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Mindelheim

22.05.2019

Beim Pollenflug wird jetzt ganz genau gemessen

Bei der Installation der digitalen Pollen-Messstation auf dem Dach der Kreisklinik Mindelheim: (von links): Professor Jeroen Buters (LMU München),Annett Stemmler (Gesundheitsamt) die Chefärzte der Kreisklinik Manfred Nuscheler, Peter Steinbigler, Professor Hubert Hautmann, Alisa Weber (LGL) und Klinik-Vorstand Franz Huber.
Bild: Franz Issing

Auf dem Dach der Kreisklinik in Mindelheim arbeitet eine hochmoderne Messstation .

Allergiker und Asthmatiker können aufatmen. Schon bald können sie sich online fast in Echtzeit über die Pollenkonzentration in der Mindelheimer Luft informieren und entsprechend reagieren. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat auf dem Dach der Kreisklinik Mindelheim eine Messstation installiert, die im 3-Stunden-Takt Pollen und Gräser fotografiert und analysiert.

Die elektronische Anlage wird vom Gesundheitsamt des Landkreises Unterallgäu betreut und geht nach einem Testlauf im Frühjahr 2019 offiziell in Betrieb. Danach können die gemessenen Daten auf der Internet-Seite des LGL oder der Homepage des Kreisklinikums Mindelheim von jedermann abgerufen werden.

Die zweite von acht Stationen in Bayern, kurz „e-PIN“ genannt, arbeitet visuell und kann die Pollenkonzentration nahezu in Echtzeit messen. Somit können Daten schnell online gestellt werden. Allergiker werden also rechtzeitig vorgewarnt, können sich frühzeitig auf den Pollenflug einstellen und gezielt wirksame Medikamente einnehmen.

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Die Messstation in Mindelheim ist eine große Hilfe

Messungen mit Mikroskop, die früher drei bis vier Tage gedauert haben, sind jetzt in Sekundenschnelle möglich. „Schützen kann man sich nur, wenn man weiß, welche Pollen aktuell umherfliegen und sich einnisten“, machte Professor Hubert Hautmann von der Kreisklinik Ottobeuren bei einer Pressekonferenz deutlich.

Der Pneumologe gab sich überzeugt: „Das moderne Pollen-Mess-System ist für die Forschung ein enormer Fortschritt und eine große Hilfe bei der Patientenberatung. Eine wirksame Immuntherapie komme ohne verlässliche Informationen über relevante Allergene nicht aus.

Während Alisa Weber vom LGL detailliert das neue Pollen-Messnetz und seine Funktionen erläuterte, formulierte Professor Jeroen Buters vom „Zentrum Allergie und Umwelt“ an der TU München (ZAUM) die Ziele seiner Arbeit. Er nannte das Projekt, an dem auch 20 seiner Mitarbeiter beteiligt sind, weltweit einzigartig. „Da haben wir sogar die Schweizer klar geschlagen“, bemerkte er voller Stolz.

Laut Professor Hautmann hat das finnische meteorologische Institut in Helsinki acht Orte in Bayern ausgewählt, die den Freistaat repräsentativ abdecken. Darunter auch Mindelheim. Der Standort habe alle Voraussetzungen für eine effektive Messung.

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