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17.07.2019

Braucht Bad Wörishofen einen Seniorenbeirat?

Soll die Stadt Bad Wörishofen einen Beirat für Senioren ins Leben rufen? Über diese Frage wurde im Sozialausschuss diskutiert.
Bild: dpa

Über 50 Prozent der Einwohner sind nach Darstellung der Sozialreferentin Senioren, die sich einbringen wollen. Doch der Vorstoß wird kontrovers diskutiert.

„Über 50 Prozent der Einwohner Bad Wörishofens sind Senioren“, stellte Sozialreferentin Ilse Erhard ( CSU) im Ausschuss für Soziales und Bildung fest. Und sprach sich leidenschaftlich dafür aus, dass die Stadt einen Seniorenbeirat einrichtet. Die Idee des Mehr-Generationenvereins stieß im Ausschuss allerdings auch auf Vorbehalte, sodass das Gremium leidenschaftlich diskutierte und am Ende keine Entscheidung traf. Ein „runder Tisch“ soll im Vorfeld Meinungen mit Interessenten und Betroffenen sammeln und am Ende steht dann vielleicht doch die Einrichtung eines Seniorenbeirates.

Ilse Erhard erklärte, aus ihrer Arbeit mit den Senioren wisse sie, dass diese mitreden und gehört werden wollen. SPD-Fraktionssprecher Stefan Ibel wiederum sagte mit Blick in die Runde der Ratskollegen, dass die Senioren im Stadtrat nicht unterrepräsentiert seien. Und was komme danach? Vielleicht ein Jugend- und ein Wirtschaftsbeirat? Auch diese Frage stellte Ibel in den Raum.

Grünen-Fraktionssprecherin Doris Hofer fragte in die Runde, was ein Seniorenbeirat bringe. Eigentlich wäre ein Umweltbeirat wichtiger, findet sie. Und was sage man den Jugendlichen, die ja bislang auch keine eigene Vertretung haben. Marion Böhmer-Kistler (CSU) setzte dagegen, die Jugend habe Möglichkeiten, sich einzubringen. Sicher wäre eine Aufgabe des Seniorenbeirates, Projekte anzustoßen. Doch da komme das nächste Problem, der Beirat brauche Geld, also ein Budget. Ähnlich sah es auch Bürgermeister Paul Gruschka ( Freie Wähler), denn am Ende müsse man die Ideen auch umsetzen. Allerdings sah er da keine große Gefahr, Senioren wüssten mit dem Geld umzugehen.

So gründet man einen Beirat

Hauptamtsleiter Martin Aicher informierte über Grundlegendes und bezog sich dabei weitgehend auf die Broschüre „Gründung und Aufbau kommunaler Selbstvertretungen“. Darin werde festgehalten, dass die Seniorenvertretung ein Gremium darstelle, das den Stadtrat bei Themen, die ältere Menschen betreffen, berät. Teilweise werde sogar so eine Art Antragsrecht eingeräumt. Dies würde aber dazu führen, dass über alle Eingaben des Seniorenbeirates ein Beschluss gefasst werden müsse. Deshalb werde empfohlen, dass eine Seniorenvertretung primär als Beratungsorgan fungiert. Die Gründung eines Seniorenbeirates sei auf Basis einer öffentlich-rechtlichen Satzung vorzunehmen, empfahl Aicher weiter.

Weiter müsse man definieren, ab welchem Alter ein Mensch ein Senior sei und wie dieser Beirat gewählt werde.

Dennoch waren Josef Kunder (CSU) und Wilfried Schreiber (Freie Wähler) noch nicht von der Notwendigkeit eines Seniorenbeirates überzeugt. Kunder sprach sich für kurze Wege aus: „Wenn Menschen ein Problem haben, dann kommen sie doch zu uns Stadträten. Wir kennen doch unsere Mitbürger“, meinte er. Und auch Schreiber meinte, dass in der heutigen Zeit der rüstige Rentner wisse, wohin er sich per E-Mail bei einem Problem wenden können. „Ein eigener Beirat muss nicht sein“, so seine Meinung.

Sozialreferentin will nicht locker lassen

Nach den kontroversen Meinungen auch innerhalb der CSU, kündigte Ilse Erhard an, nicht locker zu lassen.

Sowohl Bürgermeister Paul Gruschka als auch Rätin Michaela Bahle-Schmid (CSU) versuchten die Wogen zu glätten und verwiesen auf den Vorschlag in der Vorlage der Verwaltung, auf Einrichtung eines Runden Tisches, wie auch vom Mehr-Generationenverein vorgeschlagen.

Es bestand also Einigkeit, einen Runden Tisch zu organisieren, der klären soll, welche Aufgaben die Seniorenvertretung haben und wie der Seniorenbeirat eingerichtet werden soll.

Dabei sollen auch noch Details festgelegt werden, etwa wie viele Personen dem Gremium angehören und wie lange eine Amtszeit dauert.

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