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Dirlewang

24.05.2011

Bürger sollen über Energieprojekt mitentscheiden

Manfred Guggenmos erläuterte seine Pläne für ein Energieprojekt.
Bild: Foto: hak

Idee für Pumpspeicherwerk vor 300 Zuhörern in der Turnhalle vorgestellt

Dirlewang Ein Frühsommerabend, Wochenende, bestes Grill- und Biergartenwetter: Dennoch kamen 300 Zuhörer in die Turnhalle Dirlewang, um bei der Vorstellung der Idee eines Pumpspeicherwerks an der oberen Mindel dabei zu sein. Dies unterstreicht das große Interesse an alternativen Energien.

Dirlewangs Bürgermeister Alois Mayer und Elektromeister Manfred Guggenmos präsentierten das Projekt. „Es ist uns wichtig, dass der Bürger von Anfang an eingebunden ist,“ betonten beide. Mayer verwies auf die Erfahrungen aus jüngster Zeit: „Wenn eine Protestwelle wie bei Stuttgart 21 auf uns zukäme, würden wir die Pläne nicht weiterverfolgen.“ Der Bürgermeister verwies ferner darauf, dass der Marktgemeinderat bereits mit positiver Resonanz über das Projekt gesprochen hat.

Ausführlich erläuterte Manfred Guggenmos seine Visionen. Nach dem Vorbild vorhandener Pumpspeicherkraftwerke, wie beispielsweise am Kochelsee, will er das natürliche Gefälle vom vorhandenen Mindeldamm zum benachbarten Rosskopf ausnützen. Der Gipfel des Rosskopf liegt auf 705 Meter Höhe, die Mindel auf 629 Meter.

Bürger sollen über Energieprojekt mitentscheiden

Auf dem Rosskopf soll ein Rückhaltebecken mit 300 000 Kubikmetern Fassungsvermögen entstehen. Mit anfallenden Hochwässern will Guggenmos das Becken befüllen. Das Wasser wird hinauf gepumpt. „Wichtig ist, dass der Mindel kein Wasser entnommen wird, sondern nur zusätzliches Wasser verwendet wird.“

Das Wasser wird im Rückhhaltebecken gespeichert und über Turbinen hinunter in ein zweites Becken geleitet. Die Fließgeschwindigkeit beträgt 14 Kubikmeter/Sekunde. Dabei werden 6,18 Megawatt Strom erzeugt. Das Wasser wird durch künstliche Inseln abgebremst, bevor es in die Mindel fließt. Durch eine vorhandene 20 KV-Leitung gelangt der Strom ins Netz.

Das Speicherbecken auf dem Rosskopf will Guggenmos weitgehend mit Solarmodulen überbauen, die dann wiederum den Strom liefern, um das Wasser den Berg hinauf zu pumpen. „Ein weiterer Vorteil ist“, führte Guggenmos aus, „dass auf dem Rosskopf schon vor längerer Zeit Kies abgebaut wurde und man eine bereits vorhandene Grube nutzen könnte, um das Speicherbecken auszuheben.“

Zu den Kosten für das Projekt wollten sich weder Bürgermeister Mayer noch Guggenmos äußern. „Wir gehen nach der Devise Visionen entwickeln, Wege zur Umsetzung suchen und Veränderungen erreichen vor“, sagte Mayer, „als nächster Schritt soll ein Ingenieurbüro eine Machbarkeitsstudie und Kostenanalyse erstellen.“

Info im Internet

www.elektro-guggenmos.de

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