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18.04.2018

Betonblöcke versperrten den Rettern den Weg

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Sie halten der Ettringer Wehr seit vielen Jahren die Treue und wurden dafür jetzt ausgezeichnet (von links): 1. Kommandant Michael Rüger (20 Jahre), Michael Henle , Tobias Frey, Fabian Blochum (alle zehn Jahre), 1. Vorstand Robert Kugelmann (20), und Roland Kögel (30 Jahre).

Die Ettringer Feuerwehr hat ein arbeitsreiches Jahr erfolgreich geschafft. Die gute Ausbildung der Aktiven ist die Basis dafür, dass sich die Ettringer Bürger auf ihre Feuerwehr verlassen können. Was Kommandant Michael Rüger in Zukunft noch besser machen will

Ein arbeits- und einsatzreiches Jahr liegt hinter den Ettringer Feuerwehrmännern: 41 Mal mussten die 59 Aktiven ausrücken, das sind „mehr als 1000 Stunden ehrenamtlicher Einsatz zu jeder Tages- und Nachtzeit“, rechnete Kommandant Michael Rüger vor. Dabei wurden die Retter immer wieder auch vor besondere Herausforderungen gestellt, die deutlich machten, wie wichtig eine gute Ausbildung ist.

Der 27. Januar 2017 bleibt Kommandant Rüger und seinen Kameraden da ganz besonders in Erinnerung: Nach zweijähriger Pause lockte die Ettrinarria wieder tausende Narren nach Ettringen – alleine diese Veranstaltung erforderte ein Großaufgebot an Einsatzkräften der Einsatzkräften, die laut Rieger „alle Hände voll zu tun hatten, um die Sicherheit im Ort zu gewährleisten.“

Doch damit sollte es in dieser Nacht noch lange nicht getan sein. In der Nacht um 3 Uhr riss ein Feueralarm die Retter aus den Betten: In der Asylbewerberunterkunft in Siebnach war in einem Zimmer ein Brand ausgebrochen, der Dank dem beherzten Eingreifen der Ettringer Retter dann auch schnell gelöscht und ein Bewohner unter Atemschutz gerettet werden konnte.

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Vor dem eigentlichen Einsatz standen die Feuerwehrmänner aber buchstäblich vor einem nahezu unüberwindlichen Hindernis: Aus Sicherheitsgründen waren sämtliche Zufahrtsstraßen mit tonnenschweren Betonblöcken blockiert worden: „So war es uns fast nicht möglich, aus unserem eigenen Ort zu gelangen“, erinnerte sich Kommandant Rüger an diese knifflige Situation und mahnte an: „Hier müssen wir für die Zukunft eine bessere Lösung finden, damit so etwas nicht nochmal passiert“.

Die neue ABC-Messkomponente feierte im April ihre erfolgreiche Premiere, als sich bei einem Einsatz in Heimertingen ein vermutlicher Gasgeruch als harmlos herausstellte. Im Mai stand dann in Bad Wörishofen ein weiterer ABC-Einsatz an, der aber ebenfalls glimpflich ausging: Der von Anwohnern festgestellte Gasgeruch entpuppte sich als Dämpfe aus Farbkübeln, die im Keller gelagert waren. Auch einen „tierischen Einsatz“ hatten die Ettringer zu absolvieren: Im August hatte sich ein Falke in einem Drahtgitter verfangen und die Feuerwehrmänner hatten schon die Schiebeleiter ausgefahren, als der Vogel sich dann doch aus eigener Kraft aus seiner misslichen Lage befreien und davonflattern konnte.

Leider verliefen nicht alle Einsätze so harmlos: Für die Retter gab es auch schwierige Momente, die sie immer wieder an die Grenzen ihrer Belastbarkeit brachten: Bei einem Brand in einer Ramminger Firma im September war sogar der Tod eines Arbeiters zu beklagen.

Der buchstäblich „heiße“ November wird der Ettringer Wehr noch lange im Gedächtnis bleiben: Gleich vier mal innerhalb eines Monats mussten die Retter ihr Können unter Beweis stellen, was aber auch eindrucksvoll gelang.

Insgesamt listete Kommandant Michael Rüger neun Brandeinsätze, neun Einsätze der ABC-Messkomponente, sieben Verkehrsunfälle und zahlreiche weitere, „kleinere“ Einsätze auf: „Mit unserer Hilfe konnten insgesamt zehn Menschen gerettet werden“, lobte Rüger. Dies zeige eben, wie wichtig es war, dass die Truppe sich auf insgesamt 44 Übungen, Schulungen und Fortbildungen immer wieder fit für diese Ausnahmesituationen macht.

Beim Truppmann-Lehrgang in Ettringen zeigten Patrick Heumos, Vincent Böck, Thomas Müller, Manuel Kirschner, Wolfgang Grieb, Lukas Schwarzenbacher und Florian Pollack ihr Können. Andreas Schwarzenbacher und Basti Streitenberger absolvierten den Truppführer-Lehrgang und Marco Trautwein war beim MZF-Führungstrupp in Erkheim dabei. Robert Kugelmann absolvierte mit Erfolg der Kehrgang Zugführer, ebenso wie Albert Steffens den Lehrgang für Ausbilder Maschinisten. Auch Kommandant Michael Rüger hielt sich beim Lehrgang auf der Feuerwehrschule Regensburg fit.

Um den Nachwuchs muss sich die Ettringer Feuerwehr keine Sorgen machen: Die Ausbilder Marco Trautwein, Andreas Miller und Basti Streitenberger haben eine tolle Truppe beieinander.

Rügers Dank ging auch an die Gemeinde Ettringen in Person von Bürgermeister Robert Sturm, der an der Jahreshauptversammlung persönlich teilnahm: Der finanziellen Unterstützung der Gemeinde sei es letztlich zu verdanken, dass inzwischen alle Rettungskräfte der Ettringer Wehr mit hochmodernen, neuen Schutzanzügen ausgerüstet werden konnten. (alf/mz)

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