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Anhofen

04.05.2019

Anhofen entwickelt sich zum "Wacken des Südens"

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4 Bilder
Lange Haare, Bier und bunte Tattoos. Beim Rock & Loc-Festival in Anhofen zeigten sich die Künstler und ihr Publikum auch optisch im Einklang. Das familiäre Musikspektakel zog in diesem Jahr fast 500 Besucher an.
Bild: Oliver Reiser

Lange Haare, Bier, bunte Tattoos und begeisterte Besucher beim dritten Rock & Loc-Frühlingsfestival am Bahnhof in Anhofen.

„Wo kommen denn die ganzen Leute her?“, wunderte sich Bernhard Weiß, der Sänger, der mit seiner hohen und markanten Stimme den Sound der bereits seit 30 Jahren bestehenden Band Axxis prägt. „Auf dem Weg hierher habe ich nur Wälder und Wiesen gesehen.“ In der Tat hat sich die Zahl der Besucher beim dritten Rock & Loc-Frühlingsfest(ival) im Gegensatz zum vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. „Es waren fast 500 Leute da“, konnte es selbst Organisator Hubert Teichmann, Geschäftsführer der veranstaltenden Staudenbahn, kaum fassen. Aber irgendwie scheint sich der Ruf der Stauden und insbesondere der Gemeinde Markt Wald als „Wacken des Südens“ inzwischen herumgesprochen zu haben. Und die Freunde der gepflegten Rockmusik kamen bei Weitem nicht nur aus der Region.

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Als Bernhard Weiß nämlich eine Besucherin aus der ersten Reihe zum Mitspielen auf die Bühne holte, stellte sich heraus, dass es sich um Kerstin aus Stuttgart handelte. Zuvor war bereits eine Flasche des extra für dieses Event von den Rockfans of Germany aus Nürnberg hergestellten Rocklokörs von Christian aus der Holledau ersteigert worden. Lediglich die bierseeligen Herren in viel zu knappen Damenshirts, stammend aus den vielfältigen Merchandise-Angeboten der insgesamt zehn Bands, kamen aus der Region.

Cristall Ball kamen aus der Schweiz nach Anhofen

Die weiteste Anreise hatte die Band Maverick. Die aus Nordirland stammenden Musiker hatten ihren Auftritt an ihre am Vortag beendete Deutschland-Tournee angehängt und ihre beiden Special-Guests, 20 Dark Seven und DeVicious, gleich nach Anhofen mitgebracht. Zur besondere Atmosphäre des Festivals gehört, dass der Backstage-Bereich in mehreren Eisenbahnwaggons der Staudenbahn untergebracht ist. Selbst Bands wie Human Zoo, die schon zweimal dabei waren, statteten dem Festival einen Besuch ab. „Der Hubert ist ein guter Freund von uns. Da sind wir spontan hergefahren“, erklärte Sänger Thomas Seeberger.

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Aus der Schweiz kamen Cristall Ball. Deren charismatischer Frontmann Steven Meghany hatte sogar einen Doppeleinsatz. Er sang sowohl bei seiner Stammformation als auch einige Stunden zuvor bei DeVicious aus Karlsruhe. „Das war eine tolle und wertvolle Zeit mit Steven“, zeigte sich DeVicious-Bandleader Alex Frey dankbar. Am 1. Mai will er den neuen Frontmann präsentieren.

Nicht vorstellen brauchten sich die Lokalmatadore Darkness Light, die das Festival eröffneten. „Es war nicht einfach. Es war saukalt auf der Bühne. Wir haben versucht, trotz aller Probleme das Festival würdig zu eröffnen“, so Bandleader Cristian Bettendorf. „Mir hat man die Anspannung schon angemerkt.“ Seine routinierten Mitstreiter wie das Gesangsduo Gaby Weihmayer, Helmut Treichel oder Keyboarder Klaus Geisel ließen sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen.

Bernhard Weiß von Axxis filmte die Besucher in Anhofen

Im weiteren Verlauf des Tages gingen die Umbaupausen flott über die Bühne, kleinere technische Problemchen wurden schnell gelöst. So konnten die Besucher – viele davon mit ähnlich langen Haaren wie die Musiker, die kräftig geschüttelt wurden, schweren silbernen Amuletten und bunten Tattoos – die weiteren Bands wie Vice oder Mad Max, bei denen mit Chris Limburg und Michael Voss ehemalige Bonfire-Gitarristen am Werk sind, oder Stammgast Michaels Bormann’s Jaded Hard genießen.

Ständig wurden die Auftritte oder die Begegnungen mit den Musikern bei diesem familiären Festival mit den Handys festgehalten, was Bernhard Weiß von Axxis dazu veranlasste, die Smartphones einiger Besucher an sich zu nehmen und auf der Bühne zu filmen. So konnte es schon mal passieren, dass ein Sänger, der gerade noch auf der Bühne gestanden war, wenige Minuten später am von den Zusamfunken betreuten Imbissstand oder an der Bar neben einem stand. Die Stimmung war jedenfalls prächtig. Selbst Dark Blue Inc., die kurz nach Mitternacht im mittlerweile ziemlichen kalten Zelt an den Start gingen, konnten mit ihrem extravaganten Stil das Publikum noch erwärmen.

Noch länger gedulden musste sich Dieter „Quaster“ Hertrampf. Der ehemalige Gitarrist der DDR-Kultband Puhdys trat zum Abschluss noch mit Organisator Hubert Teichmann und seinem Sohn in der Allstar-Band an. Rechtzeitig dazu war auch Schlagzeuger Harry Reischmann eingetroffen, der nach einem 28-Stunden-Flug aus Japan direkt vom Flughafen kam. „Ihm war es wichtig, auf dem Heimweg nach Ulm noch zwei Lieder zu trommeln“, freute sich Teichmann, der schon den Termin für die nächste Auflage bekannt gab. Am 25. April 2020 wird der Headliner dann Hardline heißen. Die Geschichte vom „Wacken des Südens“ wird weitergeschrieben.

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