeiten übernimmt.

2019 wird Erisried zur Baustelle

Im Anschluss ging Walter Pleiner, Leiter des Tiefbauamts am Landratsamt, auf die Sanierung der Dirlewanger Straße ein. Sie soll auf einer Länge von 500 Metern auf eine Breite von sechs Metern ausgebaut werden und außerdem einen 1,80 Meter breiten Gehweg erhalten. Außerdem stellte Pleiner vier Varianten einer Mittelinsel vor, die sich insbesondere die Anwohner am Ortseingang gewünscht hatten, um sowohl den ein- als auch ausfahrenden Verkehr ein Stück weit auszubremsen.

Der Gemeinderat Erisried diskutiert über eine Mittelinsel

Weil Inseln ohne Gehweg nicht gefördert werden, legte er den Räten die vierte Variante ans Herz: Die Kreisstraße verläuft dabei beidseits verschwenkt an einer Mittelinsel vorbei. Diese ist zudem mit einer Querungshilfe ausgestattet, über die Fußgänger den Gehweg auf der jeweils anderen Straßenseite erreichen können. Diese Variante wäre für die Gemeinde nur unwesentlich teurer eine Mittelinsel mit nur einseitig verschwenkter Straße ohne Gehweg und Querungshilfe. „Die Gemeinde würde weniger zahlen, aber mehr bekommen“, so Pleiner.

Reinhard Csokás war gleichwohl skeptisch: „Etwas bauen, was man nicht braucht, ist für mich Irrsinn“, sagt er. „Weil die Förderung zahlen ja auch wir, das ist ja Steuergeld.“ Tatsächlich würden die Gehwege bislang noch an freier Wiese vorbeiführen. Pleiner gab jedoch zu bedenken, dass dort in einigen Jahren Häuser gebaut werden könnten. Und dann würden die Gehwege gebraucht – ein Argument, das nicht nur Paul Huber überzeugte.

Ewald Fischer betonte jedoch, dass die Gehwege am Ortsausgang nur dann sinnvoll seien, wenn die Anlieger mitziehen und Grund verkaufen, damit die Gehwege bis zur Dorfstraße weitergeführt werden können. Nachdem Anwohner Josef Hartmann in der Sitzung bereits signalisierte, dazu bereit zu sein, sprachen sich die Gemeinderäte schließlich geschlossen für die vierte Variante mit Querungshilfe und Gehwegen aus. (baus)

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