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Mindelheim

13.05.2020

An der neuen Grundschule in Mindelheim fehlen nur noch die Kinder

Die Schulleiterin der Maristen-Realschule, Maria Schmölz, begrüßt Miriam Pientschik (rechts), die bis September 2021 eine einzügige Grundschule am Maristenkolleg aufbauen wird.
Bild: Johann Stoll

Plus Die Leiterin für die neue Grundschule am Maristenkolleg ist gefunden. Im Herbst 2021 soll es losgehen.

Im September 2021 werden am Maristenkolleg nicht nur neue Fünftklässler aufgeregt ihre weiterführende Schule besuchen. Es werden neben den neuen Realschülern und Gymnasiasten auch 25 Mädchen und Buben mit Schultüte in ihre Schulkarriere starten. Das Schulwerk der Diözese Augsburg baut in Mindelheim eine eigene Grundschule mit katholischer Prägung auf. Eine entscheidende Hürde ist jetzt genommen worden: Die Schulleiterin ist gefunden.

Miriam Pientschik übernimmt ihre neue Aufgabe bereits zum 1. August in diesem Jahr. Die 27-Jährige arbeitet derzeit als Grundschullehrerin in Türkheim. Sie hat in Augsburg studiert und ihren Bachelor und Master in Education gemacht. Seit vier Jahren ist die gebürtige Schwabmünchnerin Lehrerin.

Über sich selbst sagt sie, sie sei Familienmensch. In ihrer Freizeit spielt Miriam Pientschik gerne Gitarre und schlägt auf die Pauke. Sie musiziert in der Kammeroper Augsburg und gestaltet Messen musikalisch mit. An ihrer neuen Aufgabe reizt sie, etwas Neues aufbauen zu können. „Das ist eine einmalige Sache!“, schwärmt sie im Gespräch mit der MZ. Zunächst geht sie allein ans Werk. Jahr für Jahr kommt aber eine neue Jahrgangsstufe dazu. Nach vier Jahren werden sechs bis sieben Lehrkräfte an dieser neuen Grundschule unterrichten. Fünf Räume im Osttrakt des Maristenkollegs werden für die Grundschule geräumt.

Die Kleinen sollen von den Großen getrennt werden

Rund 250.000 Euro bis zu einer halben Million will das Schulwerk der Diözese dafür in Mindelheim investieren. Gebaut werden müssen ein eigener Eingang und eine eigene Parkfläche, wo Eltern ihre Kinder aus dem Auto lassen können. Gestaltet werden muss auch eine Grünfläche im Osten der Schule, die eine eigene Fußgängerbrücke für die Schülerinnen und Schüler erhalten soll. Die Grundschüler sollen von den älteren Jugendlichen der weiterführenden Schulen getrennt werden, um so Konflikte zu vermeiden.

Umziehen müssen auch Klassen und ein Musikraum, in dem auch Instrumente gelagert werden. Die neue Grundschule soll einzügig bleiben. Es ist auch keine Nachmittagsbetreuung vorgesehen. Bei Bedarf könne sich das aber ändern, sagte bei einem Pressetermin Peter Kosak, Direktor des Schulwerks Augsburg. Rund 25 Kinder sollen dort pro Jahrgang an der neuen Grundschule unterrichtet werden. Die Eltern müssen ein monatliches Schulgeld von 30 Euro bezahlen. Es gibt aber auch eine Härtefallregelung, nach der die Kirche diese Gebühr im Falle von Bedürftigkeit übernimmt.

100 Grundschüler sollen es einmal sein

Nach vier Jahren werden 100 Kinder an der Schule unterrichtet werden. Am Maristenkolleg gehen derzeit 645 Schüler aufs Gymnasium und 500 auf die Realschule. In der Diözese Augsburg gibt es bereits drei Grundschulen des Schulwerks: Neben Augsburg sind das Neu-Ulm und Neuburg/Donau.

Ziel sei keine Eliteschule, betont Kosak, und auch nicht, nur Kinder aus oberen Schichten zu unterrichten. Aber Kinder hätten die Chance, von der Grundschule bis zum Abitur oder der Mittleren Reife immer auf demselben Campus des Maristenareals unterrichtet zu werden. Mit der Stadt Mindelheim ist die Schulgründung im Einvernehmen erfolgt. Bürgermeister Stephan Winter sieht das positiv, zumal die Stadt wächst.

Nicht alle Schüler müssen katholisch sein

Das Schulwerk will in den nächsten Monaten die Werbetrommel rühren. Schließlich müssen die Schüler noch angeworben werden. Punkten will die neue Schule mit ihrem katholischen Profil, aber es müssen nicht alle katholisch sein. 75 Prozent der Kinder müssen dieser Konfession zugehörig sein. Diese Vorgabe macht der bayerische Staat.

Peter Kosak spricht von vernetztem Unterricht. In praktischen allen Unterrichtsbereichen werde die Religion eingebaut. Wenn es zum Beispiel um Brot geht, gehe es nicht nur um Ernährung, sondern auch um die religiöse Bedeutung von Brot. „Religion ist das Wasserzeichen des Unterrichts“, formuliert Kosak.

Gearbeitet wird nach dem reformpädagogischen Konzept „Marchtaler Plan“ der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Das Fach Religion taucht nicht mehr eigens auf. Die Maria-Ward-Realschule in Mindelheim arbeitet danach. Der Lehrplan ist in jedem Fall so gestaltet, dass die Kinder nach der vierten Klasse problemlos in eine staatliche Schule wechseln können, versichert der Leiter des Schulwerks.

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