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Mindelheim

27.03.2020

Brandserie aufgeklärt: Polizei fasst zwei Brandstifter

Dieses Auto im Mindelheimer Norden war im September 2019 angezündet worden. Jetzt hat die Polizei zwei Tatverdächtige ermittelt.
Bild: jsto

Plus Im Herbst 2019 waren im Mindelheimer Norden mehrere Fahrzeuge angezündet worden. Jetzt konnten die Beamten zwei mutmaßliche Brandstifter überführen.

Im September 2019 hatten Unbekannte mehrere Fahrzeuge in einem Wohngebiet im Mindelheimer Norden angezündet. Der oder die Täter zündeten Fahrzeugreifen von Autos und einem Roller an, so dass diese ausbrannten. So lange der Feuerteufel nicht gefasst war, machten sich viele Mindelheimer Sorgen um ihr Hab und Gut. Jetzt hat die Polizei nach monatelanger akribischer Ermittlungsarbeit den Fall aufklären können.

Nächtliche Fahndung mit dem Polizeihubschrauber über Mindelheim

Die nächtliche Suchaktion nach den Tätern per Hubschrauber dürfte vielen Mindelheimern noch gut in Erinnerung sein. Mit ohrenbetäubendem Rotorlärm stand der Helikopter über dem Wohngebiet und suchte das Areal mit Lichtspots ab. Damals waren vier Fahrzeuge zerstört worden – drei Autos und ein Motorroller. Zunächst hieß es, der Sachschaden liege bei 25.000 Euro. Diese Zahl hat die Polizei inzwischen auf 20.000 Euro korrigiert. (Lesen Sie auch: Polizei sucht Brandstifter - und ist zuversichtlich)

Lange Zeit tappte die Polizei nach einem Tatverdächtigen im Dunkeln. Und das trotz einer aufwendigen Suchaktion mit 25 Beamten und besagtem Helikoptereinsatz. Den Beamten gelang es aber, eine Reihe von Indizien zusammenzutragen, so dass jetzt zwei Jugendliche als dringend Tatverdächtige ermittelt werden konnten. „Nach langwierigen Ermittlungen konnte der Staatsanwaltschaft Memmingen eine Strafanzeige wegen Brandstiftung gegen zwei Jugendliche vorgelegt werden“, sagte Mindelheims Polizeichef Gerhard Zielbauer.

Brandserie aufgeklärt: Polizei fasst zwei Brandstifter

Die Polizei ist den dringend Tatverdächtigen mit der Auswertung von Kommunikationsspuren auf die Spur gekommen. Gemeint ist das Bewegungsprofil, das sich über Handys auswerten ließ.

Verdächtige hatten mit Rauschgift zu tun

Bei den zwei Jugendlichen handelt es sich um einen 16- und einen 18-Jährigen. Beide haben deutsche Staatsangehörigkeit. Beide wurden bisher von der Polizei noch nicht vernommen, weil noch kein Pflichtverteidiger berufen wurde. Einer der beiden war kein unbeschriebenes Blatt. Er war bereits wegen Rauschgiftmissbrauch aufgefallen.

Wie aber sind die Beamten den Jugendlichen auf die Spur gekommen? Am Tag der Tat hat die Polizei einem an der Brandserie Unbeteiligten dessen Handy wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz abgenommen und sichergestellt. Die Daten auf dem Handy wurden polizeilich ausgewertet. Ein Chatverlauf brachte die Polizei auf die Spur der beiden Beschuldigten. Vernommen wurden die Verdächtigen bisher nicht. Seit einer Rechtsänderung auf EU-Ebene muss für eine solche polizeiliche Vernehmung ein Pflichtverteidiger vom Gericht benannt werden. Das ist bisher noch nicht passiert. Auch einen Gerichtstermin gibt es bisher noch nicht.

Erwachsene können für eine Brandstiftung bis zu zehn Jahre ins Gefängnis kommen

Eine Brandstiftung dieser Art, die mit Absicht erfolgt ist, wird mit einer Gefängnisstrafe von mindestens einem Jahr bestraft. In extremen Fällen im Erwachsenenstrafrecht müssen Täter bis zu zehn Jahre hinter Gitter. Ein Zusammenhang mit anderen Brandstiftungen konnte die Polizei nicht feststellen.

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