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Unterallgäu

21.10.2020

Ausnahmeregel, Gerüchte und mehr: So ist die aktuelle Corona-Lage im Unterallgäu

Solange die bayerische Corona-Ampel im Unterallgäu auf Rot steht, müssen alle Schüler, also auch Grundschüler, im Unterricht eine Alltagsmaske tragen. Eine vom Landkreis angestrebte Ausnahmeregelung wurde nicht genehmigt.
Bild: Gregor Fischer, dpa

Plus Der Landkreis Unterallgäu hat eine Ausnahmegenehmigung für Schüler beantragt – und nicht bekommen. Das sagt das Krankenhaus Mindelheim über Corona-Gerüchte.

Seit Montag ist das Unterallgäu mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 50 offiziell Corona-Risikogebiet. Um die Ansteckungsgefahr zu senken, gelten deshalb wie berichtet die verschärften Regelungen der bayerischen Infektionsschutzverordnung und nicht mehr wie zuvor die Allgemeinverfügung des Landkreises. Diese hatte es Schülern aller Altersstufen erlaubt, die Mund-Nasen-Bedeckung im Klassenzimmer abzusetzen, sofern sie in einem festen Klassenverbund unterrichtet werden. Das hätte der Landkreis den Schülern gerne auch weiterhin ermöglicht, doch dieser Ausnahmeregelung von der allgemeinen Maskenpflicht hätten die Regierung von Schwaben und das Gesundheitsministerium zustimmen müssen – und die lehnten den Antrag ab. Solange die bayerische Corona-Ampel im Unterallgäu auf Rot steht, müssen deshalb Schüler ab der ersten Klasse nun auch weiterhin während des Unterrichts eine Alltagsmaske tragen.

So reagiert Landrat Alex Eder auf die Absage zur Maskenpflicht-Ausnahme

Landrat Alex Eder zeigte sich von dem Nein zur gewünschten Ausnahmeregelung enttäuscht: „Ich halte diese Vorschrift vor allem für jüngere Kinder nicht für zumutbar. Zudem bestätigt auch das RKI inzwischen, dass Kinder und jüngere Jugendliche nicht Treiber der Pandemie sind. Unser Vorschlag der Ausnahme für feste Klassenverbünde, in denen stets der gleiche Sitznachbar links und rechts sitzt, hätte in meinen Augen ein sehr gutes Mittelmaß dargestellt“, so Eder auf Anfrage der MZ.

Aktualisierung 21. Oktober: Landrat Alex Eder hat entschieden, dass in Grundschulen keine Maskenpflicht herrscht. Mehr dazu hier: Landrat entscheidet: Keine Maskenpflicht für Grundschüler im Unterallgäu

Die Lage im Unterallgäu stellt sich derweil folgendermaßen dar: Der Inzidenzwert ist am Dienstag trotz zehn Neuinfektionen auf 52,98 gesunken und es waren nachweislich 113 Unterallgäuer mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl derer, die seit Mitte März an oder mit der Infektion gestorben sind, stieg von zuletzt 20 auf 21. Details zu dem Verstorbenen wurden nicht bekannt. In Memmingen ist der Inzidenzwert inzwischen auf 83,9 gestiegen, 37 Bürger sind dort nachweislich infiziert. Wie am Dienstagabend bekannt wurde, wurde der Kindergarten in Warmisried wegen mehrerer Corona-Fälle bis Dienstag kommender Woche geschlossen.

So viele Corona-Fälle gibt es derzeit in den Kliniken im Allgäu

In den Krankenhäusern im Klinikverbund Allgäu gab es am Dienstag 13 Corona-Verdachtsfälle, je drei davon in Mindelheim und Ottobeuren. Sieben Corona-Patienten wurden auf einer Normalstation behandelt, davon vier in Mindelheim, und insgesamt vier auf der Intensivstation in Immenstadt. Im Memminger Klinikum gibt es derzeit acht Corona-Patienten auf der Normal- und einen auf der Intensivstation. Ab Donnerstag, 22. Oktober, sind in der Memminger Klinik Besuche nur noch im Ausnahmefall erlaubt. Besucht werden dürfen dann etwa nur noch Sterbende und minderjährige Patienten von einem Elternteil. Auch bei Geburten ist weiterhin eine Begleitperson erlaubt.

Es gibt Corona-Gerüchte über das Mindelheimer Krankenhaus - so äußert sich die Klinik

Gerüchte, wonach sich gleich mehrere Unterallgäuer im Mindelheimer Krankenhaus mit dem Coronavirus infiziert hätten und eine Station dort wegen einer infizierten Mitarbeiterin geschlossen werden musste, wies Sprecherin Kirsten Boos zurück. Richtig sei, dass sich im Mindelheimer Krankenhaus bislang ein Patient bei einem zunächst nicht als infiziert erkannten Mitpatienten angesteckt hat. Dieser habe keinerlei Symptome gezeigt und sei – wie alle Bewohner eines Pflegeheims – bei der Entlassung routinemäßig getestet worden. Dabei war das Ergebnis dann positiv. „Die Klinik Mindelheim hat umgehend die Isolation und Testung aller Kontaktpersonen veranlasst“, so Boos. Um den hohen Sicherheitsstandard in der Klinik halten zu können, seien darüber hinaus auch alle weiteren Mitarbeiter und alle Patienten der Station isoliert und getestet worden. Alle durchgeführten Tests waren aber negativ.

Boos bestätigte außerdem, dass sich auch eine Pflegekraft des Mindelheimer Klinikums mit dem Virus infiziert hat, allerdings nicht am Arbeitsplatz, sondern im privaten Umfeld. „Die Verantwortlichen reagierten umfassend und konnten so verhindern, dass die betreffende Station geschlossen werden musste“, teilte Boos mit. Auf der Station, auf der die Pflegekraft arbeitet, seien in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt alle Kontaktpersonen getestet worden. „Dabei wurden jedoch keine Folgeinfektionen gefunden. Es wurde demnach auch keine Station geschlossen.“ Als Folge dieses Vorfalls sowie aufgrund der steigenden Infektionszahlen wurde in der Klinik Mindelheim der Covid-Abklärungs- und Behandlungsbereich wieder erweitert und auf eine ganze Station ausgeweitet.

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