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Nahverkehr

31.08.2017

Bahn stellt den Ticketverkauf weiter aufs Abstellgleis

Täglich kommen Dutzende genervte Bahnkunden ins TUI ReiseCenter in der Kaufbeurer Straße 8b, wo vor dem Umzug in die Postagentur die Bahntickets verkauft wurden. Nathalie Gerum hofft, dass es bald eine bessere Lösung gibt.
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Täglich kommen Dutzende genervte Bahnkunden ins TUI ReiseCenter in der Kaufbeurer Straße 8b, wo vor dem Umzug in die Postagentur die Bahntickets verkauft wurden. Nathalie Gerum hofft, dass es bald eine bessere Lösung gibt.
Foto: alf

 Nach der Schließung der Verkaufsstelle in der Postagentur von Irina Lüdendonk reagieren viele Kunden immer noch sauer. Dabei könnte es morgen dort wieder losgehen

Seit gut einem Monat ist der Verkaufsschalter für Bahn-Fahrkartenverkauf in der Postagentur im Bahnhof inzwischen geschlossen – am Ärger der Bahnkunden hat sich jedoch wenig geändert.

Dutzende verärgerte Bahnkunden stehen täglich nicht nur bei Irina Lünendonk in der Poststelle direkt am Bahnhof, sondern auch im TUI-Reisebüro auf der Matte und machen ihrem Ärger Luft. „Viele verstehen einfach nicht, dass wir nicht zuständig sind“, bedauert Verkaufsbüroleiterin Carina Merten. Jetzt hat das Team einen Zettel an der Eingangstür angebracht. Ob’s hilft? Carina Merten vom TUI ReiseCenter in der Kaufbeurer Straße 8b ist da nicht sicher.

Völlig verständnislos ist nach wie vor Irina Lünendonk – in ihrer Postagentur stand bis Ende Juli der Verkaufsschalter – und dort steht er noch heute, allerdings mit einem Schild: „Kein Ticketverkauf mehr. Wir bieten ab sofort keinen Deutsche Bahn-Schalter mehr an“ steht dort. Doch mit Verständnis kann die Postagentur-Betreiberin bei vielen Kunden nicht rechnen, hat dafür aber durchaus Verständnis: „Gerade hier in Bad Wörishofen brauchen viele Bahnkunden eine intensive Beratung und sind mit den Automaten am Bahngleis einfach überfordert“.

Und wenn es nach ihr ginge – gleich morgen könnte der Ticketverkauf wieder starten. Nach wie vor ist die Technik dafür vorhanden, der Schalter steht bereit – man müsste praktisch nur den Computer anschalten. Doch dazu bedarf es geschulten Personals, das Irina Lünendonk im März auch eingestellt hatte. Und ohne entsprechende Fachkenntnis sei das beratungsintensive Geschäft nicht zu schaffen, betont die Agenturchefin.

Dabei hatte Lünendonk mit viel Herzblut in den Räumen der Post einen Verkaufsschalter für Bahnfahrkarten und Fahrplanauskünfte integriert und nach eigenen Angaben alle sonstigen Bedingungen der Deutschen Bahn erfüllt.

Alles lief gut, sogar die Umsätze waren überraschend gut, sagt Lünendonk. Doch das, was sie dafür von der Bahn als Aufwandsentschädigung bekam, hätte nicht einmal die Unterhaltskosten gedeckt: „Es war ein Draufzahlgeschäft, ich musste die Reißleine ziehen.“ Ihre Verhandlungspartner von der Bahn hatten zwar durchaus Verständnis dafür, dass sie als Unternehmerin auch auf ihre eigenen wirtschaftlichen Zwänge achten müsse – geändert an der Position der Bahn habe dies jedoch nichts. Also blieb ihr nur noch der Schritt, die Lizenz wieder zurück zu geben.

Nach wie vor ist Irina Lünendonk bereit, weiter zu machen. Voraussetzung: die Deutsche Bahn müsste nur die Vergütung den tatsächlichen Kosten anpassen, versicherte sie gestern gegenüber der Mindelheimer Zeitung. Der Bahnschalter sei in der Postagentur gut angekommen und sowohl Einwohner als auch Gäste seien zufrieden gewesen.

Bislang seien aber alle Versuche und Gespräche – unter anderem auch mit dem Rathaus – ins Leere gelaufen. Ihre Verhandlungsposition sei aber nach wie vor vom Willen geprägt, eine gemeinsame Lösung vor allem im Sinne der Bahnkunden in Bad Wörishofen zu finden: Sogar an eine Untervermietung des Verkaufsschalters habe sie schon gedacht, doch auch für eine solch unkonventionelle sei ein Entgegenkommen der Bahn Voraussetzung. Ein Sprecher der Deutsche Bahn AG erklärte gestern auf Anfrage der Mindelheimer Zeitung erneut, dass die Bahn nach wie auf der Suche nach einer zufriedenstellenden Lösung sei. Er sicherte auch zu, dass es „wieder einen personengebundenen Ticketverkauf“ in Bad Wörishofen geben soll – wann dies jedoch der Fall sein könnte, ließ er offen: „Vorübergehend bitten wir die Bahnkunden mit persönlichem Beratungsbedarf das Reisezentrum in Buchloe aufzusuchen.“

Natürlich könnten die Kunden Fahrkarten auch online, per Handy-Ticket oder am Automaten erwerben. „Schließlich gibt es noch den Weg, sich telefonisch beraten zu lassen und gleich eine Fahrkarte zu kaufen“, erklärte der Sprecher der Bahn AG.

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