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Bad Wörishofen

26.03.2020

Beim vierten Brandanschlag schnappte die Kripo die Serientäterin

Der Schaden durch die Brandanschläge traf die Wirte von Neubrand's Stüble hart..
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Der Schaden durch die Brandanschläge traf die Wirte von Neubrand's Stüble hart..
Bild: Alf Geiger

Plus Heute steht eine 62-Jährige vor dem Memminger Amtsgericht, die seit Oktober wegen des Verdachts der Brandstiftung bei „Neubrand’s Stüble“ in U-Haft sitzt.

Es war kurz vor Mitternacht an einem Oktoberdienstag im vergangenen Jahr. Spezialfahnder der Ermittlungsgruppe „Lokal“ lagen auf der Lauer, wie schon die vergangenen Nächte auch. Doch diesmal sollte sich das Warten lohnen: Gegen 23.15 Uhr wurde auf dem Grundstück der Gaststätte „Neubrand’s Stüble“ in der Bad Wörishofer Innenstadt eine Frau festgenommen.

Die Kripo lag auf der Lauer - und dann klickten die Handschellen

Sie war offenbar gerade dabei, einen weiteren Brand zu legen, und ließ sich von den Beamten widerstandslos festnehmen. Die ganze Kurstadt atmete auf. Heute steht die 62-Jährige nun vor Gericht und der Prozess wird trotz der Corona-Pandemie auch stattfinden: Die mutmaßliche Brandstifterin sitzt seit Oktober in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft Memmingen wirft ihr vor, im Zeitraum zwischen dem 21. Juli und dem 1. Oktober 2019 in vier Fällen Brandstiftungen auf das Anwesen begangen zu haben. Drei Mal kam es zu keinen nennenswerten Schäden, in einem Fall jedoch schon: Anfang September war ein neu errichteter Anbau der Gaststätte in Brand gesetzt worden. Obwohl die Feuerwehr die Flammen rasch löschen konnte, mussten die Betreiber das Lokal rund zwei Wochen lang schließen, um alles auszuräumen, zu putzen und zu lüften. Denn auch in der Gaststube hatte das Feuer Spuren hinterlassen.

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Nur wenige Tage später brannte es dann erneut: Ein Passant hatte kurz vor Mitternacht Knallgeräusche gehört und anschließend Flammen an der Gaststätte entdeckt. Auch dieses Mal gelang es der Feuerwehr, den Brand noch im Anfangsstadium zu bekämpfen und so eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern.

Polizei fahndete fieberhaft nach dem Täter, der es mehrfach auf Neubrand's Stüble in Bad Wörishofen abgesehen hatte

Fieberhaft hatte die Kriminalpolizei seither nach dem unbekannten Brandstifter gesucht - und sich dabei auch noch einmal mit früheren Bränden in dem Gasthaus beschäftigt. Dort hat es in den vergangenen Jahren fünfmal gebrannt. Bei einem Feuer im Jahr 2015 waren die Beamten damals von einem technischen Defekt als Ursache ausgegangen. Die vier weiteren Brände ordneten die Beamten jedoch alle dem gleichen Täter zu - der inzwischen 62-jährigen Deutschen.

Die Verunsicherung in Bad Wörishofen war damals groß: Fünf mal hatte es in Neubrand’s Stüble in der Bad Wörishofer Innenstadt schon gebrannt, zweimal davon allein im September. Schnell war klar, dass hier ein Brandstifter am Werk sein musste.

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Nach der Festnahme teilte die Kripo mit, dass bei der Frau, die bereits polizeilich bekannt war, umfangreiche Beweismittel gefunden und sichergestellt werden konnten. Zum Tatvorwurf selbst äußerte sie sich damals nicht. Auch die Frage, warum sie auf dem Gelände der Gaststätte offenbar immer wieder und ausgerechnet dort Brände legte, blieb offen.

Die mutmaßliche Brandstifterin aus Bad Wörishofen sitzt seit Oktober in Untersuchungshaft

Die Frau wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Memmingen wegen des Verdachts der vorsätzlichen Brandstiftung der Ermittlungsrichterin des Amtsgerichts Memmingen vorgeführt und sitzt seither in Untersuchungshaft.

Der Präsident des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West, Werner Strößner, sowie der Leiter der Memminger Kriminalpolizei, Kriminaloberrat Thorsten Ritter, äußerten sich damals sehr erleichtert über die Festnahme und dem damit einhergehenden Ende der Brandserie. „Die im Juli 2019 begonnene Brandstiftungsserie am Lokal hat das Sicherheitsgefühl in der Bad Wörishofer Bevölkerung massiv beeinträchtigt“, sagte Werner Strößner. Nur dem Zufall und dem schnellen Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr Bad Wörishofen sei es letztendlich zu verdanken gewesen, dass es in der Vergangenheit nicht zu einem Gebäudevollbrand in der durchaus eng bebauten Innenstadt gekommen sei.

Wie Thorsten Ritter gegenüber der MZ ergänzte, war der finanzielle Schaden für den Inhaber der Gaststätte enorm. Obwohl die Brände jeweils verhältnismäßig schnell entdeckt worden seien, summierte er sich auf rund 25.000 Euro. „Durch die sehr arbeitsintensiven und umfangreichen Ermittlungen der Ermittlungsgruppe Lokal mit Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen weiterer Dienststellen konnte die konkrete Gefahrenlage mit der Festnahme der Tatverdächtigen beseitigt und das Sicherheitsgefühl wieder gestärkt werden“, so der Chef der Memminger Kriminalpolizei nach der Festnahme. (mit baus)

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