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Markt Wald

04.06.2019

Beim Marktfest in Markt Wald fliegen die Pfeile

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2 Bilder
Die Neufnachschützen haben ihr "Lager" gegenüber des Schlosses schon aufgeschlagen.
Bild: Wolfgang Weinke

Kaum gegründet sind die Neufnachschützen heuer zum ersten Mal mit Pfeil und Bogen beim historischen Marktfest dabei.

Wer dieser Tage durch Markt Wald fährt, sieht auffallend viele Männer mit Bärten – und direkt gegenüber des Fuggerschlosses einen großen hölzernen Torbogen mit der Aufschrift „Neufnachschützen“. Beides sind untrügliche Anzeichen, dass es nicht mehr lange hin ist bis zum „historischen Marcktfest“. An den Wochenenden vom 28. bis 30. Juni und 5. bis 7. Juli feiern die Markt Walder damit bekanntlich die Markterhebung im Jahr 1593.

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Und zum ersten Mal sind dann auch die Bogenschützen aus Oberneufnach dabei. Sie haben sich erst im vergangenen Jahr gegründet und sind – wie sie auf ihrer Homepage so schön schreiben – „ein relativ kleiner und noch junger Verein, obwohl man das nicht von allen Mitgliedern sagen kann“. Die etwa 20 Männer und Frauen haben sich zusammengetan, um ganz traditionell mit Pfeil und Bogen zu schießen – und zwar nicht an Schießständen auf Zielscheiben, sondern in der freien Natur. „Aber nicht auf lebende Tiere, sondern auf Attrappen aus Kunststoff“, wie Wolfgang Weinke, Kassierer und mit seinen beiden Brüdern so etwas wie die Gründungsväter des Vereins, ausdrücklich betont.

Schänke und Schießstand der Neufnachschützen fürs Marktfest sind fast fertig

Nach ersten Turnieren mit gerade einmal sieben Teilnehmern, in denen noch Punkte für den weitesten Schuss oder eine Landung im Zielkreis vergeben wurden, wurden die Neufnachschützen zwar zunehmend professioneller. Nach wie vor aber stehen nicht Ranglisten, sondern der Spaß am gemeinsamen Hobby im Vordergrund. Dazu gehören auch der Bau der Pfeile und der traditionellen Bögen ohne Visiereinrichtung oder Stabilisatoren – und Ausdauer: Beim letzten Turnier ist Wolfgang Weinke 30 Kilometer querfeldein gelaufen.

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Seit Januar sind die Neufnachschützen im Vereinsregister eingetragen – und hätten sicher nichts dagegen gehabt, wenn sie bis zu ihrem ersten Marktfest ein bisschen mehr Vorlauf gehabt hätten. Denn immerhin richten sie im September auch noch ein großes Turnier aus und der Vereinsausflug steht ebenfalls an. Doch Schriftführer Bernd Ulbrich und Kassierer Wolfgang Weinke nehmen es gelassen. Denn ausgerechnet als Bogenschützen bis zum nächsten Fest in fünf Jahren zu warten, wäre ja auch keine echte Option gewesen. Und außerdem sind die Schänke und der Schießstand, an dem die Besucher auf die Nachbildungen zweier Wildschweine anlegen und unter anderem einen handgefertigten Bogen gewinnen können, ja auch schon so gut wie fertig.

Fast alle Markt Walder Vereine sind beim Marktfest aktiv

„Man sieht, was man mit wenigen Leuten erreichen kann“, sagt denn auch Wolfgang Weinke mit einem gewissen Stolz. Alexander und Sieglinde Thalhofer haben den Bogenschützen auf ihrem Grundstück in Markt Wald einen überdachten Hofraum und ein historisches Badehaus überlassen, das erst einmal entrümpelt werden musste. Inzwischen stehen darin schon ein gemauerter Ofen, eine ansehnliche Theke sowie hölzerne Tische und Bänke. „Wir legen Wert auf Tradition, da darf hier keine Bierzeltgarnitur rumstehen“, sagt Bernd Ulbrich.

Ihm ist es nicht ganz recht, dass die Bogenschützen so im Mittelpunkt stehen. Denn schließlich seien die ja beileibe nicht der einzige Verein, der für das Marktfest etwas auf die Beine stellt. Tatsächlich muss man wohl eher den Verein suchen, der sich nicht beteiligt. Und das wiederum ist für die Neufnachschützen nicht ganz unproblematisch: „Unser Schicksal ist, dass wir viele Leute haben, die auch in anderen Vereinen schwer aktiv sind“, sagt Bernd Ulbrich.

Der Dienstplan hat deshalb noch ein paar Lücken, doch alle sind zuversichtlich, dass sich das in den nächsten Wochen noch ändern und die Bewirtung schon irgendwie klappen wird: Neben kleinen Stärkungen soll es natürlich auch Zielwasser geben. Und wer nicht schießen will, kann während der Festtage einem Bogenbauer über die Schulter schauen und einem Schmied, der die Pfeilspitzen fertigt. „Die Leute sollen nicht nur Besucher sein, sondern Beteiligte“, bringt es Bernd Ulbrich auf den Punkt. „Wir wollen die Publikumsnähe und keine abgeschotteten Lager.“

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