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MZ-Serie "Kunstpause"

10.01.2021

Altbekannte Raben und eine neue Schrift bei Andrea Huszar

Rabe oder Pfau? Das ist hier die Frage. Fest steht: Auch in Pandemie-Zeiten tragen die Vögel von Andrea Huszar keine Masken.

Plus Die Türkheimer Künstlerin Andrea Huszar beschäftigt sich derzeit mit der Frakturschrift. Doch auch andere Projekte standen während Corona an.

Die Corona-Krise ist noch längst nicht überwunden, auch wenn es bereits Funken der Hoffnung gibt. Für Kunst und Kultur bedeutet sie nach wie vor hauptsächlich Stillstand. Tina Schlegel hat mit der Künstlerin Andrea Huszar aus Türkheim über die schwierige Zeit gesprochen.

Liebe Andrea Huszar, eigentlich hatten wir alle ja gehofft, wieder mitten in der Planung neuer Projekte zu sein. Nun aber sind wir noch immer in diesem Kokon der Corona-Krise gefangen. Wie hat denn die erste Welle der Pandemie Sie getroffen?

Türkheim war eigentlich in den Vorbereitungen zum Herzogsfest, als Corona losging. Auch ich hatte zusammen mit Gerhard Schröder eine Ausstellung im Schloss geplant und dafür auch einige größere Acrylbilder geplant und gemalt. Die stehen jetzt, soweit ausgeführt, im Siebenschwabenhaus. Die Arbeit an großen Bildern im Format 80 mal 100 erfordert ein Heraustreten aus dem Alltag und eine ganz eigene Vorbereitung. Ich gehe dafür ein Wochenende ins Siebenschwabenhaus und arbeite dort. Kleinere Zeichnungen mache ich daheim, zwischendurch und ständig. Da ist es dann sehr gut ein Thema zu haben, das man durchzieht und variiert.

Die Raben sind typisch für Andrea Huszars Werk

Wie Ihre Raben zum Beispiel, die ziehen sich ja durch Ihr gesamtes Schaffen. Mal als Hauptfiguren in Ihren humoristischen Zeichnungen, mal metaphorisch in den beeindruckenden Drucken oder als dezentrale Figuren in den großformatigen Landschaftsbildern. Wie haben sich die Raben dieses Mal entfalten dürfen?

Ich finde es sehr interessant, den Raben menschliche Eigenschaften zu geben. Die Raben, die durch die Schuhe als männlich und weiblich zu erkennen sind, nehmen auch die entsprechenden Charaktereigenschaften an und dienen als Karikatur im Rollenspiel. Auch gefällt mir die Idee gut, den Raben etwas in die „Hand“ zu geben, zum Beispiel ein Messer oder ein Musikinstrument.

Andrea Huszar

Das klingt spannend. Konnten Sie auch in andere Richtungen kreativ sein? Gibt es vielleicht sogar eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema „Coronavirus“?

Es macht mir Freude, das Thema Rabe neu zu variieren. Des Weiteren habe ich mich den Sommer über sehr mit Kalligrafie beschäftigt und habe eine etwa ein Meter große Christusfigur restauriert. Auf Corona selbst habe ich nicht direkt reagiert, also keine Raben mit Masken von mir.

Wie sehr trifft Sie nun die erneute Verschärfung der Krise?

Mich beschäftigt die Sorge, wie es insgesamt weitergeht, aber der erneute Lockdown an sich ist kein Problem für meine Familie und mich, zudem ich halbtags auch wieder als Innenarchitektin arbeite. In der Kunst beschäftige ich mich immer mehr mit dem Thema Kalligrafie. Ich habe gerade erst einen Kurs in Frakturschrift besucht, in dem ich viel Neues gelernt habe, damit will ich mich die nächste Zeit noch intensiver auseinandersetzen.

Derzeit beschäftigt sich die Türkheimerin mit der Frakturschrift

Wird das dann Ihr neues Projekt?

Ja, in gewisser Weise schon, denn man muss die Schrift erst einmal üben und dann muss ich schauen, wie ich diese Schrift integrieren kann. Diese gebrochene und eher zackige Schrift ist ja das Gegenteil von den Schriftzügen, die ich bislang in meine Bilder integriert habe. Außerdem möchte ich auch wieder größere Aquarelle malen. Schon in der Art feingliedrig bleiben, aber mich auch wieder in größeren Formaten ausdrücken. Und auf das Üben der Schrift freue ich mich schon sehr.

Ein Kurs für Frakturschrift hat die Künstlerin jüngst inspiriert – vor allem, weil sie ganz anders ist als das, was sie bisher gemacht hat.

Und die Raben werden Sie sicherlich auch begleiten, oder?

Mit Sicherheit. Es ist wirklich gut, ein konstantes Thema zu haben, auf das man immer wieder zurückgreifen kann.

Wer sich einen Eindruck von der Künstlerin Andrea Huszar verschaffen möchte, kann dies auf ihrer Homepage www.huszar-art.de tun. Dort finden sich auch die Termine für Kurse, die die Künstlerin gibt. Neu sind auch Online-Kurse, die gerade in Corona-Zeiten sehr aktuell sind, aber noch nicht so stark angenommen werden.

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