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Guatemala

28.05.2016

Besonders die Kinder benötigen Hilfe

Die Patenkinder von Marianne Briegel und ihrem Mann lernen eifrig und gern. Ihnen mehr Bildung zu vermitteln ist ein Weg heraus aus den Elendsvierteln in Guatemala. Auch von Bad Wörishofen aus will das Paar weiter helfen.
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Die Patenkinder von Marianne Briegel und ihrem Mann lernen eifrig und gern. Ihnen mehr Bildung zu vermitteln ist ein Weg heraus aus den Elendsvierteln in Guatemala. Auch von Bad Wörishofen aus will das Paar weiter helfen.

Marianne Briegel will mit ihrem Verein neue Wege eröffnen, die Not zu lindern. Auch von Bad Wörishofen aus

Guatemala ist für die 31-jährige Diplom-Psychologin Marianne Briegel ein Land, in dem sie tätig sein und helfen wollte. Kennengelernt hat die in Wangen gebürtige Allgäuerin das Land nach ihrem Abitur, als sie ein Jahr Freiwilligendienst bei Casa Alianza (mittlerweile Refugio de la Ninez) in Guatemala absolvierte.

„Es ist ein tolles Land. Es hat nur ein Drittel der Größe von Deutschland, liegt zwischen dem Atlantik und Pazifik. So sind es nur zwei Stunden bis zum Strand. Das Land ist wirklich ein Juwel. Es hat eine unglaubliche Vielfalt an Pflanzen, Obst, Gemüse und Tieren. Und es ist einfach schön, jeden Morgen mit der Sonne aufzuwachen“, schwärmt Briegel, die sich sofort in dieses Land verliebt und beschlossen hat, nach ihrem Studium in Bayreuth dorthin zurück zu kehren.

Und da ist ihr jetziger Ehemann nicht schuldlos daran. Bereits während des Freiwilligendienstes hatte sie sich in den damaligen guatemaltekischen Studenten verliebt. Er absolvierte das Studium des Hotel- und Gaststättengewerbes und Tourismus. Während ihrer Studien besuchten sie sich gegenseitig in den Semesterferien. So kam Ruby Héctor Tovar Rodriguez auch immer wieder einmal nach Deutschland.

Besonders die Kinder benötigen Hilfe

Marianne Briegel beschloss dann, nach dem Studium nach Guatemala auszuwandern. Sie erzählt, dass die Arbeitssuche sich als sehr schwierig und langwierig herausstellt habe. Nicht, dass es für sie keine Arbeit gegeben hätte. Im Gegenteil. Sie sagt: „Doch wenn man bedenkt, dass das staatliche Gesundheitssystem permanent überlastet ist, es keine Medikamente gibt und schon die körperliche Gesundheit ein Luxus ist, den sich die meisten gar nicht leisten können, so wird die Arbeit im klinisch-psychologischen Bereich nicht bezahlt.“

Marianne Briegel jedoch gab nicht auf. Sie hielt sich ein Jahr mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Unter anderem unterrichtete sie Deutsch, um einigermaßen finanziell über die Runden zu kommen. Doch das füllte sie nicht aus. Sie wollte helfen und das vor allem Kindern. So begann sie mit einem ehemaligen Kollegen von Casa Alianza, später dann alleine, ein Projekt in einem Armutsbezirk (La Arenera, Zone 21) von Guatemala-Stadt aufzubauen. Viele Fragen beschäftigten sie sehr. „Welche Probleme haben Kinder und Jugendliche in La Arenera? Wie können wir mit unseren Ressourcen darauf reagieren?“ Es kristallisierte sich Nachhilfe in Lesen, Schreiben und Mathe heraus.

Äußerst wichtig waren Marianne Briegel vor allem die Aktivitäten zur Gewaltprävention. Nach einem Jahr in Guatemala fragte die Deutsche Botschaft bei ihr an, ob sie im Kultur- und Verwaltungsbereich arbeiten wolle. Diese tolle Chance, wie sie sagt, habe sie gerne angenommen. Das Projekt mit den Kindern führten sie und ihr Mann dann abends und an den Wochenenden weiter. Es entwickelte sich, wurde immer größer und schließlich zu einer festen Einrichtung.

Marianne Briegel und ihr Mann entschieden sich aber nach reiflicher Überlegung, für einige Jahre in Deutschland leben zu wollen. Die Arbeit mit den Kindern würde dank der nun eingerichteten Patenschaften – inzwischen sind sie auf 30 angewachsen – und der Zuverlässigkeit der Mitarbeiter vor Ort in ihrem Sinne weitergehen. Durch den ständigen schriftlichen und telefonischen Kontakt läuft alles bestens.

Erst kürzlich flog Ruby Rodriguez nach Guatemala. Marianne Briegel erwartet ihr erstes Baby und blieb deshalb in Bad Wörishofen, wo das Paar seit September 2015 lebt. Sie arbeitet hier für die Rummelsberger Dienste in mehreren Wohngruppen und verhilft unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen zu einem besseren Start in Deutschland. Außerdem arbeitet sie für Kolping Memmingen im psychologischer Dienst. Auch hier ist sie für unbegleitete Minderjährige zuständig, organisiert berufsvorbereitende Maßnahmen.

Im Februar dieses Jahres gründete sie gemeinsam mit ihrem Mann und Petra Biggel den Verein „Abriendo Caminos – Wege eröffnen“. Der Zweck des Vereins ist laut Satzung die Förderung der Jugendhilfe durch Unterstützung der Schulbildung und der gesunden Entwicklung von Kindern und Jugendlichen in Guatemala. Insbesondere soll verwirklicht werden, dass finanzielle Mittel für die Versorgung mit Schulmaterialien, Kleidung, Nahrungsmitteln und Nachhilfe ermöglicht werden kann. Schon ein Rucksack mit Schulsachen (15 Euro – das entspricht Essen für zwei Wochen) mit Schulsachen zu Weihnachten sind eine willkommene Gabe. „Den Familien ist damit eine große Last genommen.“, erklärt Marianne Briegel, die hier in Bad Wörishofen weiter Spenden für ihren Verein sammeln will. Und wer weis, vielleicht zieht das Paar ja auch einmal wieder zurück nach Guatamala.

und seine zahlreichen Aktivitäten finden Sie unter www.abriendocaminos.de.

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