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Modellsport

14.08.2019

Bereit für heiße Renntage in Türkheim

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Minas Michailidis (links) aus Illertissen ist mit zwölf Jahren das jüngste aktive Mitglied im Mini Car Club in Türkheim. Als Fahrer war er schon bei mehreren nationalen und internationalen Rennen dabei. Vor ihm sein Modell im Maßstab 1:8, ohne Karosserie. Neben ihm Tobias Kerler mit seinem Modell im Maßstab 1:10 für die Europameisterschaft in Türkheim.
Bild: Schaa-Schilbach

Im Wertachmarkt trifft sich Europas Fahrerelite, um den Europameister zu ermitteln. Über die Faszination der rasenden Mini-Flitzer und ausgefeilte Technik.

Als der Regen schon längere Zeit aufgehört hatte und die Asphaltpiste getrocknet war, ging das Training los: Dutzende superschneller Mini-Autos mit Karosserien in Neonfarben flitzten per Fernbedienung um die Kurven der 210 Meter langen Rennstrecke auf dem Gelände des Mini Car Clubs in Türkheim, mit auf- und abschwellendem Sound wie von einer Horde Wespen im Angriff.

Ein großes Ereignis steht an. Vom 14. bis 17. August ist Türkheim Gastgeber der Europameisterschaft funkferngesteuerter 1:10 Modelle mit Verbrenner-Motor. Die teilnehmenden Fahrer kommen aus elf Nationen, darunter aus Österreich und der Schweiz, aus Spanien, Frankreich und Italien, aus den Niederlanden, England und Finnland, aus Griechenland. Mit Familienbegleitung sind das über 200 Gäste, viele campen auf dem Gelände. Der europäische Wettbewerb findet nur alle zwei Jahre statt, zuletzt in der Türkei, davor in Frankreich.

Vor zwei Jahren hatte der Türkheimer Verein seine Bewerbung für das europaweite Ereignis eingereicht und den Zuschlag bekommen. Die Strukturen der ferngesteuerten Modellautowelt und ihrer Organisationen ähneln denen im Automotorsport. Auf der unteren Ebene gibt es verschiedene Sportkreise mit dem Ziel der Deutschen Meisterschaft. Zu den nationalen kommen dann die internationalen Föderationen, und es gibt unterschiedliche Wettbewerbe für die verschiedenen Modellauto-Maßstäbe 1:5, 1:8 und 1:10.

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Maximale Beschleunigung und der Kampf um die beste Straßenlage

In Türkheim geht’s um die 1:10-er Modelle. Sie sind etwa 30 Zentimeter lang und tatsächlich ein „richtiges“ Auto, nur in klein. Ihr Benzin-Tank fasst 75 Milliliter. Die Räder haben Reifen aus Moosgummi. Beschleunigen, Bremsen und Kurvenfahren werden über Funk von den Fahrern ferngesteuert. Die maschinelle Umsetzung passiert dann wie in einem „echten“ Auto. Nach jeder Testfahrt werden die Fahrzeuge verbessert, alles, wie beispielsweise die bestmögliche Straßenlage, lässt sich einstellen. Auch Boxenstopp mit Betanken und Reifenwechsel funktioniert wie beim großen Bruder Autorennsport. Gewicht, Größe und technische Details sind bei den Wettbewerben genau vorgeschrieben. Nach jedem Durchgang wird das Modellauto auf Verstöße gecheckt.

Zwei Tage vorher schon haben die Teilnehmer die Möglichkeit zum freien Training. Dann, mit einer Eröffnungszeremonie, werden alle teilnehmenden Nationen mit Fahne und Hymne vorgestellt und vom Chairman der EFRA, einer Engländerin, begrüßt. Dann geht´s los, und zwar richtig. „Da haben die Jungs das Messer zwischen den Zähnen“, erzählt Markus Hammes, der Vereinsvorsitzende. Der Mini Car Club wurde 1978 gegründet und hat 80 aktive und passive Mitglieder. Und ohne Wohlwollen und Mitarbeit von Familienmitgliedern geht eh nichts.

Eintritt frei an allen Wettkampftagen in Türkheim

Die Qualifizierungsdurchläufe führen zum Endlauf, und da ist noch einmal alles gefordert: Er dauert 45 Minuten, es muss mehrmals nachgetankt werden, und auch abgefahrene Reifen müssen ersetzt werden. Wer dies als Schnellster schafft, hat den Pokal des Europameisters gewonnen. Das erinnert dann wieder an den großen Bruder: Medaillen in Gold, Silber und Bronze und Sekttaufe auf dem Treppchen.

An den sportlichen Erfolgen ihrer Mitglieder hat auch die Jugendarbeit des Vereins ihren Anteil: Nachwuchs ist gesucht und hoch willkommen. In den Sommerferien werden regelmäßig Schnuppertage für Kinder angeboten, die dann schon mal eine Fernbedienung in die Hand nehmen dürfen und „ihr“ Modellauto lenken. In diesem Jahr allerdings musste das ausfallen, zu umfangreich waren Vorbereitung und Organisation der Europa-Meisterschaft.

Deshalb freuen sich jetzt alle auf die sportliche Herausforderung und auf viele Besucher ganztags von Donnerstag bis Samstag. Und alle hoffen natürlich auch, dass Petrus ebenfalls ein Fan von Automodell-Rennen ist.

Markus Hammes: „Alle sind eingeladen zu kommen. Es kostet keinen Eintritt. Man kann beim Spektakel dabei sein.“

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