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21.07.2010

Aktion statt Reaktion

Aktion statt Reaktion

Bad Wörishofen/Unterallgäu Ein Netzwerk Kommune-Kirche-Gesellschaft möchte Pastoralreferent Dr. Franz Schregle insbesondere vor dem Hintergrund sich stark ändernder Sozialgefüge knüpfen. Er ist seit 13 Jahren für 95 Pfarreien in 21 Pfarrgemeinschaften im Unterallgäu tätig. Der Landkreis sitzt bereits mit im neuen Projektboot und auch die Diözese Augsburg hat eine finanzielle Beteiligung zugesagt. Insgesamt sind 202 000 Euro notwendig, um das Vorhaben zu schultern. Schregle warb nun im Ausschuss für Bürgerschaftliches Engagement und Soziales, der im Seniorenstift am Anger tagte, für die kommunale Unterstützung der Stadt Bad Wörishofen.

"Die großen Veränderungen der äußeren Rahmenbedingungen seien für die Kirchen und Kommunen gleichermaßen die Herausforderung", so Dr. Franz Schregle. Das Unterallgäu sei nach seinen Recherchen generell für die Zukunft gut gerüstet, doch gelte es kommunale Aktivitäten und kirchliche noch besser zusammenzuführen. Schregle forderte "Aktion statt Reaktion!" Ein wichtiger Punkt sei für ihn die Motivierung der Laien in ihrem Engagement. "Heute haben wir noch rund 500 Pfarreien in der Diözese, im Jahr 2025 werden höchstens noch 200 bestehen", prophezeit Schregle. Von der Istsituation ausgehend gelte es Strategien zu entwickeln, wie man die derzeit gute Situation erhalten, vielleicht sogar noch ein bisschen verbessern kann.

Das Miteinander der Menschen zu moderieren, sei eine spannende Herausforderung, so Bürgermeister Klaus Holetschek, der darum bat, frühzeitig in die Diskussion "Was kann das Ehrenamt weiter leisten und wo stoßen wir hier an die Grenzen" einzusteigen. Wichtig ist dem Bürgermeister auch der ökumenische Gedanke. Schregle bestätigte, mit der evangelischen Landeskirche im Gespräch zu sein.

Die Ausschussmitglieder standen dem Projekt anfangs skeptisch gegenüber, konkrete Ziele fehlten zum Beispiel SPD-Stadträtin Sybille Dörner. "Es darf keine Parallelität zu dem in Bad Wörishofen bereits gut laufenden Projekt der Sozialen Stadt entstehen", gab CSU-Stadträtin Marion Böhmer zu bedenken. Die heftigste Kritik kam von CSU-Stadträtin Karin Pohl: "Die Landeskirchen ziehen sich immer mehr aus der Verantwortung und die Bürger sprich die Ehrenamtlichen sollen alles auffangen. So geht es ganz einfach nicht!" Dass das Projekt nicht als weiteres "Gutachten" in irgendeiner Schublade verschwinden darf, da waren sich alle einig. "Prozesse müssen ins Laufen kommen", forderte Böhmer.

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Schregle erklärte die Organisationsstruktur

Aus den Basisgruppen der fünf am Projekt vorgesehenen Gemeinden (Bad Grönenbach, Bad Wörishofen, Ettringen, Mindelheim und Ottobeuren) gelte es konkrete Ziele und wünschenswerte Entwicklungen zu erarbeiten und diese an die Arbeitsgruppen und das Lenkungsgremium weiterzuleiten. Insgesamt soll das Projekt über drei Jahre hinweg laufen, die teilnehmenden Gemeinden käme eine finanzielle Belastung von insgesamt je 5000 Euro zu. Der Verein "Soziale Gemeinden im Unterallgäu" sicherte einen Zuschuss von 101 000 Euro zu und der Landkreis beteiligt sich mit 25 000 Euro.

Als "Baustein der Gesamtentwicklung" will Holetschek das Projekt abschließend verstanden wissen. Er machte die Zustimmung der Kommune von der Unterstützung der Kirchen in der Stadt, wo Dr. Franz Schregle diese Woche weiter um Wohlwollen bittet, abhängig.

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