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Bad Wörishofen
23.11.2021

Betrug mit Lotteriegewinn: Wörishofer verliert mehrere tausend Euro

Mit einem Gewinnversprechen am Telefon haben Betrüger einen Mann aus Bad Wörishofen um viel Geld gebracht.
Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Mit der Aussicht auf einen hohen Gewinn nehmen Kriminelle einem Mann aus Bad Wörishofen immer mehr Geld für angebliche Gebühren ab.

Die Aussicht auf einen hohen Gewinn hat einen Mann aus Bad Wörishofen am Ende viel Geld gekostet – er fiel auf Betrüger herein. Die Polizei warnt vor der Masche, mit der Kriminelle im vergangenen Jahr alleine in unserer Region mehr als 90.000 Euro erbeutet haben.

Die angeblich frohe Botschaft erreichte den 55-jährigen Bad Wörishofer am vergangenen Freitag. Telefonisch wurde ihm mitgeteilt, das er 38.500 Euro in einer Lotterie gewonnen habe. Zur Abwicklung der Auszahlung und Übergabe des Gewinns kontaktierte ihn später noch ein Mann, der sich als Mitarbeiter einer Werttransportfirma ausgab. Dabei erfuhr der Wörishofer, dass er vorab Gebühren für die Auszahlung und den Geldtransport bezahlen müsse. Zunächst wurde eine hohe dreistellige Summe für angebliche Notarkosten fällig. Dann verlangten die Betrüger eine vierstellige Summe für den Transport des Geldes.

Die Kriminellen verlangten unter anderem 2000 Euro für Geldkoffer

Bezahlt werden sollte in Guthabenkarten. Der Wörishofer ging darauf ein, besorgte die Guthabenkarten und übermittelte die dort aufgedruckten Codes an die Betrüger. Die gaben sich damit aber nicht zufrieden. Am Montag verlangten die Täter laut Polizei eine weitere Zahlung für den Transport. Erneut sollte der Wörishofer eine vierstellige Summe in Gutscheinkarten übermitteln. Der 55-Jährige besorgte auch diesmal die Karten und nannte den Betrügern die Codes. Das versprochene Geld gab es aber immer noch nicht – stattdessen eine weitere Forderung. 2000 Euro sollten es diesmal sein, für die Geldkoffer.

Als der 55-Jährige erneut Gutscheinkarten kaufen ging, wiesen in Angestellte des Geschäfts auf die Betrugsmasche mit diesen Karten hin. Der Mann ging zur Polizei. Bis zu diesem Schritt hatten die Unbekannten aber schon eine mittlere vierstellige Euro-Summe kassiert.

Die Polizei erklärt, wie die Betrüger am Telefon vorgehen

Das Versprechen angeblich hoher Gewinne ist eine Masche, die Betrüger in den unterschiedlichsten Varianten anwenden, warnt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West. Sie melden sich zumeist per Telefon – manchmal auch per E-Mail – bei ihren Opfern und behaupten, diese hätten bei einem Gewinnspiel eine hohe Summe, ein teures Auto oder andere Preise gewonnen. Allerdings könne der Gewinn nur nach Zahlung einer „Bearbeitungsgebühr“ übergeben werden.

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Die Kriminellen geben klare Zahlungsanweisungen: Sie schicken ihre Opfer beispielsweise zur Post, um die angeblichen Kosten – häufig eine Summe von mehreren hundert bis über tausend Euro – zu überweisen, zum Beispiel per Bargeldtransfer, wie in dem Fall aus Bad Wörishofen. Empfänger sind nach den Erkenntnissen der Polizei überwiegend Personen im Ausland.

So funktioniert die Betrugsmasche mit Gutscheinkarten

Der Betrug funktioniert aber auch mit Gutscheinkarten, die es für eine Vielzahl von Online-Käufen gibt. Diese Karten gibt es als Gutscheine an vielen Tankstellen sowie in Einzelhandelsgeschäften. Mit den Guthabenkarten erhält der Käufer eine individuelle Nummer (PIN). „Diese Nummer ist quasi Bargeld, denn wer sie hat, kann damit im Internet einkaufen“, betont die Polizei. Deshalb erfragen die Betrüger unter einem Vorwand die Gutschein-Nummer bei ihren Opfern, um damit im Internet auf Einkaufstour gehen zu können.

Das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West registriert in diesem Bereich der Betrügereien zwar sinkende Zahlen. Im vergangenen Jahr wurden noch 257 Anrufe dieser Art aktenkundig. Dieses Jahr seien es bislang rund 140. Dabei entstand aber im letzten Jahr noch ein Betrugsschaden von über 90.000 Euro, dieses Jahr verzeichnet das Präsidium rund 50.000 Euro.

„Ähnlich, aber nicht ganz so günstig“ entwickele sich die Lage im Landkreis Unterallgäu und der Stadt Memmingen, teilt die Polizei mit. 2020 nahmen die Polizistinnen und Polizisten noch 38 Anzeigen entgegen, dieses Jahr sind es bis dato 24. Der entstandene Schaden beziffert sich im vergangenen Jahr auf rund 22.800 Euro, dieses Jahr liegt die Summe bei etwa 7500 Euro.

Die Polizeiinspektion Bad Wörishofen rät weiterhin zu großer Vorsicht. Wer nicht an einer Lotterie teilgenommen habe, könne auch nichts gewinnen, daran sollte man bei solchen Anrufen zuerst denken. Niemals Gebühren vorab zahlen, lautet ein weiterer Tipp. Zudem sollten niemals persönliche Informationen wie Telefonnummern und Adressen, Kontodaten, Bankleitzahlen, Kreditkartennummern oder Ähnliches geteilt werden. Im Zweifelsfall sollten Angerufene bei der Polizei nachfragen. (mz, m.he)

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