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Familienbad

21.06.2013

Bad Wörishofen: Therme soll mit 14 Millionen Euro erweitert werden

Noch endet die wellenförmige Glasfassade der Therme Bad Wörishofen ziemlich abrupt. Das soll sich nun ändern. Die Fassade wird im Bild nach rechts weitergeführt. Der Anbau schließt das rote Gebäude ein. Das Innere soll einem Kreuzfahrtschiff gleichen.
Bild: Karin Donath

Mit 14 Millionen Euro soll ein Anbau der Therme in Bad Wörishofen finanziert werden. Doch die Bad Wörishofer fahren mittlerweile lieber wo anders hin, sagen Kritiker.

Passend zur Temperatur im Sitzungssaal beschäftigte sich der Stadtrat am Mittwochabend mit dem Thema Sauna. „Bitte behalten Sie Ihre Kleidung trotzdem an“, scherzte Bürgermeister Klaus Holetschek (CSU). Die im Raum stehende Millionen-Investition machte nicht nur ihm gute Laune. Thermen-Erbauer Josef Wund möchte das bestehende Bad um einen großen Komplex an der Nord-West-Seite erweitern, der bestehende rote Gebäudeteil soll integriert werden. Wund sagte gestern, dass die Fassade in der bekannten Wellenform fortgesetzt wird. Betritt man das Gebäude, sollen sich die Gäste aber wie in einem Kreuzfahrtschiff fühlen. Entsprechend baut Wund einen dreistöckigen Schiffskörper ein, der 55 Meter lang sein wird. Abgebildet werde etwa ein Drittel eines echten Schiffs, sagt Wund.

Neue Arbeitsplätze durch Millionenprojekt der Bad Wörishofer Therme

Zwischen 12 und 14 Millionen Euro werde das Projekt kosten. Mit dem Bau will Wund schon im Winter beginnen. Die Eröffnung ist für den Herbst 2014 vorgesehen. Es entstehen weitere Arbeitsplätze, wie viele konnte Wund jetzt noch nicht sagen.

In das Gebäude werden weitere Saunen auf dem „Mitteldeck“ integriert, Umkleiden, Sanitärräume und Ruhebereiche auf der obersten Etage. Insgesamt sind rund 3.000 Quadratmeter neue Flächen geplant. Dies erläuterte Bauverwaltungsleiter Bernhard Oberstaller im Stadtrat. „Ein erfreulicher Bauantrag“, sagte Bürgermeister Holetschek.

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Wund wäre aber nicht Wund, wenn er nicht noch ein Ass im Ärmel hätte. Er habe sich Patente auf eine Attraktion im Bereich Schönheit gesichert, sagte er gestern. Um was genau es sich dabei handelt, wollte er allerdings nicht verraten. In Bad Wörishofen könnte jedenfalls etwas Einmaliges entstehen, wenn die Pläne aufgehen, kündigte er an.

Vögele: Der Investor behandelt Bad stiefmütterlich

Dass im Familienbad Blue Fun zumindest etwas Neues entsteht, forderten die Stadtratsmitglieder Thomas Vögele (Freie Wähler) und Michael Scharpf (Grüne). „Es ist traurig, dass man dort für die Wörishofer selbst nichts mehr macht“, kritisierte Vögele. „Die fahren mittlerweile lieber woanders zum Baden hin, glaube ich.“ Man solle beim Investor „nachfassen, warum er das Blue Fun so stiefmütterlich behandelt“, sagte Michael Scharpf.

Das Thema Familienbad werde Bestandteil eines Gesprächs mit Wund sein, kündigte Holetschek an. Vertreter der Stadtratsfraktionen sollen daran ebenfalls teilnehmen. Bekanntlich überweist die Stadt Wund jährlich einen Betriebskostenzuschuss für das Blue Fun. Im Raum stehen rund 500.000 Euro. Im Gegenzug hat die Stadt damals das stark defizitäre städtische Hallenbad geschlossen.

Ausbau des Angebots für Kinder bei Erweiterung der Therme nicht vorgesehen

Josef Wund sagt, er könne das Anliegen der Kommunalpolitiker verstehen, zumal vor einer Wahl. Er sagt aber auch, dass er in Bad Wörishofen pro Wochenende mindestens 2.000 Gäste im Blue Fun bräuchte, wenn sich eine größere Investition lohnen soll. „Aber hier haben wir nun einmal nicht die Masse an Kindern wie andernorts“, sagt Wund. Unter der Woche sei mit einem Bad für Kinder und Jugendliche praktisch kein Geschäft zu machen. Das ist die Lehre aus den spektakulären Galaxy-Actionbädern der Wunds. „Dort läuft es aber an den Wochenenden und in den Ferien sehr gut“, sagt Wund. Deshalb rentiert sich das auch. Zudem wolle man in Bad Wörishofen dem Allgäu Skyline Park keine unnötige Konkurrenz machen. Die Investition in Bad Wörishofen ist trotz der hohen Summe eine der kleineren, die derzeit im Wund-Imperium laufen. In Titisee verdoppelt er die drei Jahre alte Therme für 25 Millionen Euro, in Erding beanspruchen die Wunds praktisch einen ganzen Stadtteil. Zum ohnehin riesigen Bestand kommen ein Hotel in Schiffsform und ein Wellenbad, ein Kinder-Rutschenparadies und vieles mehr. Auch die Therme in Sinsheim gehört zur Wund-Gruppe, die pro Jahr mittlerweile 3,5 Millionen Gäste in ihren Bädern begrüßt, wie Josef Wund sagt. Entsprechend klettert der Umsatz, der nach Wunds Angaben mittlerweile bei rund 100 Millionen Euro liegt.

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