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Hobby

16.02.2015

Auf der Reha kaufte sie ihr erstes Puppenkind

Wenn der Tag einmal nicht so gut läuft, setzt sich Ottilie Deutsch zu ihren Puppenkindern und schon ist alles halb so schlimm.
Bild: Reinhart Stegen

Ottilie Deutsch liebt ihre Puppenkinder

Es war die Wiederbegegnung mit einer alten Liebe, als die heute 86-jährige Ottilie Deutsch aus Ettringen, zur Reha in Ichenhausen, in den Schaukasten im Klinikfoyer blickte. Eine Vielzahl anmutiger, verschmitzter und putziger Puppenaugen sahen sie an. Da war es um sie geschehen. Ohne zu zögern betrat sie den Laden und ließ sich das goldige Mädel mit den Zöpfen und dem kleinen braunen Bären auf dem Arm auf ihren Namen zurücklegen. Sie hatte nämlich ihre Geldbörse nicht eingesteckt. Das war im Jahr 2000, und seitdem ist ihre Puppensammlung unaufhörlich gewachsen.

Nachdem sich Ottilies neu entfachte Puppenliebe im Bekanntenkreis herumgesprochen hatte, stellte sich die Frage nach einem passen Geschenk etwa zum Geburtstag nicht mehr: Sie bekam Puppen zu allen Gelegenheiten. Und dann passierte es auch immer mal, dass sie beim Blick in ein kesses Puppengesicht selbst nicht widerstehen konnte und einen dreistelligen Betrag investierte.

Zu ihren Schätzen zählt eine Babypuppe in Originalgröße

Neben ihrem in Ichenhausen erworbenen Puppenmädel liegt ihr besonders ein Baby in Originalgröße in einem Kinderwagen der 1960er Jahre am Herzen.

Stolz ist sie auch auf ihre Puppenstube. Die Möbel sind geschätzte 80 Jahre alt und wurden ihr von einer alten Freundin geschenkt, die sich von den Erinnerungsstücken aus ihrer Kindheit über all die Jahre nicht hatte trennen können. Ottilies Sohn bastelte passend zu den Möbeln die Puppenstube, in der sie nun Platz finden.

Auf die Frage nach dem Grund für ihre Leidenschaft meint Ottilie Deutsch: „Ich war ja fast ein Einzelkind, weil mein viel älterer Bruder bereits aus dem Haus war“. So traf sie sich zwar mit den anderen Kindern im Dorf regelmäßig draußen zum Spielen, aber zu Hause umgab sie sich mit ihren Puppen. An die fantasiereichen Rollenspiele denkt sie gerne zurück, die sie bei der gegenwärtigen Computer- und Games-Generation vermisst.

Gezählt hat sie die Puppen ihrer Sammlung nicht, vergrößern will sie sie aber auch nicht mehr, da ist sie sich sicher. Jetzt ist Schluss.

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