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08.06.2009

Bebauungsplan für Heizkraftwerk abgelehnt

Ettringen Dass es so klar ausgeht war selbst für "Kenner" eine Überraschung: Beim Bürgerentscheid am gestrigen Sonntag, bei dem es um die Aufstellung eines Bebauungsplanes "Heizkraftwerk Fa. Lang" ging, stimmten 70,5 Prozent mit "Nein". Damit bleibt es beim Flächennutzungsplan und es bleibt beim weiteren Verfahrensweg für das geplante Vorhaben der Papierfabrik.

Mit 81,6 Prozent Wahlbeteiligung erreichte die Gemeinde Ettringen gestern einen Spitzenwert in Bayern. Das lag jedoch weniger am Votum für das Europaparlament als vielmehr an der zweiten "Wahl", die gestern anstand: dem Bürgerentscheid.

Bis zuletzt hatten beide "Parteien" dafür gekämpft, die Bürgermeinung auf ihre Seite zu ziehen. Da war zum einen die Firma Lang, deren Geschäftsführer Dr. Thomas Krauthauf noch kurz vor der Wahl betont hatte, dass von dem geplanten Kraftwerk "zu keiner Zeit eine Gesundheitsgefährdung der Anwohner in der Region ausgehen wird". Im Gegensatz dazu gehe von dem Bürgerentscheid "tatsächlich mittelfristig eine Gefahr für Arbeitsplätze am Standort aus".

Da waren Mitarbeiter, Betriebsrat und Geschäftsführung der Firma Lang, die noch am Samstagvormittag mit einem Infostand in der Ortsmitte gegen den Bebauungsplan auf die Straße zogen und sich den Fragen der Mitbürger stellten.

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Da war die Bürgerinitiative "Gesundes Wertachtel", die am Freitagabend erneut eine Mahnwache vor Tor 2 der Papierfabrik organisiert hatte - die neunte mittlerweile. Und die auf die ihrer Meinung nach großen Risiken für Umwelt und Gesundheit hinwies.

Da waren aber auch Ettringer Bürger, die versuchten, noch bis zuletzt ihrer Meinung Luft zu machen - mit Autoaufklebern oder T-Shirt-Aufdrucken. Einige von ihnen taten dies sogar mit "Flugblättern".

So unterschiedlich die Positionen auch waren, in einem waren sie sich einig gewesen: Möglichst viele Bürgerinnen und Bürger sollten ihre Stimme abgeben. Dies ließen sich die Ettringer nicht zweimal sagen und marschierten in die Wahllokale: 2045 von 2506 Wahlberechtigten waren es in Ettringen, Siebnach und Traunried.

Die Abstimmung selbst verlief friedlich. Schon im Vorfeld hatte sich eine hohe Wahlbeteiligung abgezeichnet. Alleine 524 Briefwähler waren es. Das Endergebnis: 584 Ja-Stimmen (28,5 %), also für einen eigenen Bebauungsplan, 1442 Nein-Stimmen sowie 19 ungültige Voten.

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