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Rammingen

31.12.2019

Bastler fertigt Modellauto für jeden Bundesliga-Verein

Aus Linden- und Buchenhölzern zaubert Rauch seine rollenden Fanartikel. Mit Säge und Spritzpistole sorgt er dafür, dass es für jeden der 56 Vereine in den drei Bundesligen das passende Auto gibt.
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Aus Linden- und Buchenhölzern zaubert Rauch seine rollenden Fanartikel. Mit Säge und Spritzpistole sorgt er dafür, dass es für jeden der 56 Vereine in den drei Bundesligen das passende Auto gibt.

Plus Der Ramminger Anton Rauch bastelt Modellfahrzeuge aus Holz und verziert sie mit den Motiven der Teams aus dem deutschen Profifußball.

Anton Rauch ist wie der „FC Liverpool“ auf Erfolgskurs. Doch mit der englischen Fußballmannschaft verbindet den gelernten Schreiner und erklärten Fan des 1.FC Nürnberg („Ich bin seit 2005 Mitglied bei den Clubberern“) lediglich die Leidenschaft für das Spiel mit dem „runden Leder“. Anders als deren Trainer Jürgen Klopp schickt er keine elf Kicker, sondern ganze Flotten von Miniautos aus Holz aufs „Spielfeld“. Und das sehr zur Freude der Kinder seiner Nachbarn, Freunde und Bekannten, die er mit seinen Spaßfahrzeugen beschenkt.

Wer dem Ramminger Tüftler Anton Rauch zuschaut, staunt buchstäblich Bauklötze

Wer dem Rammimger Tüftler beim Bau seiner kleinen Modellfahrzeuge zuschaut, staunt buchstäblich Bauklötze. Aus diesem Werkstoff, so aus Linden- und Buchenhölzern zaubert er wie die Herrgottsschnitzer in Oberammergau mit Kreis,-und Bandsäge, wie auch mit der Spritzpistole für alle 56 in den drei Bundesligen spielenden Vereine rollende Fanartikel und beklebt deren Kühlerhauben mit Original-Logos. Die kleinen Flitzer werben für „Herta BSC Berlin“ und „1860 München“ ebenso wie für „Bayern München“, „Hannover 96“ , „Mainz 05“ „Borussia Dortmund“ , „Schalke 04“ oder auch die „Würzburger Kickers“.

Erfahrungen für sein ausgefallenes Hobby sammelte Rauch nicht nur in seinem Beruf als Schreiner, sondern auch bei der Firma Grob in Mattsies, wo er elf Jahre im Flugzeugbau tätig war. Besonders freut sich der Bastler, wenn ihn Kinder in seiner Werkstatt besuchen. Geduldig schildert er ihnen den Ablauf der Fertigung seiner rollenden Unikate. „Das Holz der Rohlinge muss absolut trocken sein, sonst taugen die einzelnen Schichten nicht zum Verleimen“, erklärt er.

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Den Kleinen wird schnell klar, dass im Bau der kleinen Flitzer viel Aufwand steckt. Die einzelnen Schritte vom Entwurf über das Grundieren, Trocknen, Schleifen bis zum Lackieren erfordert viel Fingerfertigkeit. Allein das Bohren der Achsen ist ein Arbeitsschritt bei dem Meister Rauch ganz schön ins Schwitzen kommt. „Weil einem volle Konzentration und Präzision abverlangt werden“ lautet seine Begründung.

Besondere Mühe verwendet der Ramminger Autobauer auch auf die Nachbildung des Ferrari-Modells vom Typ „599 GTB Fiorano“, das in den Jahren 2009 bis 2013 auf Straßen und Autobahnen unterwegs war. Als Vorlage für originalgetreue, hölzerne Imitation diente Rauch ein ferngesteuertes Modell dieses Typs, das ihm seine Tochter vor Jahren zu Weihnachten geschenkt hat. Im „Trainingslager“ , sprich in den Regalen seiner Manufaktur, wo er zur Weihnachtszeit am laufenden Band auch Tannenbäume, Rentiere und Sterne aus Holz fertigt, warten auch Mini-Autos aller Couleur auf den „Anpfiff“.

Dem fieberte Rauch schon als Bub im Stadion des 1. FC Nürnberg entgegen. Von den Erfolgen und Niederlagen des Clubs erzählen auch zahlreiche Metallschilder in seiner Werkstatt. Zudem macht er auch auf einer Fahne vor dem Anwesen im Flurweg aus seiner Liebe zum Ballsport und besonders zu den Clubberern kein Hehl.

Einem Fan der Münchner Löwen schenkte er einen weiß-blauen VW-Käfer

Und weil kleine Geschenke bekanntlich die Freundschaft erhalten, machte Anton Rauch kürzlich seinem Freund Erich Fischer – einem Fan der Münchner Löwen – einen weiß-blauen VW-Käfer mit dem Kennzeichen MN-EF 1860“ zum runden Geburtstag als Geschenk. Auch beim Fan-Club „ Rot-Schwarz-Allgäu“ dessen Mitglieder sich alle vier Wochen treffen, ist Rauch ein gern gesehener Gast. Seine Modellautos gelten dort als Kult.

„Schaffe, schaffe, Häusle baue“ sagen die Schwaben. Davon hält Anton Rauch offenbar nicht viel. Ihn inspirieren vielmehr Menschen, die Projekte mit Ideen und Fantasie umsetzen. Provinzielle Süßigkeit ist nicht sein Ding. So spielt der Rammimger „Holzwurm“ derzeit mit dem Gedanken einen weiteren Deluxe-Set an kleinen Holzfahrzeugen mit den Logos europäischer Spitzenmannschaften, wie „Juventus Turin“, „Arsenal London“, FC Barcelona“ oder auch „Benfica Lissabonn“, „Real Madrid“ und „Paris St. Germain“ zu kreieren. „Diese Mini-Modelle", vermutet er, sind "sicher so heiß begehrt, wie die 150 kleinen Flitzer, die ich schon verschenkt habe“.

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