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Schwäbischer Europatag

18.07.2017

Beziehung auf ganz neuer Ebene

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2 Bilder
Gertrud Hiemer-Haslach singt die Missa Katharina.
Bild: Martina Diemand

Die Würdigung der Städtepartnerschaften steht in Ottobeuren im Mittelpunkt. Ein Beispiel zeigt, wie ein Unglück zwei Gemeinden fester zusammenschweißt.

163 Partnerschaften zwischen Städten und Gemeinden in Europa gibt es derzeit im Regierungsbezirk Schwaben. Dass eine solche Partnerschaft über gegenseitige Besuche und den Austausch hinausgehen kann, beweist das Beispiel Ottobeuren. Deren italienische Partnergemeinde Norcia (Umbrien) wurde im Oktober 2016 von einem schweren Erdbeben heimgesucht. Häuser stürzten ein. Zum Glück kam kein Mensch ums Leben. Seither unterstützt der Ottobeurer Partnerschaftsverein die Bürger dort – vor allem finanziell, aber auch mit Sachspenden.

„Wenn Freunde nicht in ihre Häuser können und in Zelten oder Autos schlafen müssen, dann darf man nicht abwarten, sondern muss sofort etwas tun“, sagte die Vorsitzende des Vereins, Edeltraud Winkler, am Rande des „Schwäbischen Europatags“, der am Wochenende in Ottobeuren stattgefunden hat. Im Mittelpunkt stand die Würdigung und Stärkung der Städtepartnerschaften. Winkler erhielt dabei – für sie „völlig überraschend“ – vom Europaabgeordneten und CSU-Bezirksvorsitzenden Markus Ferber die Europamedaille der CDU/CSU-Gruppe im Europäischen Parlament.

Die Italiener seien sehr dankbar

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Winkler war seit dem Erdbeben bereits dreimal vor Ort. Mit dabei hatten sie und viele Helfer aus Ottobeuren beispielsweise Wohnwagen, in denen die Menschen provisorisch leben können. Das Unglück habe die Partnerschaft „auf eine ganz neue Ebene“ gehoben, erklärte die Ottobeurerin. Die Dankbarkeit der Menschen in Norcia, die immer noch unter Nachbeben zu leiden hätten, sei sehr groß.

Nach den Worten von Theo Waigel, der die Festrede hielt, sind solche Partnerschaften „ein bedeutender Teil des großen Bündnisses, das wir für Europa brauchen“. Gleichzeitig müsse es gelingen, die Jugendarbeitslosigkeit in Europa zu verringern, sagte der ehemalige Bundesfinanzminister. Denn nur dann sei diese Generation bereit, die Idee eines gemeinsamen Europas genauso zu verteidigen, „wie wir es damals als junge Leute getan haben“, betonte Waigel. Das bisher Erreichte sei nicht selbstverständlich, sagte er, sondern man müsse sich das alles immer wieder neu erarbeiten.

Dass das Interesse an Städtepartnerschaften zwar da ist, aber vor allem jüngere Menschen immer wieder neu dafür gewonnen werden müssen, weiß Gerhard Hock, Bürgermeister von Durach (Oberallgäu). Seine Gemeinde unterhält gleich drei Partnerschaften zu Orten in Italien, Frankreich und auch Slowenien. Dem Partnerschaftsverein gehören knapp 200 Mitglieder an, darunter aber nur wenige junge Leute.

Für junge Menschen ist die Reisefreiheit selbstverständlich

Denn gerade für die jüngeren Altersgruppen ist es laut Hock oft selbstverständlich, problemlos durch Europa zu reisen. Um ihnen die Bedeutung des direkten Austauschs bewusst zu machen, veranstaltet die Gemeinde seit einiger Zeit eine internationale Sport- und Kulturwoche, die Jugendliche aller Duracher Partnerstädte zusammenbringt.

Ein Vorteil solcher Begegnungen ist laut Markus Ferber, „dass Menschen zusammenkommen, die feststellen, dass sie mehr gemeinsam haben, als sie denken“. Denn Europa sollte „kein Zwei-Generationen-Projekt, sondern ein Dauerprojekt“ sein, betonte der CSU-Politiker.

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