1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Bauern wollen Marktdruck standhalten

Milchmarkt

14.07.2015

Bauern wollen Marktdruck standhalten

Die Milchliefergenossenschaft Bad Wörishofen präsentierte in Rammingen ihr neues Logo. Die rote Gießkanne hat ausgedient. Das Foto zeigt (von links) Leonhard Dempfle, Josef Nadler, Arnold Jaser, Wolfgang Ehrmann, Karl Schmid und Jürgen Geyer.
Bild: Ursula Dempfle

Die Liefergenossenschaft Bad Wörishofen präsentiert sich in Rammingen mit einem neuen Auftritt. Mit dem Partner Arla Foods ist man zufrieden, der Preis sei ordentlich. Zur befürchteten Milchschwemme kam es nicht

Die Milchliefergenossenschaft Bad Wörishofen ist zufrieden mit ihrem Partner Arla Foods. Der skandinavische Molkerei-Gigant habe im vergangenen Jahr einen „ordentlichen Milchpreis“ bezahlt, befand der Genossenschaftsvorsitzende Josef Nadler. Die 250 Mitglieder der Genossenschaft waren nach Rammingen geladen, um Bilanz zu ziehen. Etwa 100 Bauern waren dem Aufruf gefolgt.

Gleich am Eingang zur Gaststätte wurden die Mitglieder mit neu gestalteten Plakaten begrüßt. Die altbekannte rote Gießkanne, musste für ein neu gestaltetes Logo weichen. Nadler begrüßte herzlich die neuen Mitglieder der Cema Augsburg sowie die neuen Ramminger Mitglieder der Genossenschaft. Auch berichtete Nadler, man sei bisher „mit unserem Vertragspartner Arla Foods sehr gut gefahren.“ Die Genossen der Milchliefergenossenschaft Bad Wörishofen seien mit dem praktizierten Bewertungsmodus, der sich vorrangig an Qualitätskriterien halte, gut bedient.

Neue Herausforderungen für die Milchviehhalter kämen mit dem Ende der Milchquote. Entsprechend weitsichtig müsse man sich fit machen für die Zukunft.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Arla sei für die „neue Ära ohne Leitplanke Milchquote“ gut vorbereitet, versicherte Wolfgang Ehrmann von Arla Foods Deutschland. Das Unternehmen stehe zur Abnahmegarantie und für eine bestmögliche Verwertung der Milch. Dazu arbeite man ständig an der Produkt-palette und entwickle „relativ viel Neues“, um auf dem Markt weiterhin eine bedeutende Rolle zu spielen. Unterm Strich, so zog Ehrmann nach einem Blick auf die diversen Qualitätszuschläge sein Fazit, werde gute Qualität besser bewertet und bezahlt. Einen Blick auf den globalen Milchmarkt warf Jürgen Geyer vom Verband der Milcherzeuger Bayerns. Der Milchpreis im Jahr 2014 sei als gut zu bezeichnen: „Der beste seit Jahren“, sagte Geyer. Markant sei der Importstopp Russlands gewesen, von dem rund 400000 Tonnen Käse betroffen waren. „Immerhin vier Milliarden Kilogramm Milch“ seien das, rechnete Geyer vor, und stellte fest: „Die Märkte bröckeln.“

In seinem Ausblick auf das laufende Jahr zeigte sich Milchmarktbeobachter Jürgen Geyer verhalten optimistisch in Zeiten des Zögerns und Abwartens. Der Handel habe den Spielball aufgenommen – mit sinkenden Preisen für wichtige Molkereiprodukte. Die großen Handelsketten demonstrierten wieder ihre Macht. Aber man sei sich sicher „der Milchmarkt kann sich jederzeit wieder drehen“.

Bei der Generalversammlung der Allgäuer Bergbauernmilch eG hatte Geyer Zeitungsberichten zufolge gesagt, das laufende Jahr habe „auf niedrigem Niveau freundlich“ begonnen. Allerdings wollte China die Auswirkungen des Milchquoten-Endes abwarten – und senkte seine Importe um etwa 50 Prozent. Die Preise sanken weiter. Geyer nannte dies eine Folge der Diskussion ums Quotenende. Dabei sei es überhaupt nicht zu der befürchteten Milchschwemme gekommen. Im zweiten Quartal des Jahres habe es in Deutschland nur einen leichten Anstieg gegeben, wird Geyer zitiert. EU-weit sei die Milchproduktion sogar gesunken. Wie geht es weiter? Man müsse dem Marktdruck nachgeben, schaue aber, was davon nur psychologisch ist, sagte Joseph Weixler, Vorstand der Milcherzeugergemeinschaft „Meg Kempten-Oberallgäu“ bei einer Versammlung der Arla-Lieferanten in Thalkirchdorf. „Unser Ziel ist, die 30-Cent-Marke zu halten.“ Arla-Mann Ehrmann sagte dort außerdem, dass Arla im Oktober ein Qualitätssystem einführen will, das guten Betrieben ein Zuckerl bringt.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren