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25.06.2009

Bad Wörishofen punktet mit Österreich

Bad Wörishofen Der Juli ist für Fußballprofis die Zeit der Vorbereitung auf die neue Saison, fast alle europäischen Teams suchen Quartiere für ihre Trainingslager. Im Allgäu schrillten aber zuletzt die Alarmglocken, weil Augsburgs neuer Trainer Jos Luhukay mit der Tradition brach, die Saisonvorbereitung im schönen Oberstaufen zu betreiben, sondern nach Österreich an den Walchsee auswanderte. "Die Musi spielt in Österreich" titelte Sportredakteur Thomas Weiss kürzlich. Entgegen diesem Trend kann die Kneippstadt heuer fast wieder mit einer Sensation aufwarten. Denn vom 13. bis 22. Juli kommt kein Geringerer als Christoph Daum mit seinem neuen Verein Fenerbahce Istanbul in das Heilbad zur Saisonvorbereitung! Auch der 1. FC Köln und der englische Erstligist FC Sunderland waren lange Zeit im Gespräch.

Warum aber der wirklich starke Trend nach Österreich? Die Nachfrage bei Martin Dobelhammer vom Kärntner Tourismusverband brachte interessante Fakten ans Licht. "In Österreich", so Dobelhammer, "haben wir im Zusammenhang mit der Europameisterschaft 2008 gezielt den Fußball als touristisches Geschäftsfeld erschlossen und von unserem Tourismusverband Sondergelder bereitgestellt. Wir haben Programme zum Teambuilding der Mannschaften angeboten und die zahlreich mitgereisten Journalisten betreut. Nachgerüstet wurden auch die Sportanlagen, um optimale Bedingungen zu schaffen." Dabei ist Kärnten noch nicht einmal das klassische Bundesland für Trainingslager, sondern eher Gebiete wie das Salzburger Land, Hermagor oder Bad Kleinkirchheim, die sonst im Wintersport zu Hause sind und sich somit im Sommer ein zweites Standbein erarbeiten. In Kärnten, wo besonders Velden am Wörthersee (heuer der 1. FC Köln) als Trainingslagerort bekannt ist, gab der Tourismusverband übrigens nur die Anschubfinanzierung, jetzt hat eine private Soccer-Camp Gesellschaft die Vermittlung übernommen.

Wenn man dann erfährt, dass in Österreich im Jahr rund 300 Trainingslager bis hin zu Gastspielen von Real Madrid, Inter und AC Mailand stattfinden, dann kann man sich vorstellen, dass das Tourismusland Österreich schnell geschaltet, die Werbewirksamkeit und die Wirtschaftskraft erkannt hat. Vielleicht auch ein Thema für das Allgäu als Region?

Warum aber Bad Wörishofen hier immer noch mit attraktiven Teams aufwarten kann, dürfte zwei Gründe haben: Hier stimmen erst einmal die von der Stadt bereitgestellten tollen Platzbedingungen und die Hotelstruktur. Die Trumpfkarte vor Ort heißt aber Axel Morel. Mit seiner Marketingagentur AMC hat der langjährige Gast der Kneippstadt in seinem Terminbuch fast alle Vereine mit Rang und Namen und es seit dem Jahr 2000 immer wieder geschafft, Mannschaften wie Besiktas Istanbul, den 1.FC Nürnberg, 1860 München, Partizan Belgrad oder die irakische Nationalmannschaft zu holen. "Inzwischen ist das aber nicht mehr so leicht," bilanziert Morel, "so ist der 1. FC Nürnberg nach St. Gallen abgewandert und in Leogang zum Beispiel wurde ein eigener Sportplatz für Trainingslager angelegt. Die Österreicher engagieren sich hier schon stark."

Bad Wörishofen punktet mit Österreich

Trainingsspiele sind wichtig für die Mannschaften

"Wichtig ist aber auch, dass man den Vereinen Spielmöglichkeiten untereinander anbietet, denn die Mannschaften wollen Trainingsspiele absolvieren", berichtet Morel. Dabei dienten diese nach seiner Aussage kaum der Refinanzierung der Trainingslager, dafür sei auch in Österreich die Zuschauerresonanz viel zu gering, es gehe hier mehr um den Trainingseffekt. Gerade bei der Spielevermittlung ist Morel dann ein gefragter Mann in der Branche. Neben dem Highlight mit Fenerbahce Istanbul gastieren heuer immerhin noch die 2. Mannschaft des Deutschen Meisters VFL Wolfsburg (10. bis 19. 7.) mit dem bekannten Trainer Günther-Lorenz Köstner, der FC Ingolstadt (5. bis 13. 7.) mit Horst Köppel und der griechische Erstligist Skoda Xanthis mit Wolfgang Wolf (23.7. bis 8.8.) in Bad Wörishofen. Mit ihm schließt sich dann wieder ein Kreis, denn Wolf war schon mit dem Club vor Ort, was seine Zufriedenheit mit den Bedingungen unterstreicht. Zu diesen gehört auch, und dies betonte Morel ausdrücklich, dass die Zusammenarbeit mit der Vorstandschaft des FC Bad Wörishofen um Hansjörg Settele und Hermann Kohler stets sehr freundschaftlich und vorzüglich funktioniere.

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