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Apfeltrach

02.08.2018

„Brand“ im idyllischen Weiler Walchs

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Kurz nach Alarmierung brausten die ersten Feuerwehrfahrzeuge mit Martinshorn in den Weiler Walchs bei Apfeltrach und versetzten den idyllischen Ort in einen wahren Schauplatz.
Bild: Adelwarth

Die Übung in dem Weiler mit seinen vier Häusern stellt die Feuerwehrleute aus Apfeltrach, Saulengrain, Köngetried und Mindelheim vor Herausforderungen.

In Walchs, dem kleinen Weiler östlich von Apfeltrach, ist während des Jahres nicht viel geboten. Immerhin stehen da nur vier Häuser und man kann schon von einer gewissen Idylle sprechen. Die Bewohner haben nicht nur eine herrliche Aussicht, sondern genießen auch die Ruhe. Diese wurde kürzlich mit einem Großaufgebot an Feuerwehrfahrzeugen gestört und es herrschte inmitten der Häuser reges Treiben. Dort war nämlich die große Hauptübung der Feuerwehren aus Apfeltrach, Saulengrain, Köngetried und Mindelheim und die Einwohner hatten sich auf dieses Ereignis eingestellt und beobachteten das Geschehen ganz gemütlich von den Gartenbänken aus.

In Windeseile waren die vier Atemschutzträger aus Apfeltrach in der Scheune

Pünktlich um 20 Uhr wurde der Alarm ausgelöst und die ersten Martinshörner waren schon von Weitem zu hören. Die Autos brausten zum simulierten Szenario, wo ein Stadel Feuer gefangen hatte. Damit der Brand nicht außer Kontrolle geriet und auf das benachbarte Gebäude übergriff, mussten die Wehrmänner schnell eingreifen. Schon ein paar Minuten nach Alarmierung deckten kräftige Wasserfontänen den Stadel ein. In Windeseile waren die vier Atemschutzträger der Feuerwehr Apfeltrach in die Anzüge geschlüpft und betraten die Scheune. „Der Atemschutz hat die Aufgabe abzuklären, was sich in dem Stadel befindet“, erklärt Kreisbrandmeister Karl-Heinz Abbold. Immerhin könnten dort neben Menschen und Tieren auch gefährliche Chemikalien gelagert sein, die zu einer Explosion führen könnten.

Da der Ort eher eng bebaut ist, hatten die Floriansjünger alle Mühe, sich „auszubreiten“. „Die beengten Verhältnisse und die schwierige Lage ist schon eine Herausforderung“, so Apfeltrachs Kommandant Christian Seitz. Gerade das sei bei einer Hauptübung gewünscht und er habe sich bewusst dafür entschieden.

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Dabei galt es auch die schwierige Wasserversorgung zu gewährleisten. Der Bach „Westernach“ ist etwa 700 Meter entfernt und dafür mussten lange Schlauchleitungen verlegt werden, was Apfeltrach und Köngetried gemeinsam bewältigten. Die öffentliche Wasserversorgung ist in dem Weiler nämlich eher mau, da kein Hydrant oder Ähnliches zur Verfügung steht. Die Erstversorgung erfolgte von einer Zisterne, die später aber vom Bachwasser abgelöst werden musste. Es dauerte eine Weile, bis das Wasser von der Westernach verfügbar war. „Dies ist bei dieser Entfernung und dem ansteigenden Gelände aber ganz normal“, erklärte Abbold.

Zum Glück war an diesem Abend niemand in Gefahr. Die Männer und Frauen wussten genau, was zu tun war, und die Mindelheimer rückten mit der Drehleiter an, um den Brand zu bekämpfen. Mit vereinten Kräften hatten die Feuerwehrler die Gefahr schnell gebannt.

Saulengrain und Köngetried erhielten Lob

Der gesamte Einsatz wurde von Kreisbrandmeister Karl-Heinz Abbold, Kreisbrandinspektor Wolfgang Heimpel und stellvertretendem Kommandant der Feuerwehr Mindelheim Robert Draeger genau überwacht und dokumentiert. Bei der anschließenden Manöverkritik gab es viel Lob und wenig Tadel. Karl-Heinz Abbold zeigte sich sehr zufrieden: „Die Saulengrainer waren schnell und routiniert und stellten die erste Wasserversorgung durch die Zisterne sicher.“ Robert Draeger lobte die ruhige Arbeit der Köngetrieder Floriansjünger. „Rasch habt ihr die Leitungen schön am Rand verlegt, um den Verkehr nicht zu beeinträchtigen.“

Auch Kreisbrandinspektor Wolfgang Heimpel war zufrieden. „Ich habe keine Kritik zu vermerken, nur Ratschläge weiterzugeben“, sagte er. Dabei appellierte er nochmals an alle Feuerwehrler, die Verkehrsflächen frei zu halten. Er beobachtete den Innenangriff der Atemschutzträger und gab eine positive Rückmeldung. „Aber bitte denkt dran, immer einen 45-Meter-Schlauch bereitzustellen, damit hat man einen größeren Bewegungsradius im Objekt.“

Dass einige Schlauchleitungen der Feuerwehren schon bessere Tage gesehen hatten und daher nicht mehr ganz dicht waren, war für die Beobachter nicht schlimm. „Genau für solche Dinge machen wir die Hauptübungen, damit auch das Schlauchmaterial einmal auf Herz und Nieren getestet werden kann und dann, wenn nötig, ausgetauscht wird“, so Abbold.

Das Schlusswort hatte Apfeltrachs Bürgermeisterin Karin Schmalholz, die von einer logistischen Herausforderung sprach und allen Feuerwehrlern für ihren Einsatz für die Bürger dankte. Am Ende hatten sich alle eine Brotzeit im Apfeltracher Schützenheim redlich verdient und die Floriansjünger ließen die Hauptübung dabei noch einmal Revue passieren um für den Ernstfall bestens gerüstet zu sein.

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