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Unterallgäu

13.11.2019

"Alarmierend": Immer mehr Unterallgäuer pendeln

Immer mehr Unterallgäuer pendeln.
Foto: Matthias Balk (dpa)

So viele Unterallgäuer wie noch nie pendeln - eine Situation, die Familien und Umwelt belastet. Die Gewerkschaft IG Bau fordert nun eine Wende.

Die Zahl der Berufspendler im Landkreis Unterallgäu hat einen neuen Höchststand erreicht. Auf dem Weg zur Arbeit verließen im vergangenen Jahr rund 47.000 Menschen regelmäßig die Grenzen des Kreises – das sind 43 Prozent mehr als im Jahr 2000. Damals zählte der Kreis noch rund 33.000 sogenannte Auspendler, wie die IG Bauen-Agrar-Umwelt mitteilt.

Die Zahl der Einpendler hat sich in diesem Zeitraum sogar um 48 Prozent auf 37.000 erhöht. Die IG Bau beruft sich dabei auf eine aktuelle Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

Immer mehr Pendler aus dem Unterallgäu: Ein "alarmierender Trend"

Gewerkschafter Michael Jäger spricht von einem „alarmierenden Trend“. Strecken von mehr als 50 Kilometern bis zum Arbeitsplatz seien für viele Pendler aus dem Kreis Unterallgäu mittlerweile gang und gäbe, betont er. „Dabei geht nicht nur wertvolle Zeit für Familie, Freunde und Hobbys verloren. Auch die Umwelt leidet unter der Fahrerei.“

Nach Angaben des Umweltbundesamtes geht knapp ein Fünftel aller CO2-Emmissionen in Deutschland auf das Konto des Verkehrs.

Die IG Bau fordert eine „drastische Wende“ in der Wohnungsbaupolitik: Die öffentliche Hand müsse mehr investieren, um bezahlbaren Wohnraum in Ballungsräumen zu schaffen. Ebenso seien massive Investitionen im Bereich Verkehr unverzichtbar, um die Pendler zu entlasten.

„Vor allem beim Schienen-, Straßen- und Radwegenetz ist der Nachholbedarf groß“, so Jäger. Einen Beitrag gegen den „Pendel-Frust“ könnten zudem die Firmen leisten – indem sie es Beschäftigten leichter machen, in Gleitzeit oder im Home-Office zu arbeiten.

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