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22.10.2009

Bürger mahnen den Hochwasserschutz an

Kirchdorf Das Thema Hochwasserschutz erhitzt nach wie vor die Gemüter in Kirchdorf und dominierte auch die Diskussionen bei der Mitgliederversammlung der "Bürgerinitiative Umweltschutz Bad Wörishofen-Kirchdorf". Der Vorsitzende Hannes Weber kritisierte vor allem die "schleppende Umsetzung des Verfahrens". Kontrovers diskutiert wurde auch, als die geplante Ansiedlung der Firma Tricor zur Sprache kam.

"Hängepartien mit unbekanntem Ausgang", nannte Weber in seinem Rechenschaftsbericht beide Projekte. Die Hochwassergefahr im Ort zu bannen, sei seit vielen Jahren ein vorrangiges Anliegen der Bürgerinitiative. Die von ihr im Jahre 2000 vorgeschlagenen und von der Stadt teilweise umgesetzten Schutzmaßnahmen hätten nicht verhindern können, dass anno 2002 viele Häuser in Kirchdorf überflutet wurden. Wie Weber berichtete, gab die Stadt Bad Wörishofen, wie alle umliegenden, von der Flutkatastrophe betroffenen Gemeinden, damals ein Gutachten zum Hochwasserschutz in Auftrag. Inzwischen wurden die Pläne mehrfach überarbeitet.

"Während andere Gemeinden längst gehandelt und einen Damm gebaut haben, sind wir immer noch im Planungsstadium", mahnte Weber an. Tröstlich zu wissen, so der Vorsitzende, dass die Planungen seit Januar 2009 abgeschlossen sind und dem Wasserwirtschaftsamt zur Prüfung vorliegen. Wie sich Kirchdorf vor neuer Überflutung schützen will? Zwei Rückhaltebecken sollen diese Aufgabe übernehmen. Die Fischweiher zwischen Kirchdorf und Dorschhausen sollen nach einem Umbau 13 000 Kubikmeter Wasser "schlucken". Diese Maßnahme, so Weber, könnte sofort nach Planfreigabe angepackt werden. Befinden sich die Teiche doch bereits im Besitz der Stadt Bad Wörishofen. Ein großer Hochwasserdamm soll nördlich der Fensterfabrik Strobel gebaut werden. In der Senke dort können bis zu 90 000 Kubikmeter Wasser angestaut werden.

Werner Würstle, Hauptamtsleiter der Stadt Bad Wörishofen, machte deutlich, mit dem Ausbau der Fischweiher könne erst nach Abschluss des Genehmigungsverfahrens begonnen werden. "Sonst gibt es keinen Zuschuss", bemerkte er. Hannes Weber forderte die Verwaltung auf, den Hochwasserschutz nicht auf die lange Bank zu schieben, sondern schnellstmöglich zu handeln. "Möglichst bevor die Fördertöpfe leer sind und wir wieder im Regen und ohne Hochwasserschutz dastehen".

Bürger mahnen den Hochwasserschutz an

Wenig Konkretes wusste Weber zum geplanten Bau der Firma Tricor zu berichten. Bekanntlich stößt der dafür vorgesehene Standort an der A 96 und die Errichtung eines Hochregallagers nicht bei allen Mitgliedern auf Zustimmung. Die Pläne für das Projekt liegen der Bürgerinitiative vor. Die Stadt Bad Wörishofen forderte sie zu einer Stellungnahme hinsichtlich der Änderung des Flächennutzungsplanes aus.

Lob für Info-Politik zur Tricor-Ansiedlung

Der BI-Vorsitzende lobte die, wie er sagte, "offene Informationspolitik" des Rathauses und bedankte sich dafür ausdrücklich bei Bürgermeister Klaus Holetschek. Weber stellte klar: "Grundsätzlich haben wir nichts gegen die Ansiedlung der Firma Tricor". Der gewerbliche Bau in Wohnortnähe sei durchaus mit dem Umweltschutz vereinbar. "Wenn Arbeitnehmer gezwungen sind, täglich 50 bis 80 Kilometer zu pendeln, wird die Umwelt auch nicht geschont", hieß es.

Die Bürgerinitiative besteht schwerpunktmäßig auf der Vermeidung von Immissionen, setzt sich für einen verkehrsgerechten Ausbau der Staatsstraße ein und besteht auf einer Ausweisung ökologischer Ausgleichsflächen in der Kirchdorfer Flur.

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