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Landwirtschaft

13.04.2013

50 Cent oder mehr für den Liter Milch

Bei der BDM-Jahresversammlung in Mittelrieden sprachen: (von links) Erwin Reinalter, Hermann Fischer und der kommissarische Vorsitzende Manfred Gromer.
Bild: jsto

Der BDM beklagt massive Kostensteigerungen bei Dünger und Futter

Mittelrieden Der Kampf geht weiter: Rund 100 Mitglieder des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter BDM haben auf ihrer Jahresversammlung im Gasthof Sonne in Mittelrieden ihre Forderung nach einem höheren Milchpreis erneuert. Der BDM hält einen Literpreis von mindestens 50 Cent für notwendig. Die Ausgaben für Dünger und Kraftfutter hätten sich in den vergangenen zwei Jahren um rund 15 Prozent erhöht. Hermann Fischer von der Erzeugergemeinschaft MEG Milch Board stellte Ergebnisse einer Studie zum Milchpreis vor, die der BDM auf Basis von Daten der landwirtschaftlichen Buchführung erstellt hat.

Der tatsächliche Milchpreis ist von 50 Cent derzeit meilenweit entfernt. 32,50 Cent seien im Oktober 2012 gezahlt worden. Um einen höheren Preis durchzusetzen, fordert der BDM die Milcherzeuger seit Jahren dazu auf, Milcherzeugergemeinschaften zu gründen. Damit soll die Marktmacht von Molkereien begrenzt werden.

Dass noch immer viel zu wenige mittun, beklagten mehrere Diskussionsteilnehmer. Johann Wiedemann als Vorsitzender einer Milcherzeugergemeinschaft beschrieb die Lage für die Bauern als dramatisch. „Wir haben nur eine Chance, wenn wir mit einer Sprache sprechen“. BDM, Bauernverband, Genossenschaften müssten alle an einem Strang ziehen.

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Bei den anstehenden Preisverhandlungen müsste sofort eine Preissteigerung von fünf Cent durchgesetzt werden, sagte Wiedemann. Die Zeiten von Milch- und Butterseen seien lange vorbei. Bei Magermilchpulver zum Beispiel gebe es null Tonnen Vorrat in Europa. Etwas weniger Milch auf dem Markt, und die Situation wäre eine andere, meint Wiedemann.

Aus dem Bericht des kommissarischen Kreisvorsitzenden Manfred Gromer gingen die zahlreichen Aktionen hervor, mit denen Milchbauern im Vorjahr Druck auf die Politik ausübten. Demonstrationen mit BDM-Aktivisten aus dem Unterallgäu gab es in Brüssel, Berlin, Konstanz oder München. Zwei Schlepper waren sogar bis in die belgische Hauptstadt Brüssel gefahren und hatten sich in den Protest von 800 Traktorfahrern aus anderen europäischen Ländern eingereiht. Von dieser Reise haben die Unterallgäuer auch mitgenommen, wie dramatisch schlecht die Lage für Bauern in anderen Ländern ist.

„Die Verzweiflung ist groß, es muss sich unbedingt etwas ändern“, sagte der Vorsitzende. Die Bauern fordern den Großteil des Einkommens über den Markt und weniger Beihilfen vom Steuerzahler. Längst kommen nicht nur Kleinbetriebe unter Druck. Inzwischen treffe es „knallhart“ mittelständische Betriebe, sagte Gromer.

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