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Gemeinderat

08.10.2011

Behördenfunk: 32500 Euro für 200 Meter

Der Funkmast wird weiter in den Wald versetzt. Türkheim muss dafür zahlen

Türkheim 660 Meter statt 460 Meter vom nächsten Gebäude, 865 Meter statt 1065 Meter vom Ortsrand. Der Gemeinderat Türkheim hat in seiner Sitzung am Donnerstagabend einen neuen Standort für den Funkmast beschlossen. Er liegt 200 Meter weiter im Wald auf dem Ludwigsberg und damit 200 Meter weiter von den Häusern entfernt. Das kostet die Gemeinde 32 500 Euro.

Dass der Sendemast für den digitalen Behördenfunk nach Türkheim kommt, daran ließe sich nichts mehr ändern, sagte Bürgermeister Sebastian Seemüller: Für den bisherigen Standort gab es schon einen genehmigten Plan. Der Mast sollte auf dem Ludwigsberg acht Meter vom Schotterweg entfernt in Sichtweite des Golfplatzes gebaut werden. 40 Meter wird der Funkmast hoch sein, etwa doppelt so hoch wie die Fichten drum herum. Nicht nur der Grundstücksbesitzer des Golfplatzes, auch einige Türkheimer Bewohner hatten immer wieder Angst vor gesundheitsgefährdender Strahlung geäußert.

Jetzt hat die Gemeinde mit dem Innenministerium einen neuen Standort ausgehandelt. Er liegt westlich der Umgehungsstraße, etwa 200 Meter Luftlinie vom ursprünglichen Standort entfernt. „Nach einer Erstuntersuchung des Innenministeriums wäre die Funktauglichkeit gegeben“, informierte Bürgermeister Sebastian Seemüller. Andere Standorte seien technisch nicht möglich.

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Das Problem: Wird der Standort des Funkmasts noch einmal geändert, kostet das 65000 Euro. Schließlich müssen hier noch einmal technische und Bodenuntersuchungen gemacht und längere Stromkabel verlegt werden. Nach vielen Briefen und Telefonaten mit dem Ministerium habe er einen Kompromiss aushandeln können, erzählt Seemüller: Die Gemeinde Türkheim müsste 50 Prozent der Mehrkosten, also 32 500 Euro, übernehmen; der Wert ist gedeckelt.

So viel sind die 200 Meter den Gemeinderäten wert: Mit drei Gegenstimmen beschlossen sie den neuen Standort. Dass Türkheim einen solchen Funkmast bekommt, daran gebe es nichts zu rütteln, betonte Seemüller immer wieder: „Die Funkwaben stehen fest, hier auf diesem Berg wird ein Mast gebaut. Das hat das Innenministerium leider so entschieden.“ Er sei froh, diesen Kompromiss erreicht zu haben.

Der Mast soll Teil des digitalen Behördenfunknetzes sein, das bis 2013 entstehen soll. Es soll eine bessere Kommunikation für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst ermöglichen. 945 Funkmasten sind dafür in Bayern nötig, 15 im Landkreis Unterallgäu.

Roswitha Siegert (CSU) sprach wohl für viele Gemeinderäte, als sie sagte: „Ich war bisher immer gegen den Funkmast, aber ich werde zustimmen. Der neue Standort ist das kleinere Übel.“

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