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08.03.2009

Apfelsaft zur Wiedereröffnung

Illerbeuren "Es war höchste Eisenbahn, die St.-Ulrich-Sölde zu richten, denn da war der Holzwurm drin." Das erzählte Franziska Wacker bei der Begrüßung der Gäste. Die langjährige Beschließerin des Illerbeurer Bauernhofmuseums durfte bei der feierlichen Wiedereröffnung des ältesten Museumsgebäudes nicht fehlen. Viele Jahre hatte sie die Schlüsselgewalt über alle Häuser - schloss jeden Morgen die Türen auf und abends wieder zu.

Neben Wacker waren weitere Zeitzeugen unter den Gästen. So berichtete Miriam Zeller, die Witwe des Restaurators und Gründers des Bauernhofmuseums Hermann Zeller, von den Anfängen. Rita Funke, die letzte Person, die in der St.-Ulrich-Sölde geboren wurde, erinnerte sich an Kindheitstage und Dr. Rudolf Fickler erzählte vom geschichtlichen Hintergrund des Museums, an dessen Gründung sein Vater beteiligt war.

"Mit Stolz kann der Bezirk Schwaben auf Illerbeuren schauen", sagte Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert. Vor über 50 Jahren habe man zwar klein angefangen, sei inzwischen aber ganz groß rausgekommen. Der Zahn der Zeit habe leider vor der "Urzelle" des ersten süddeutschen Freilichtmuseums nicht Halt gemacht. Doch die Räume seien wieder so hergerichtet worden, wie sie früher waren.

Mit einem Glas Apfelsaft - wegen der Fastenzeit - wurde die feierliche Wiedereröffnung schließlich besiegelt, bevor der Vorsitzende des Heimatdienstes Illertal, Holger Klockmann, eine Gedenktafel für Hermann Zeller enthüllte. "Mit diesem Haus wurde am 11. Juni 1955 das Museum eröffnet", steht in großen Buchstaben darauf geschrieben. Was der Gründer alles gesammelt, restauriert und in der St.-Ulrich-Sölde untergebracht hatte, zeigte Museumsleiter Dr. Otto Kettemann bei einem Rundgang. In Stube, Küche und Käserei konnten antike Gegenstände bestaunt werden. "Hier sieht man, wie karg das Leben früher war", bemerkte Landtagsabgeordneter Josef Miller.

Apfelsaft zur Wiedereröffnung

Landrat lobt das Museum und nennt es "eine Perle"

Und Landrat Hans-Joachim Weirather unterstrich: "Wir haben den großen Auftrag, die alte Heimat zu erhalten." Viele Jugendliche würden heutzutage das ländliche Leben nicht mehr kennen. "Ich hatte noch das Glück, mit Kühen und Pferden auf einem landwirtschaftlichen Gelände aufzuwachsen", so der Landrat weiter. Deshalb sei für ihn das Illerbeurer Bauernhofmuseum "eine Perle", die noch größer und noch glänzender werden müsse.

Der Kronburger Bürgermeister Winfried Prinz berichtete ebenfalls von Erinnerungen aus seiner Kindheit. "Ich bin auf dem Museumsgelände aufgewachsen." Nach seinen Worten hat Kronburg durch das Museum einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht. Denn "Illerbeuren war vor einigen Jahren nicht einmal in den Landkarten abgedruckt", sagte der Bürgermeister schmunzelnd.

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