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16.08.2016

Alte Liebe rostet nicht

Ins Auge stachen in Amberg gleich besonders drei knallrote, in den Jahren 1958 gebaute „Porsche-Diesel-Traktoren“ (Bild oben links) der Typen 133 (33 PS), „Master“ (50 PS) und „Standart“ (25 PS), die Reinhold Lösser aus Buchloe präsentierte. Da staunte auch ein vorbeifahrender Oldtimerfan mit Hund auf dem Beifahrersitz nicht schlecht. Ein Oldtimertreffen für die ganze Familie ebenso in Traunried (Bild unten rechts). Hier zog Siegfried Freisinger mit seinem Güllefass-Wohnanhänger (Bild obenrechts) viele Blicke auf sich.
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Ins Auge stachen in Amberg gleich besonders drei knallrote, in den Jahren 1958 gebaute „Porsche-Diesel-Traktoren“ (Bild oben links) der Typen 133 (33 PS), „Master“ (50 PS) und „Standart“ (25 PS), die Reinhold Lösser aus Buchloe präsentierte. Da staunte auch ein vorbeifahrender Oldtimerfan mit Hund auf dem Beifahrersitz nicht schlecht. Ein Oldtimertreffen für die ganze Familie ebenso in Traunried (Bild unten rechts). Hier zog Siegfried Freisinger mit seinem Güllefass-Wohnanhänger (Bild obenrechts) viele Blicke auf sich.
Bild: Franz Issing

Oldtimertreffen Die „Veteranen der grünen Branche“ lockten in Amberg und Traunried zahlreiche Besucher an. Auch ein ungewöhnliches Wohnmobil konnte bestaunt werden

Traunried/Amberg Der griechische Philosoph Diogenes nächtigte gerne in einer rollenden Tonne, Siegfried Freisinger schläft lieber in einem Güllefass. Dies aber nur, wenn er zu Oldtimertreffen fährt und dort übernachten muss. Mit seinem ungewöhnlichen Gefährt, das von einem 14 PS starken Traktor des Typs „MC Comic“ aus dem Jahre 1955 gezogen wird und ein Erbstück seines Großvaters ist, sorgte der Fellheimer bei der Fahrzeugschau alter Traktoren in Traunried für viel Aufsehen.

„Ich wollte einmal etwas basteln, was noch keiner hat“, erklärte Freisinger und rühmte im gleichen Atemzug die Vorzüge seines „Schlafwagens“, dessen robuster Stahlkörper Wind, Wetter und auch Hagel standhält.

Mehr als 450 alte Schlepper, Unimogs und MB-Tracs gaben sich beim Oldtimer-Treffen des 45 Mitglieder zählenden „MB-Trac-, Unimog- und Oldtimervereins“ in den Stauden ein Stelldichein. Die einst von Mercedes für die Landwirtschaft gebauten MB-Tracs, auch „grüne Riesen“ genannt, laufen schon seit 15 Jahren in ihrer Urform nicht mehr vom Band. Sie galten damals als einmalig und noch heute interessiert sich eine große Fan-Gemeinde für sie und ihre Technik. Alte Liebe rostet eben nicht.

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Nahezu alle „Veteranen der grünen Branche“, die mit lautem Geknatter und viel Ruß ausstoßend im Minutentakt anrollten, waren auf Hochglanz poliert und strahlten bei herrlichem „Oben-Ohne-Wetter“ mit ihren Besitzern und den vielen hundert Besuchern um die Wette. Vor allem die Männer unter ihnen interessierten sich für das robuste Innenleben der Gefährte, für Schlepper „wie wir sie noch aus unserer Kindheit kennen“. Sie fachsimpelten miteinander, erklärten ihren Kindern und Enkeln die Besonderheiten dieses Bulldogs der Marke Lanz, der vorglühen muss, oder jenem legendärem Fendt und versuchten gar ihre Frauen davon zu überzeugen, dass auch stinkende Dieselmotoren und knatternde Sounds einen gewissen Zauber inne haben. Dies jedoch nicht immer mit Erfolg.

Beim Nachwuchs, der sich auf einer Hüpfburg oder bei Bobbycar-Rennen die Zeit vertrieb, hatten die Väter da schon mehr Glück. Den Kleinen machte es sichtlich Spaß, auf einem Bulldog zu sitzen, den Lenker zu umfassen und das Geschehen von oben zu überblicken. Und da gab es allerhand zu sehen. Die große Wiese am Ortsrand von Traunried war voll belegt mit motoriesierten Schmuckstücken vergangener Jahrzehnte.

Schließlich lockte Action die Besucher aus dem Festzelt, wo sie es sich bei deftigen Schmankerln und einem erfrischenden Getränk nach Besichtigung der „Oldtimer“ gut gehen ließen.

Bei einem Geschicklichkeits-Turnier mussten die Fahrer an vier Stationen beweisen, dass sie ihr Gefährt beherrschen. Beim Fahren auf eine Wippe war Millimeterarbeit angesagt. Gefragt war auch korrektes Einparken. Zwei Tage herrschte auf „grüner Wiese“ in Traunried Massenandrang, konnten die „Veteranen“ der Landwirtschaft vom Staub der Scheunen und Maschinenhallen befreit wieder einmal glänzen.

Auch großes Oldtimer-Treffen in Amberg

Die Bürgergemeinschaft hatte eine Schau organisiert, die Männer, Frauen und auch Kinderherzen höher schlagen ließ. Vor dem Gasthaus Deutscher Kaiser, wo sonst der Durchgangsverkehr rollt, war für mehr als 150 historische Autos, Motorräder und Bulldogs abgesperrt. Ins Auge stachen besonders drei knallrote, in den Jahren 1958 gebaute „Porsche-Diesel-Traktoren“ der Typen 133 (33 PS), „Master“ (50 PS) und „Standard“ (25 PS), die Reinhold Lässer aus Buchloe präsentierte.

„It a‘langa, bloß a‘luaga“, stand auf einem anno 1959 gebauten und 30 PS-starken „Lanz-Schmalspur-Traktor“ mit anhängender „Gulaschkanone“. Thomas Mellwig und Franz Baur aus Amberg fahren damit auch auf die Jagd und zum Angeln. Aus dem Kamin stiegen dichte Rauchwolken in den Himmel.

Ein besonderes „Zuckerl“ steuerte zu der Fahrzeugschau auch German Mayer aus Türkheim bei. Schon von Weitem sah man ihm an, dass er seinen, noch im Originalzustand erhaltenen und 1950 gefertigten, Traktor mit elf Pferdestärken der Marke „Deutz“ heiß und innig liebt. Die große Schau der Schlepper zwischen Weißwurstfrühstück und Mittagstisch endete mit einem Kilometer langen Korso durch das Dorf.

„Mit der Parade „historischer Chromjuwelen“ wollten wir einmal mehr Gemeinschaftspflege betreiben und dörfliches Brauchtum aufleben lassen“, begründete Gerhard Fohr, Vizevorstand der Bürgergemeinschaft die „Muskelspiele“ der landwirtschaftlichen Gefährte.

Bei uns im Internet

Mehr Bilder zu den Oldtimertreffen in Amberg und Traunried finden Sie auf unserer Internetseite unter

mindelheimer-zeitung.de/bilder

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