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Advent

16.11.2017

Auf dem Weg ins Krippenparadies

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Oskar Jäkel verbringt derzeit jede freie Minute im Keller seines Hauses, wo eine große orientalische Krippe entsteht. Sie soll ein Hingucker bei der großen Krippenausstellung in der Alten Schule werden. Da zählt jedes Detail.
Bild: Franz Issing

In Bad Wörishofens Innenstadt und diesmal auch in Kirchdorf sind heuer 130 Krippendarstellungen zu bestaunen. Ein Besuch im Bastelkeller.

So weit, wie für die Weisen aus dem Morgenland, ist der Weg nach Bethlehem längst nicht mehr. In Bad Wörishofen reicht dazu ein Ausflug in die Innenstadt – oder heuer auch nach Kirchdorf. Für Krippenfans ist die Kneippstadt diesmal besonders attraktiv. Damit alles klappt, laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Bethlehem ist in den ehemaligen Klassenzimmern der Alten Schule Kirchdorf überall. Dort sind vom 25. November bis 10. Dezember 55 sowohl professionell geschnitzte, wie auch von Hobbykünstlern gefertigte Domizile für die Heilige Familie zu bewundern. Zu sehen sind Hütten und Rindenhöhlen, maurische Paläste und alpenländische Ställe. Oskar Jäkel aus Kirchdorf hat das Geschehen um die Geburt Christi in eine Tempelruine verlegt. Seit Juni feilt der pensionierte Berufssoldat in seiner Werkstatt an einer Weihnachtskrippe im orientalischen Stil, mit der er bei der Ausstellung glänzen will. Viele hundert Stunden hat der Hobbykünstler bereits in den Krippenbau investiert. „Da wird mal wieder was nicht so wie man es sich vorstellt, man muss einreißen und baut wieder neu und das alles ist sehr zeitaufwendig“, berichtet der 56-Jährige.

„Auf der letzten Etappe nach Bethlehem ist mein Mann halbe Tage nur noch im Keller in seiner Werkstatt anzutreffen“, verrät Ehefrau Cornelia mit einem Augenzwinkern. Im „Untergrund“ seines Wohnhauses hat Oskar Jäkel, auch begeisterter Modellflugzeugbauer, in den letzten 20 Jahren viele Behausungen für Maria, Josef und das Jesuskind errichtet. Vorwiegend im orientalischen Stil. „Die stehen bei meinen Kindern und auch bei Verwandten“, erwähnt er und auch, dass er auf Wunsch auch „alpenländisch“ kann. Seine eigene Krippe füllt das gesamte Treppenhaus.

Krippenbauen ist für den ehemaligen Soldaten eine von vielen Möglichkeiten, sich auf Weihnachten, auf die Geburt Christi einzustimmen. Wird er nach den von ihm verwendeten Materialen gefragt, macht er daraus kein Geheimnis. Als Baumaterialen für Jäkels Krippenställe müssen unter anderem Dämmfaserplatten, Baumwurzeln, Moos, und Korkrinde herhalten. Kurios, was er den Gebäuden noch alles „verordnet“. Für die Dachplatten schneidet er Makkaroni-Nudeln auf und klebt diese auch auf die Gemäuer. Für seine Ausstellungskrippe hat der Künstler Kamel und Heilige Drei Könige als Rohlinge gekauft und Kaspar, Melchior und Balthasar selbst farbig gefasst. Jäkel hat sich auch schon im Schnitzen versucht und will es auch mit der Hintergrundmalerei probieren. „Damit die Weihnachtsgeschichte vor passender Kulisse erzählt wird“, begründet er seine künstlerischen Pläne.

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Doch wie kam Oskar Jäkel zum Krippenbau? „Vor 30 Jahren“, erinnert er sich, „bekam ich von meiner Tante einen größeren Geldbetrag und sollte mir davon zur Erinnerung an sie etwas Schönes kaufen“. Die Wahl fiel auf die Heilige Familie samt Ochs und Esel. Jahrelang fristeten diese Figuren im Wohnzummerschrank ihr Dasein. Bis Oskar Jäkel mit seiner Frau in der Pfarrkirche St. Ulrich eine von Franz Bucher gebaute Weihnachtskrippe entdeckte, die ihm auf Anhieb gefiel „und exakt meinem Geschmack entsprach“. Der Kirchdorfer fing sofort Feuer und ließ sich von dem „Krippenbaumeister“ Bucher aus der Gartenstadt in die Kunst der Errichtung von Herbergen für Maria, Josef und das Kind einweisen.

Eines wurde ihm dabei schnell klar. „Das Handwerk Schnitzen oder auch das Krippenbauen erlernt man nur durch Übung und das Einbringen eigener Ideen und nicht durch stupides Nachbauen von bestehenden Exponaten“.

Diese Erkenntnis wird auch den Besuchern der Kirchdorfer Krippenausstellung vermittelt. Die Schau wird am Samstag, 25. November, um 13 Uhr vom Schirmherrn Bürgermeister Paul Gruschka und Stadtpfarrer Andreas Hartmann eröffnet.

Ebenfalls am 25. November um 18.30 Uhr (Leusser-Platz) öffnet der Bad Wörishofer Krippenweg. Gemeinsam mit Bürgermeister Gruschka wandern die Gäste ein Stück auf den 2,5 Kilometern durch Bad Wörishofens Zentrum. Bis zum 6. Januar kann der Krippenweg begangen werden. Heuer sind über 75 Darstellungen der Heiligen Nacht in den Schaufenstern zu bewundern, berichtet Bad Wörishofens Veranstaltungsleiterin Anna-Marie Schluifelder.

An jedem Freitag im Dezember, jeweils um 14 Uhr, können auf einem Teilstück des Weges zudem ausgewählte Weihnachtskrippen mit einer erfahrenen Führerin erkundet werden. Krippenfans kommen also voll auf ihre Kosten.

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