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Natur

30.06.2016

Biblisches wird hier lebendig

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Experten in Sachen Bibelgärten (von links):Volker Struß, Peter Portalla, Christian Lukesch, Anette Lukesch, Christa Hahn und Gabriele Socher-Schulz.

Der Bibelgarten von Bad Wörishofen steht im Mittelpunkt des Interesses. Gäste aus ganz Deutschland schauen sich an, was da an der Erlöserkirche entstanden ist – Erstaunliches nämlich

Die Erlöserkirche blüht auf. Vor zwei Jahren entstand durch die Idee und Initiative von Angelika Beck einen Bibelgarten rund um die Kirche zu gestalten. Möglich machten es die Unterstützung von Kerstin Steinsberger, die helfenden Hände etlicher Asylbewerber in tatkräftiger Handarbeit, vor allem mit dem aus Mali stammenden Bamari Keita, und die finanzielle Hilfe vieler Sponsoren. Heute ist der Bibelgarten eine Augenweide.

Schon wenn Besucher vom Parkplatz auf die Rückseite der Kirche schauen, leuchtet dort eine mit Begonien und einem schwarzen Kreuz in der Mitte angelegte „Luther-Rose“, das Symbol der Evangelisch-Lutherischen Kirche. Natürlich fehlt auch ein Ölbaum nicht. Es sind überwiegend Pflanzen, Gemüse und Getreide, die schon in der Bibel ihren festen Platz hatten.

Die positiven Ergebnisse führten nun zur ersten „Bibelgarten-Fachtagung“ in Bad Wörishofen. Inzwischen gibt es in Deutschland 160 Bibelgärten – da kann man viele Erfahrungen austauschen. Die 66 Teilnehmer an der Bad Wörishofer Tagung aus Deutschland und der Schweiz erfreuten sich an mehreren Workshops und interessanten Referaten. Das Thema lautete: „In einem Garten ging die Welt verloren, in einem Garten wurde sie erlöst.“

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Hierüber referierte Ruhestandspfarrer Herbert Specht. Er sprach über die „endzeitliche Friedenszeit, in der Heilszeit, wenn die Schwerter zu Pflugscharen umgeschmiedet werden und die Speere zu Winzermessern, dann wird ein jeder Israelit ‚ unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum sitzen’, und das Leben unter dem Schutz Gottes genießen (Micha 4,4.)“

Specht spannte den Bogen vom Paradiesgarten Eden bis hin zum Garten Gethsemane, in dem Judas Jesus an die Häscher verriet. Dass es auch bei Martin Luther und seiner Frau Katharina von Bora oft um Gärten ging, zeigte Katrin Stückrath, Pfarrerin in Lünen/Westfalen, in ihrem Referat. Sie zitierte Luther als Gärtner: „Ah, was wollen wir doch mit unsern guten Werken Gott den Himmel abverdienen oder stolzieren auf unsere gute Werk? (…) Was hab ich heute allhie getan? Zwi Stunden hab ich gehackt, drei Stunden gegessen und darnach vier Stunden müßig gegangen. Ah Herr, geh nicht mit deinem Diener ins Gericht.“

Referentin Gabriele Socher-Schulz sprach zur Erwachsenenbildung über Veranstaltungen im Bibelgarten. Christa Hahn zeigte Israelisches Leben auf dem Land, Ackerbau und jüdische Feiertage auf. Volker Struß empfahl Saaten für den Bibelgarten, Peter Portalla erläuterte den Umgang mit mediterranen Pflanzen in unserem Klima und Anette und Christian Lukesch erklärten den Zusammenhang der Pflanzen mit christlicher Namenstradition.

Beim festlichen Abschlussgottesdienst sagte Dekanin Claudia Schieder aus Memmingen: „Bist du einmal sehr zerstreut, geh in den Garten – das erfreut!“ Diese Empfehlung, die sie als Jugendliche auf dem Gartenkalender ihrer Eltern las, sei bis heute in ihrem Gedächtnis haften geblieben. Sie sei damals nicht gerne in den Garten gegangen, es habe ja immer Arbeit bedeutet. Erst später habe sie die schöpferische Kraft erkannt. Dass es bei dieser Bibelgarten-Fachtagung auch um Erlebnisse für alle Sinne ging, bewiesen die Veranstalter mit Begehen von Kurpark und der Beete von Blumenlust. Wer den Bibelgarten Bad Wörishofen selbst besuchen will, kann das unter anderem am Freitag, 15. Juli, um 15 Uhr im Rahmen einer Führung tun.

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