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Bad Wörishofen

15.07.2019

Berufstätige Eltern fordern ein neues Betreuungsmodell

Welchen Bedarf haben Eltern in Bad Wörishofen an Betreuung für ihre schulpflichtigen Kinder?

Eine Elterninitiative hat sich gegründet, mit dem Ziel, eine erweiterte Mittagsbetreuung an der Grund- und Mittelschule zu erreichen. Das wird nicht einfach.

Reichen die Betreuungsangebote für Schulkinder in Bad Wörishofen aus? Eine Mutter von zwei schulpflichtigen Kindern schilderte vor dem Sozialausschuss des Stadtrates sehr deutlich ihre Probleme, Beruf und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen. Gerade Mütter in Halbtagsbeschäftigung wollten gar keine Betreuung bis 16 Uhr, wie in offener oder gebundener Nachmittagsbetreuung angeboten, sondern ihnen würde genügen, wenn ihre Sprösslinge erst gegen 14 Uhr von der Schule kämen. Aktuell haben Grundschüler regelmäßig vor 12 Uhr Unterrichtsschluss. Die Lösung klingt einfach, ist aber nicht, wie sich im Laufe der Diskussion herausstellte.

Hauptamtsleiter Martin Aicher trug diesen Tagesordnungspunkt dem Gremium vor. Im März dieses Jahres habe die neu gegründete Elterninitiative erstmals an die Stadt den Wunsch gerichtet, eine Mittagsbetreuung bis 14 Uhr einzurichten. Daraufhin habe es ein Gespräch gegeben mit dem Ziel, zu klären, ob die Bedürfnisse der Eltern durch bestehende Angebote abgedeckt seien.

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Schule: Eltern fordern flexiblere Mittagsbetreuung

Dazu Aicher: „Dabei stellte sich heraus, dass dies nicht der Fall ist.“ Und weiter sei klar geworden, dass der Betreuungsbedarf in den kommenden Jahren noch vehement zunehmen werde. Es sei vereinbart worden, die Schuleinschreibung abzuwarten, um zu klären, ob der Bedarf für die Ganztagsbetreuung ausreichend und ob noch mehr Eltern einen Bedarf für die Mittagsbetreuung für das kommende Schuljahr anmelden.

Eltern fühlen sich „abgekanzelt“

Aicher stellte dann fest, dass der Bedarf für die offene Ganztagsschule zumindest für das kommende Schuljahr ausreichend sei. Nur vereinzelt sei vonseiten der Eltern das Thema Mittagsbetreuung angesprochen worden, was zum Teil auf heftigen Widerstand von Seiten der zahlreichen Eltern stieß, die zu dieser Sitzung ins Rathaus gekommen waren. Es wurde der Vorwurf laut, die Eltern seien „abgekanzelt“ worden. Aicher gab zu, dass zu diesem Thema keine spezielle Umfrage durchgeführt wurde.

Gehandelt hat dagegen die Elterninitiative, die in den Kindertageseinrichtungen zu diesem Thema eine Umfrage durchführte. 15 Eltern hätten angegeben, dass sie gerne ein derartiges Angebot annehmen würden.

„Da die Zahl der Interessenten gering war und die Mittagsbetreuung bis 14 Uhr große personelle und räumliche Probleme verursacht hätte, wurde von Hauptamtsleitung und Schulleitung beschlossen für das kommende 19/20 nichts zu unternehmen“, so Aicher in seiner Tischvorlage.

Das größte Problem sind offenbar die beengten Platzverhältnisse

Als größtes Problem nannte Aicher die Räumlichkeiten. Rektor Günter Blasini hatte bereits bei einem anderen Tagungsordnungspunkt berichtet, die Pfarrer-Kneipp-Schule platze aus allen Nähten.

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Platznot in der Grund- und Mittelschule

Das letzte freie Klasssenzimmer sei nun belegt, da ab kommendes Schuljahr die Grundschule durchgehend fünfzügig sei. Man wisse nicht, wie man das Problem Mensa lösen könne. Und weiter sei die Betreuung ungelöst, für die kurze Zeit von zwei Stunden werde man kaum Personal finden. Die Fahrpläne seien darauf ausgerichtet, dass das Schulende zwischen 11 und 13 Uhr ist. Und dann gebe es noch um 16 Uhr nach Ende der Ganztagesschule Fahrtmöglichkeiten. Und noch eines: Das Kultusministerium werde, so Aicher, nur eine Möglichkeit bezuschussen, also entweder Mittagsbetreuung oder Ganztagesschule. Auf den Kosten der diskutierten Mittagsbetreuung werde wohl die Stadt sitzen bleiben.

In der Aussprache standen die Räte also vor einem Berg an Problemen. Bürgermeister Paul Gruschka (FW) sprach sich für eine schnelle Befragung aller Eltern aus, dies müsse möglich sein, um den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln. Und bei den Räten setzte sich die Meinung durch, dass man schnell und kreativ handeln müsse. Sozialreferentin Ilse Erhard (CSU) bot sogar an, das Mehrgenerationenhaus in der Mittagszeit zur Verfügung zu stellen, denn dort habe man sogar eine Küche.

Trotz zahlreicher Wortmeldungen konnte das Problem wie erwartet nicht sofort gelöst werden. Aicher sprach die Hoffnung aus, bis Ende des Jahres eine Lösung zu finden. Das Thema bleibt also auf der Tagesordnung.

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