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Jahreskonzert

14.12.2018

Bei der Lyra ging eine Ära zu Ende

Auch sie wurden beim Jubiläumskonzert geehrt: (hintere Reihe, von links) Sabine Dolp (25 Jahre) Matthias Wucherer (10) Markus Miller (20) Andreas Neugebauer (10) sowie (vorne, von links): Laurenz Meitinger, Elisa Seitz, Juliana Heinzelmann, die alle das Musikleistungsabzeichen erworben haben sowie Benno Golsner, der 25 Jahre Dirigent war.
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Auch sie wurden beim Jubiläumskonzert geehrt: (hintere Reihe, von links) Sabine Dolp (25 Jahre) Matthias Wucherer (10) Markus Miller (20) Andreas Neugebauer (10) sowie (vorne, von links): Laurenz Meitinger, Elisa Seitz, Juliana Heinzelmann, die alle das Musikleistungsabzeichen erworben haben sowie Benno Golsner, der 25 Jahre Dirigent war.

Nach 25 Jahren als Dirigent gab Benno Golsner den Stab weiter. Zuvor begeisterte die Kapelle noch einmal die Gäste

Der Musikverein Lyra Eppishausen hatte zum Jubiläumskonzert geladen und die Resonanz war so groß, dass das Gotteshaus St. Michael kaum ausreichte, den zahlreichen Besuchern genügend Platz zu bieten. Unter den Gästen befanden sich neben den Eppishausener Freunden des Vereins auch Dirigenten und Aktive umliegender Blaskapellen, wie Vorstand Markus Heinzelmann bei seiner Begrüßung feststellte, die sich nicht nur vom Können der hiesigen Musiker überzeugen, sondern auch dem „fast historischen Ereignis“ des Stabwechsels von Dirigent Benno Golsner beiwohnen wollten.

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Golsner selbst hatte nicht nur das Programm unter dem Motto „Altes und Neues“ zusammengestellt, sondern er ließ es sich auch nicht nehmen, in gekonnter und bewährter Weise durch den Nachmittag zu führen. Immer wieder gab er dabei Geschehnisse und Anekdoten aus dem regen Vereinsleben im Lauf seiner Amtszeit zum Besten, was die Zuhörer mit Schmunzeln und Lachen quittierten

Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Begeisterung, mit der die 42 Musiker bei der Sache waren, übertrug sich auch auf die Zuhörer. Schon mit dem ersten Stück „Highland Cathedral“ hatten sie einen Volltreffer gelandet. Diesen Ohrwurm, eigentlich eine schlichte Dudelsackmelodie, hatten 1982 Ulrich Roever und Michael Korb neu bearbeitet und fast wäre das einprägsame Hauptthema zur schottischen Nationalhymne geworden. Bei dem anschließenden „Song of Freedom“ war natürlich Ludwig van Beethoven Pate gestanden. Immer wieder erklang in den verschiedenen Instrumentengruppen die „Ode an die Freude“, ehe schließlich im vollen Klang des Orchesters mit Pauken und Trompeten die heutige Europahymne festlich erstrahlte.

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Intensive Probenarbeit war mit Sicherheit bei den „Spiritual Moments“ nötig gewesen, eigentlich einem Medley aus bekannten geistlichen Liedern, das in einer modernen fast rockigen Blasorchesterbearbeitung, bereichert durch Schlagzeug und Glockenspiel, dargeboten wurde. „My Secret Love Song“ charakterisiert in manchmal fast lyrischen Tönen das Gefühl der Freundschaft. Eindrucksvoll wurde diese einfühlsame Melodie im Solopart für Flügelhorn durch Sandra Wehner und Gerhard Graf vorgetragen.

Danach war es so weit – eine Ära ging zu Ende. Nach einem Vierteljahrhundert legte Benno Golsner seinen Dirigentenstab in die Hände seines Nachfolgers Markus Heinzelmann. Zu diesem Anlass war auch der Bezirksvorsitzende des Allgäu-Schwäbischen-Musikbunds Andreas Schuster angereist, der Golsner die größte Anerkennung für seine Dirigententätigkeit aussprach und ihn mit der höchsten zu vergebenden Auszeichnung, dem „Goldenen Ehrenzeichen am weiß-blauen Band“ würdigte. Tanja Kugelmann und Judith Schiegg dankten ihrem Benno im Namen des Vereins und meinten augenzwinkernd, nicht viele Kapellen hätten das Glück, dass es ein Dirigent so lange mit ihnen aushalten würde, was natürlich sehr für die Musiker spräche.

Für zwei Abschiedsstücke stand Benno Golsner danach nochmals am Dirigentenpult. Zuerst gab es den fulminanten „Marsch der Medici“ von John Wichers, den der berühmte Komponist allerdings nicht der Florentiner Bankiersfamilie, sondern seinen Ärzten gewidmet hatte und schließlich mit der dreiteiligen „Disco-Story“ - First Meeting - Romance und Morning Disco - die er bei seiner Eignungsprüfung schon dirigiert hatte.

Das Programm rundete der Konzertwalzer „Für Dich“ in böhmisch-mährischer Tradition und die moderne Filmmusik zu „How to train your Dragon“ (Drachen zähmen leicht gemacht) ab. Diese beiden Stücke stehen zueinander in fast völligem musikalischem Gegensatz, was für die Vielseitigkeit und das Interpretations-Vermögen der Blaskapelle Eppishausen spricht. „Also Markus, auf geht‘s, zähm den Drachen!’“ ertönte es aus dem Orchester, denn inzwischen hatte Markus Heinzelmann erstmals den Dirigentenstab übernommen.

Mit großem Applaus wurde die Leistung der Musiker belohnt, die natürlich ohne Zugabe nicht entlassen wurden. In den Applaus mischte sich aber auch der Respekt und der Stolz der Eppishausener auf ihre Blaskapelle und auf die Leistung ihres scheidenden Dirigenten.

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