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40 Jahre Frundsberg Festring

10.10.2017

A Haufa Arbat, aber am End kommt a scheans Feschtla raus

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Der Präsident der Arbeitsgemeinschaft historischer Kinder- und Heimatfeste Süddeutschlands, Hans-Peter Mattausch lobte die integrative Kraft historischer Feste.
Bild: Johann Stoll

Alle drei Jahren arbeiten die Mindelheimer für ihr einzigartiges Frundsbergfest. Das tut dem Zusammenhalt gut.

Was ist das, wenn man in Rom fragt, ob jemand den Papst kennt? Oder in Mindelheim wissen will, was denn der Frundsberg Festring sei? Jens Öller vom munteren Duo Zweierley, der mit Thomas Öller den lustigen Hofnarren gab, ließ sich nicht abhalten, im gut gefüllten Stadttheater den Festgästen genau diese eigentlich völlig überflüssige Frage zu stellen. Das weiß doch jeder in Mindelheim, dass der Frundsberg Festring alle drei Jahre das große Frundsbergfest ausrichtet, das seinesgleichen sucht.

Die Landsknechte spielen die Hauptrolle

40 Jahre nach Gründung des Festringes ist es aber vielleicht doch an der Zeit, innezuhalten und sich einmal bewusst zu machen, was diese Vereinigung aktiver Leute für die Stadt und ihre Menschen bedeutet. Drei Festredner durften sich über die Arbeit des Festrings Gedanken machen, die der gute Jens Öller im Anschluss immer auf gut schwäbisch in dem einen Satz übersetzte: „A Haufa Arbat, aber Spaß macha duats, wenn am End a scheans Fescht rauskommt.“

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Die viele Arbeit bis Ende Juni 2018 ist in jedem Fall garantiert, aber dann freuen sich alle wieder auf das Frundsbergfest mit 100 000 Besuchern und mehr. Den Auftakt, den Festring zu deuten, machte der Vorsitzende Norbert Sliwockyj, der Gastgeber des Festabends. Der Festring hat sich der Pflege des heimatlichen Brauchtums verschrieben. Dazu zählen die Landsknechte in den Abteilungen und die Arbeitsgruppen, die die Kultur pflegen (siehe Kasten). Der Spielmannszug, die höfische Tanzgruppe I Pavoni und die Renaissance-Musik haben die Gäste musikalisch in die Zeit vor 500 Jahren versetzt.

Zahl und Rang der Ehrengäste machten klar, dass der Festring die Herzkammer des Mindelheimer Lokalstolzes ist. Staatssekretär Franz Josef Pschierer mit Gattin hatte sich die Zeit ebenso genommen wie Bürgermeister Stephan Winter mit seiner Frau. Die Geistlichkeit mit Dekan Andreas Straub an der Spitze war ebenso gekommen wie Ehrenbürgerin Olli Hirle, die von Anfang an aktiver Teil des Frundsbergfestes war. Abordnungen aus dem Trentin waren extra nach Mindelheim gereist, und auch die Freunde des Winzerer-Fähnleins aus München waren zu Gast in Mindelheim. Sie halten den Mindelheimern bereits seit 1903 die Treue und können damit auf eine besonders lange Frundsbergfest-Tradition zurückblicken. Sliwockyj würdigte besonders zwei Persönlichkeiten, ohne die es diesen Festring wohl nie gegeben hätte: Ehrenringträger Dr. Manfred Schmid und Michael Haid. Aber da ist noch jemand, der den Festring zu dem gemacht hat, was er heute ist: Ehrenbürger Erwin Holzbaur, der heuer 90 Jahre alt geworden wäre. An ihn erinnerte eine kleine Ausstellung im Foyer des Forums. Auf Holzbaur gehen zahlreiche Skizzenzeichnungen zurück. Er hat den Ablauf der Festzüge geplant.

Brigitte und Hannes Weber geben das Frundsbergpaar

Noch ohne historisches Gewand waren Brigitte und Hannes Weber erschienen, das Frundsbergpaar. 2018 soll aber ihr letztes Fest als Aktive sein, kündigten sie an. Auch der frühere Vorsitzende Hermann Schuster und der Historiker Dr. Reinhard Baumann gaben sich die Ehre.

Sliwockyj hob das großartige Zusammengehörigkeitsgefühl hervor: „Für mich ist der Festring ein Stück Heimat, mit dem ich mich identifizieren kann.“ Die Außenwirkung unterstrich Bürgermeister Stephan Winter. Das Frundsbergfest sei der bedeutendste Werbeträger der Stadt und des Landkreises. Es sei das beliebteste Historienfest Bayerns, zu dem 2018 als Schirmherr der Bayerische Ministerpräsident sein Kommen zugesagt hat.

Bei so viel Lokalpatriotismus mochte auch der Festredner des Abends nicht widersprechen, der Vorsitzende der Dinkelsbühler Kinderzeche, Hans-Peter Mattausch. Weil er als Präsident der Arbeitsgemeinschaft historischer Kinder- und Heimatfeste sprach, dem Dachverband von 40 historischen Festen in Süddeutschland, meinte er nur diplomatisch, es gebe neben dem Frundsbergfest noch 40 weitere schöne Feste, die das Zusammengehörigkeitsgefühl stärkten. Dass Mindelheim aber etwas ganz Besonderes ist, zeigten historische Bildaufnahmen, die im großen Saal des Forums gezeigt wurden.

Zum Ehrengast 2018 hatte der Mittelfranke Mattausch noch einen augenzwinkernden Tipp für den Mindelheimer Bürgermeister parat. Vielleicht sollte er bei den Einladungsschreiben sicherheitshalber noch keinen Namen hineinschreiben. Wer könne schon wissen, wer im nächsten Sommer dem Freistaat vorsteht.

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