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Reise

19.03.2012

Abenteuer auf dem Motorrad 

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4 Bilder
Daniel Kreher (rechts) und Peter Beckenbauer aus Salgen reisten vergangenes Jahr quer durch Zentralasien. Ihre Reise führte sie über Gebirgspässe, durch verlassene Steppenlandschaften und karge Wüsten.
Bild: Daniel Kreher

Daniel Kreher und Peter Beckenbauer aus Salgen reisten einmal quer durch Zentralasien. 

An eine Nacht im Gebirge, irgendwo mitten im Iran, können sich Daniel Kreher und Peter Beckenbauer noch ganz besonders gut erinnern. Sie hatten gerade ihr Zelt auf dem staubtrockenen Boden aufgestellt, als ein paar Männer aus der Ferne auf sie zukamen. Wild fuchtelten die Einheimischen mit den Händen umher und redeten auf die beiden jungen Männer aus Salgen ein. Es dauerte eine Weile, bis Kreher und Beckenbauer begriffen, was die Iraner ihnen sagen wollten.

Nachts, wenn die Sonne hinter den Bergen untergegangen sei, kämen die Wölfe aus ihren Verstecken, hatten die unbekannten Männer den zwei Unterallgäuern zu verstehen geben wollen. Die Nacht im Freien zu verbringen, sei deshalb viel zu gefährlich, bedeuteten die iranischen Worte. Kreher und Beckenbauer verstanden. Sie packten ihr Zelt zusammen und nahmen die Einladung eines Einheimischen an, der sie zu sich in sein Haus einlud. So schliefen die zwei deutschen Touristen zum ersten Mal seit Wochen wieder mit einem richtigen Dach über dem Kopf. Kreher und Beckenbauer erinnern sich an jene Nacht im Iran, als wäre es gestern gewesen.

Im Juli wird es ein Jahr, dass die Abenteuerlust die beiden Männer aus Salgen in die Ferne trieb. Es war nicht das erste Mal. Nach etlichen gemeinsamen Motorradtouren, unter anderem in Marokko und Island, ging es diesmal nach Zentralasien – einmal quer über den Kontinent, von Kasachstan über Kirgisien und Tadschikistan, von Usbekistan nach Turkmenistan, durch den Iran und die Türkei bis nach Griechenland und über den Balkan zurück in die Heimat.

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Seit vergangenem Oktober sind Kreher und Beckenbauer wieder in Salgen – mitgebracht haben sie nicht nur Hunderte von Fotos und Videoaufnahmen, sondern vor allem unvergessliche Erlebnisse. Besonders gern erinnern sie sich an die Menschen – Einheimische wie die Männer im Iran, die sie vor den Wölfen warnten. „Die Leute waren einfach unglaublich freundlich und hilfsbereit“, sagt Kreher.

Immer wieder stießen die Unterallgäuer während ihrer 16000 Kilometer langen Tour auf Menschen, die ihnen ihre Hilfe anboten, ihnen Essen und Trinken gaben. Und das, obwohl viele Einheimischen dort bitter arm seien, sagt Beckenbauer. Umso überraschter waren die Deutschen über die Gastfreundlichkeit. Trotzdem blieben die 25 und 26 Jahre alten Männer stets vorsichtig, schließlich hatten sie bei der Vorbereitung auf die Reise immer wieder gelesen, wie politisch instabil die Lage in Zentralasien sein könne. „In manchen Nächten hörten wir in unserem Zelt von der Ferne Schüsse“, erinnert sich Kreher, der wie sein Begleiter von Beruf Feinwerkmechaniker ist.

Nach ihrer knapp zehnwöchigen Tour, die sie über kaum passierbare Gebirgspässe, durch verlassene Steppenlandschaften und karge Wüsten führte, bringt die zwei Männer aus Salgen so schnell nichts mehr aus der Ruhe. „Man lernt in der Abgeschiedenheit, geduldig zu sein“, sagt Kreher. Manchmal hatten die Unterallgäuer kaum mehr als ein paar Kekse und etwas Wasser im Gepäck – da galt es, trotz des Hungergefühls nicht den Mut zu verlieren, weiterzumachen, durchzuhalten.

Und die Männer aus Salgen hielten durch, vielleicht auch deshalb, weil sie das Unterwegssein, das Abenteuer, die Abgeschiedenheit lieben. Zu reisen, fremde Kulturen kennenzulernen, die Extreme der Natur zu erfahren, habe sie immer schon gereizt, sagen Kreher und Beckenbauer. Sie haben bereits über 42 Länder bereist. Die beiden Unterallgäuer sind sich sicher, dass es dabei nicht bleiben wird.

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