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Diebstähle im Unterallgäu

28.05.2015

Alles andere als ein Kavaliersdelikt

Bild: dpa

Ein Angestellter einer Baufirma hat über Jahre Material im Wert von 15000 Euro mit nach Hause genommen. Nun stand er wegen Diebstahls vor Gericht

Dass Diebstahl im Job kein Kavaliersdelikt ist, musste ein Mann Mitte 30 nun selbst am eigenen Leib erfahren. Über mehrere Jahre hatte er bei einer Unterallgäuer Baufirma, bei der er als Vorarbeiter beschäftigt war, verschiedene Gegenstände mit nach Hause genommen. Die Staatsanwaltschaft warf ihm 43 Diebstähle vor, durch die ein Gesamtschaden von rund 15000 Euro entstanden sei.

Wie sich in der Verhandlung herausstellte, hatte der Mann aus dem Landkreis Günzburg Werkzeug und Zubehör wie Hammer, Handschuhe oder Beißzange für den Kombi aus dem Lager der Baufirma geholt, aber nicht mehr zurückgegeben. „Das Material war da, teils hat er mehr mitgenommen und Teile davon für sich behalten“, erklärte sein Verteidiger Alexander Grob den Fall. Teils habe er das Werkzeug für sein eigenes Haus gebraucht, erklärte der Angeklagte, teils aber auch nicht. „Die Hämmer sind einfach nur bei mir herumgelegen.“

Als die Diebstähle ans Tageslicht kamen, habe der Angeklagte jedoch alles zurückgegeben beziehungsweise bezahlt, sich bei allen entschuldigt und sogar den Chef der Baufirma zu sich nach Hause eingeladen, damit er nachschauen könne, ob noch etwas fehle. Er habe sogar noch Gegenstände zurückgegeben, von deren Diebstahl die Firma gar nichts gewusst hatte.

Das kam ihm vor Gericht zugute. Der Staatsanwalt lobte das ausführliche Geständnis, die Entschuldigung und Wiedergutmachung sowie die Tatsache, dass der Mann nicht vorbestraft ist. Gegen ihn sprächen aber der hohe Schaden, der Vertrauensbruch und der lange Zeitraum der Diebstähle. Er forderte eine Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren, wegen der günstigen Sozialprognose des Mannes sei eine Bewährung aber möglich. Rechtsanwalt Grob hob hervor, dass sein Mandant mehr Diebstähle zugegeben hatte, als die Firma gewusst hatte. Es habe zudem ein „klassischer Täter-Opfer-Ausgleich“ stattgefunden. Er beantragte deshalb eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 50 Euro. Bei einer Geldstrafe blieb auch Richter Dieter Klotz in seinem Urteil: Der Vorarbeiter muss 120 Tagessätze à 40 Euro zahlen. Zu seinen Gunsten wertete der Richter das „überschießende Geständnis“: „Bei 90 Prozent der Gegenstände hätte man nicht feststellen können, woher sie kommen“, so Klotz.

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