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Umwelt

21.11.2019

Auch der Mensch sorgt für Nitrat im Trinkwasser

Der Bauernverband wehrt sich: Die Landwirtschaft ist nicht der alleinige Verursacher

Woher kommt gesundheitsschädliches Nitrat im Trinkwasser? Ist allein die Landwirtschaft der Verursacher oder spielen auch menschliche Fäkalien eine Rolle? Der Geschäftsführer des Bayerischen Bauernverbandes, Helmut Mader, ist der Aussage im Artikel „Die Gefahr lauert im Untergrund“ entgegengetreten, die Landwirtschaft gelte als Verursacher.

Mader schreibt, die Aussage, „Nitrat scheint dagegen nicht durch undichte Abwasserkanäle ins Trinkwasser zu gelangen. Hier gilt die Landwirtschaft als der Verursacher... bevor es dann zu elementarem Stickstoff umgewandelt wird“ sei fachlich nicht haltbar und falsch. Sowohl menschliche als auch tierische Fäkalien enthalten Stickstoff, und zwar in Form von Ammoniumstickstoff (NH4 +) und organisch gebundenem Stickstoff.

Wenn die Fäkalien durch undichte Abwasserkanäle in den benachbarten Boden gelangen, werden sie dort durch verschiedene Bakterien abgebaut, sodass durch Nitrifikation aus dem organisch gebundenen Stickstoff und dem Ammoniumstickstoff Nitratstickstoff entsteht (NO3 -). Dieser Nitratstickstoff ist auswaschbar ins Grund- oder Trinkwasser. Stickstoff in Form von direktem Nitrat sei weder in tierischen noch in menschlichen Fäkalien enthalten (Kanal, Klärschlamm). Undichte Abwasserkanäle könnten sehr wohl zu einer Nitratanreicherung im Grund- oder Trinkwasser führen, eben durch die Nitrifikation, betont Mader.

Die kommunalen Kläranlagen in Bayern beseitigten auch bei Weitem nicht alle Inhaltsstoffe des Klärschlammes, „sondern 22,4 Prozent des Stickstoffs und 11,2 Prozent des Phosphors verlassen die Kläranlage ungereinigt und belasten die Bäche und Flüsse.“ Deshalb sei es unredlich zu suggerieren, dass das gesamte Nitrat im Grund- und Trinkwasser aus der Landwirtschaft stammt, sondern, je nach Gemeinde und Gegend sei einiges vom Menschen verursacht. (mz)

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