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Illerbeuren

08.01.2021

Brand im Bauernhofmuseum: Feuerwehrmann erhält Strafbefehl

Ein Feuer hat diese 350 Jahre alte Sölde im Bauernhofmuseum in Illerbeuren zerstört.
Bild: Franz Kustermann

Plus Vor knapp einem Jahr brannte eine historische Solde im Bauernhofmuseum Illerbeuren. Warum nun ein Feuerwehrmann eine Strafe zahlen soll.

Gut zehn Monate nach dem Brand einer historischen Sölde im Schwäbischen Bauernhofmuseum in Illerbeuren hat die Staatsanwaltschaft Memmingen ihre Ermittlungen abgeschlossen. Mittlerweile hat das Amtsgericht gegen ein Mitglied des Feuerwehrvereins Illerbeuren wegen fahrlässiger Brandstiftung einen Strafbefehl über 70 Tagessätze erlassen.

Der Grund: Ihm wird die Hauptverantwortung für ein Funkenfeuer in der Nähe der Sölde zugeschrieben. Die Staatsanwaltschaft kam zu dem Schluss, dass dieses der Auslöser dafür war, dass das Dach des historischen Gebäudes in Flammen aufging. Der Mann hat allerdings Rechtsmittel eingelegt, teilte der Direktor des Amtsgerichts, Reiner Egger, mit.

Die Traditionsveranstaltung, die der Feuerwehrverein Illerbeuren organisiert hat, fand etwa 200 Meter von der Sölde entfernt statt. An diesem Abend blies ein kräftiger Wind. Dadurch wurden offenbar Funken auf das Dach des historischen Gebäudes geweht. Bei dem Brand entstand Sachschaden in Höhe von 750.000 Euro. Zahlreiche Feuerwehren und Rettungskräfte waren im Einsatz.

Polizei und Staatsanwaltschaft ermittelten gegen zwei Personen

Wie berichtet, hatten sich die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft zuletzt auf zwei Personen konzentriert, die beide Mitglieder der örtlichen Feuerwehr sind. Gegen einen 25-Jährigen wurde das Verfahren letztlich eingestellt, da ihm laut Staatsanwaltschaft nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte, dass er für das Funkenfeuer die Verantwortung trägt. Anders sehe das bei dem 34-Jährigen aus.

Er hätte aus Sicht der Staatsanwaltschaft darauf achten müssen, dass das Feuer unter Aufsicht steht, was nicht passiert sei. Zudem hätte er bei dem starken Wind veranlassen müssen, dass das Funkenfeuer gelöscht wird, was ebenfalls nicht geschehen sei. Laut Egger war an besagtem Abend zudem kein Löschfahrzeug vor Ort. In diesem Zusammenhang weist der Direktor des Amtsgerichts darauf hin, dass das Feuer selbst nicht genehmigungspflichtig gewesen sei, sondern lediglich der Ausschank von Getränken.

Der Feuerwehrmann legte Einspruch gegen den Strafbefehl ein

Der Feuerwehrmann habe nun Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt und über seinen Rechtsanwalt um Akteneinsicht gebeten. Dies hat das Gericht auch genehmigt. Sollte der Mann den Strafbefehl nicht akzeptieren, sei die Eröffnung einer Hauptverhandlung möglich, sagte der Direktor des Amtsgerichts.

Unterdessen haben die Arbeiten zur Rekonstruktion der Sölde begonnen. Mitte Dezember wurden das Einrichten der Baustelle und die Sicherung eines Notdaches für den Winter abgeschlossen. Das Gebäude soll voraussichtlich in diesem Sommer wieder aufgebaut sein.

Mehr über den Brand in Illerbeuren erfahren Sie hier:

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