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Primiz in Oberrieden

09.07.2015

Aus der Küche in die Kirche

Er radelt gern und ist in seiner Freizeit auch mit der Kamera unterwegs: Gelernt hat der Primiziant Martin Schmid aber Koch.
Bild: Franz Issing

Martin Schmid war erst Koch und feiert nun seinen Start als Priester in Oberrieden

Seinen Haushalt kann der Neupriester Martin Schmid aus Oberrieden selbst führen. Auch seine Gäste mit leckeren Gaumenkitzlern zu verwöhnen, dürfte für ihn ein Kinderspiel sein. Schließlich absolvierte der 39-Jährige, bevor ihn der Herr in seinen Weinberg berief, im Mindelheimer Restaurant Weberhaus eine Kochlehre. Schon damals sagten ihm seine Kollegen: „Aus dir wird amal a guada Pfarrer.“ Jetzt setzte Martin Schmid in die Tat um, was ihm einst in der Küche prophezeit wurde. Erzbischof Franz Lackner weihte ihn im Salzburger Dom zum Priester.

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Am Sonntag, 12. Juli, feiert der einst „fleißige Ministrant“ in seiner Heimatpfarrei am Sportgelände in Oberrieden sein erstes Messopfer. Seit Monaten sind zahlreiche Gremien im Dorf mit der Vorbereitung des festlichen Ereignisses beschäftigt. Schließlich feiert man nicht alle Tage in Oberrieden Primiz.

„Die Freude an Gott ist meine Stärke“ lautet der Wahlspruch von Martin Schmid, der die Küche mit der Kirche vertauschte , sein Leben total umkrempelte und in den Orden der „Missionare vom kostbaren Blut“ in Salzburg-Parsch eintrat. Seine Ordensbrüder ermutigten ihn, das Abitur nachzuholen und damit den entscheidenden Schritt auf dem Weg zum Priestertum und zu seinem Traumberuf zu tun.

Aus der Küche in die Kirche

Die Menschen dürfen ihn jederzeit anrufen

Im Jahre 2009 wechselte Schmid dann ins Salzburger Priesterseminar und studierte in der Domstadt Theologie. Ganz nahe bei den Menschen zu sein, sich dort aufzuhalten, wo sich deren Alltag abspielt, ist dem jungen Seelsorger besonders wichtig. Pfarrei ist für ihn „wie eine große Familie“, für die er bedingungslos da sein möchte. „Ich habe nichts dagegen, wenn die Leute mich zu jeder Tages- und Nachtzeit anrufen, wenn sie irgendwo der Schuh drückt“, bemerkt er.

Martin Schmid bezeichnet sich selbst als „geselligen Typ“. Er genießt das Zusammensein mit seiner Mutter und der Familie seines Bruders Ulrich, wenn er auf Heimaturlaub in Oberrieden ist. Der Vater ist 1991 gestorben. Seine Tante Martina, Ordensfrau im Dominikanerinnenkloster Bad Wörishofen, feierte kürzlich ihre goldene Profess.

Ein Leben ohne Musik kann sich der junge Priester nicht vorstellen. Er mag Volksmusik, aber auch Pop und Rock. In seiner Freizeit radelt er gerne oder ist mit der Kamera unterwegs, um Blumen und Natur zu fotografieren. Nach der Primizfeier in Oberrieden tritt Martin Schmid im österreichischen Pfarrverband Mittersill als Kooperator an.

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