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Bad Wörishofen

05.09.2019

Brandstiftung: Wer hat es auf Neubrand’s Stüble abgesehen?

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Die Aufräumarbeiten werden wohl zwei Wochen dauern.
Bild: Alf Geiger

Schon zum vierten Mal war die Gaststätte Neubrand's Stüble in Bad Wörishofen Ziel eines Brandanschlags. Was Wirtin und Kriminalpolizei dazu sagen.

Treibt ein Serien-Brandstifter in Bad Wörishofen sein Unwesen? Und warum trifft es immer wieder die Gaststätte „Neubrand’s Stüble“, wo es inzwischen schon zum wiederholten Mal gebrannt hat? Diesmal war es schon der vierte Fall von Brandstiftung, sagt Adi Neubrand, die gemeinsam mit ihrem Mann Achim die beliebte Gaststätte betreibt.

Schon wieder muss im "Neubrand's Stüble" in Bad Wörishofen alles geputzt und ausgeräumt werden

Und das bedeutet: Schon wieder muss alles ausgeräumt, geputzt und gelüftet werden. „Wenigstens ist der Schaden diesmal nicht ganz so groß“, sagt Barbara Preschl, die gemeinsam mit Adi Neubrand die Gaststätte bewirtschaftet und schaut auf den total verbrannten Rest eines Holztisches, der unter einer Überdachung steht und ein Raub der Flammen wurde. Gerade waren die Schreiner fertig mit den Arbeiten, der Anbau hätte als Stellfläche für Leergut etc. genutzt werden sollen. Mindestens zwei Wochen lang werde sie ihr Lokal schließen müssen, sagt sie. In der Küche stinkt es beißend, der Qualm hat auch in der Gaststube seine Spuren hinterlassen. Dass jetzt wieder die Gerüchte in Bad Wörishofen in den Himmel schießen werden, das sei ihr bewusst: „Wir können nichts machen, wir hoffen nur, dass die Kripo diesmal den Täter ermitteln kann“, sagt sie.

Nicht zum ersten Mal hat es im "Neubrand's Stüble" gebrannt: Lesen Sie hier Schon wieder Feuer im „Neubrand‘s Stüble“ Dachstuhlbrand im Neubrand's-Stüble

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Gibt es Hinweise auf ein mögliches Motiv? Warum ist immer wieder ausgerechnet Neubrand’s Stüble Ziel dieser Anschläge? All diese Fragen beschäftigen nicht nur die Bad Wörishofer Bevölkerung, sondern auch die Fahnder der Kriminalpolizei Memmingen, die derzeit an der Spurenauswertung arbeiten. Ein weiterer Brandgutachter wurde bereits eingeschaltet, so ein Kripo-Sprecher auf Anfrage unserer Zeitung.

Aus "ermittlungstaktischen Gründen" will die Kripo keine weiteren Angaben zur Brandstiftung in Bad Wörishofen machen

Leider gebe es aber noch keine „heiße Spur“ oder gar einen konkreten Tatverdacht oder gar verwertbare Hinweise: „Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen“, hieß es. Ganz mit leeren Händen stehe die Polizei zwar nicht da, doch aus ermittlungstaktischen Gründen wollte der Kripo-Kommissar nicht mehr sagen. Seltsam sei jedoch, dass sich auf die ersten Zeugenaufrufe noch niemand gemeldet habe.

Jetzt hoffen die Ermittler, dass sich doch noch mögliche Augenzeugen melden, die etwas beobachtet haben könnten: „Uns hilft jeder kleinste Hinweis weiter, auch wenn er auf den ersten Blick auch nicht wichtig erscheinen mag“, so der Polizeisprecher.

Ein Anwohner hatte, wie berichtet, in der Nacht auf Mittwoch die Rettungskräfte informiert, weil er den Brand in der Gaststätte bemerkt hatte. Nun ermittelt die Kriminalpolizei wegen vorsätzlicher Brandstiftung und bittet um Zeugenhinweise.

Die alarmierte Feuerwehr konnte den Brand an einem neu errichteten Anbau schnell löschen, sodass verhindert werden konnte, dass sich die Flammen weiter ausbreiten. Der Schaden beträgt laut Polizei etwa 15.000 Euro, Personen wurden nicht verletzt. Noch in der Nacht übernahm der Kriminaldauerdienst der Kripo die Ermittlungen. Derzeit geht die Polizei „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ von vorsätzlicher Brandstiftung aus.

Hinweise, die auf Wunsch auch anonym behandelt werden, an die Kripo unter der Telefonnummer 08331/1000.

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