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Nassenbeuren

22.11.2018

Auf Feuerwehrleute warten neue Gefahren auf den Gleisen

Die Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Buchloe und Memmingen stellt die Feuerwehren im Landkreis vor neue Herausforderungen. Unser Bild zeigt die Bogenbrücke in Westerheim.
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Die Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Buchloe und Memmingen stellt die Feuerwehren im Landkreis vor neue Herausforderungen. Unser Bild zeigt die Bogenbrücke in Westerheim.
Bild: Franz Kustermann

Bei der Tagung der Feuerwehr-Kommandanten in Nassenbeuren geht es auch um die Herausforderungen nach der Elektrifizierung im Unterallgäu.

1771 Feuerwehrleute, darunter 101 Frauen, sorgen im östlichen Landkreis dafür, dass die Bürger ruhig schlafen können. Sie mussten in den vergangenen zwölf Monaten 814 Mal ausrücken, wie Kreisbrandinspektor Wolfgang Heimpel bei der Herbstdienstversammlung des Feuerwehrinspektionsbereiches Ost in Nassenbeuren berichtete. Die Zahl der Einsätze sei insgesamt um 26 gestiegen, so Heimpel in seiner Bilanz. Bei den 104 Brandeinsätzen gab es sechs Groß-, 29 Mittelbrände und 47 Kleinbrände. Die technischen Hilfeleistungen rücken immer mehr in den Vordergrund. An der Spitze stehen 70 Verkehrsunfälle. „Das sind die nackten Zahlen. Welche Eindrücke und welche Folgen dahinter stehen, das wissen die Kameraden am besten“, sagte Heimpel und kündigte an, dass man den psychologischen Beistand für die Feuerwehrleute ausbauen werde.

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Die Wetterkapriolen schlagen sich ebenfalls in dieser Statistik nieder. Es gab 29 Einsätze bei Hochwasser oder Wassernot sowie 41 Einsätze nach Sturmschäden zu verzeichnen. Dieser Sommer habe den Feuerwehrleuten alles abverlangt, so Heimpel weiter. Es habe permanente Waldbrandgefahr geherrscht und die Temperaturen hätten den Atemschutzträgern noch mehr als früher eingeheizt. 88 Mal wurden die Wehren zu Wohnungsöffnungen bei aktueller Gefahr gerufen.

Um 254 verunglückte Personen habe man sich kümmern müssen, 96 wurden von den Wehren gerettet, 103 medizinisch versorgt oder betreut, leider waren auch zwölf Todesfälle zu beklagen.

Auf Feuerwehrleute warten neue Gefahren auf den Gleisen

Die Elektrifizierung der Bahnstrecke im Unterallgäu birgt Gefahren für die Feuerwehr

Und die Arbeit wird nicht weniger. Mit der Elektrifizierung der Bahnstrecke Buchloe–Memmingen tauchen neue Gefahren auf, wie DB-Notfallmanager Patrick Wolf von der Deutschen Bahn erklärte. Er erläuterte zunächst den Notfallplan, es gebe zwei Zuständigkeitsbereiche, einmal die Fahrzeuge und weiter die Infrastruktur. In Zukunft bestehe bei Bahnunfällen eine weitere Gefahr durch herabhängende Oberleitungen. Sind diese unter Strom, so müsse ein Mindestabstand von zehn Metern eingehalten werden. Erst wenn die Bahn die Unfallstelle freigebe, könne man sich nähern. Dabei reiche Ausschalten nicht, die Leitungen müssten geerdet werden.

Derartige Einsätze seien nur durch motivierte und bestens ausgebildete Feuerwehren möglich, betonte Heimpel. Dazu gehöre auch eine effektive Organisationsstruktur, mit dem Kreisbrandrat und den Kreisbrandinspektoren sowie den Kreisbrandmeistern an der Spitze. Fünf Fachkreisbrandmeister sorgten für eine breit gefächerte Ausbildung für Maschinisten und in den Bereichen Atemschutz, Kommunikationstechnik und Gefahrengut.

Die Feuerwehren aus Mindelheim und dem Unterallgäu arbeiten gut zusammen

Gut für die Zusammenarbeit seien immer die gemeinsamen Übungen verschiedener Feuerwehren aus der Region.

Um die Schlagkraft zu erhöhen gebe es die Leistungsprüfungen. Im Bereich „Gruppe im Löscheinsatz“ gab es 18 Abnahmen mit 162 Teilnehmern. Sieben Abnahmen habe es im Bereich Jugendleistungsprüfung gegeben. Heimpel bedankte sich in diesem Zusammenhang besonders bei Johann Roch für die Koordination der Termine und den Schiedsrichtern.

Herausragendes Ereignis in jüngster Zeit war laut Heimpel der Neubau des Landkreisschulungszentrums in Mindelheim, der im Mai beim Kreisfeuerwehrtag seiner Bestimmung übergeben wurde. Heimpel bedankte sich beim Kreis und den Gemeinden für die Bereitstellung der Mittel. Der Kreisbrandinspektor rief abschließend seine Kameraden auf, die Fortbildung nicht aus den Augen zu verlieren. Leider sei die Teilnehmerzahl bei den Funkübungen rückläufig. Er verwies weiter auf die zahleichen Lehrgänge der staatlichen Feuerwehrschulen. Leider sei der Bedarf höher als die Zahl der angebotenen Lehrgänge. Weiter würden auch Lehrgänge auf Landkreisebene angeboten.

Dass die Feuerwehren keine Nachwuchssorgen haben, dafür sorgt die Jugendfeuerwehr. Kreisjugendfeuerwehrwart Andreas Thiel zeigte sich stolz auf seine 13 Jugendfeuerwehren im Bereich Ost mit 159 Jugendlichen, davon 40 Mädchen. Bei seinem Bericht wurde deutlich, dass bei den Aktivitäten der Jugend auch die gesellige Seite nicht zu kurz kommt.

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