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14.11.2009

Aus einer Brücke wurden zwei

Türkheim Operation gelungen. Der "Patient" ist in bester Verfassung und kann täglich Tausende von Besuchern auf zwei oder vier Rädern empfangen. Seit gestern haben Autofahrer und Radler, welche die Kreisstraße MN 10 von Türkheim-Bahnhof in Richtung Wiedergeltingen passieren wollen, nach zehn Monaten Vollsperrung wieder "grünes Licht". Die neue Wertachbrücke am Zollhaus bei Irsingen wurde im Rahmen einer kleinen Feier für den Verkehr freigegeben.

Das die Wertach überspannende Bauwerk wurde als freitragende Konstruktion (Einfeldbauwerk) mit 45 Metern Stützweite errichtet. Dabei kamen die Brückenbauer auch an einer Sanierung der Kreisstraße MN 10 auf einer Länge von 540 Metern nicht vorbei. "Wenn schon, denn schon", mag sich der "Bauherr Landkreis" gedacht haben und nahm kurzerhand auch den Neubau der maroden Mühlbachbrücke an der Flurgrenze mit in Angriff. Die Erneuerung eines 150 Meter langen Straßenstücks inbegriffen. Zusätzlich spendierten Landkreis sowie die Gemeinden Türkheim und Wiedergeltingen den Fußgängern und "Pedalrittern" einen 2,50 Meter breiten Geh- und Radweg, der jetzt vom Gymnasium Türkheim bis Buchloe durchgehend befahrbar ist.

Dies freut besonders die vier Frauen vom Arbeitskreis "Radweg", die seit dem Jahre 2000 für diese Verbindung gekämpft haben. "Wir sehen uns endlich", so Norda Klette, "am Ziel unserer Wünsche". Das vom Landkreis geschnürte Baupaket beinhaltet die Errichtung einer neuen Wertach- und Mühlbachbrücke, etwa 2,5 Kilometer Straßenausbau mit Anlage von Mittelinseln und Abbiegespur sowie den Bau von 2,2 Kilometern Geh- und Radweg.

Auch Anlieger beteiligt

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Zur Verbesserung der Infrastruktur im östlichen Landkreis hat der Landkreis tief in die Tasche gegriffen und 2,7 Millionen Euro lockergemacht. Mit je 20 Prozent beteiligen sich auch die Anliegergemeinden an den Kosten für Rad- und Gehwege, auf denen Landrat Hans-Joachim Weirather künftig viele Kinder sehen will, die mit einem Schulranzen auf dem Rücken das Gymnasium Türkheim ansteuern.

Wie der Landkreischef sehen auch die Bürgermeister Silverius Bihler und Michael Schulz das Geld für Brücken- und Straßenbau gut angelegt. Unisono dankten sie den beteiligten Firmen und Handwerkern für zügigen Baufortschritt und zeigten sich von der "einvernehmlichen Kooperation" mit den Grundstückseigentümern sehr angetan. Dass es während der gesamten Bauzeit keinen Unfall gab, werteten alle Redner als "gutes Omen".

Pfarrer Bernhard Hesse, der die neue Wertachbrücke segnete und die Grüße der evangelischen Kirchengemeinde mit überbrachte, hätte eigentlich gar kein Weihwasser mitbringen müssen. Das schickte Petrus reichlich von oben. Ob der Dusche aus dem Himmel scherzte der Geistliche: "Eigentlich hätte ich nur den Regen segnen brauchen."

Angesichts des schlechten Wetters fiel der offizielle Teil der Brückenfreigabe recht kurz aus. Fest- und Zaungäste waren froh, dass Ludwig Wiedemann sie zu einem Stehempfang ins Trockene und Warme, in die Villa Zollhaus, einlud.

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