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Türkheim

25.01.2019

Bürger wünschen sich mehr Informationen und Gespräche

ISEK Türkheim, Lars Consult, Ortsentwicklung, Planerin Monika Beltinger
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ISEK Türkheim, Lars Consult, Ortsentwicklung, Planerin Monika Beltinger
Bild: Regine Pätz

Türkheimer diskutieren über Waaghaus-Nutzung, Parkplätze, Verkehr und Sicherheit: Mit Fantasie gegen Leerstand, mit Konzepten zu benötigtem Parkraum

Eines kann man den Türkheimern beileibe nicht unterstellen – dass sie uninteressiert an der zukünftigen Entwicklung ihres Heimatortes sind. Mehr als 70 Bürger hatten sich diesmal angesprochen gefühlt, nachdem der erste Termin von ISEK (Integriertes Stadtsentwicklungskonzept) Anfang Januar noch weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden hatte.

Nachdem die Mindelheimer Zeitung darüber berichtet hatte, war der Ansturm diesmal entsprechend groß: Bürgermeister Christian Kähler und die Planer von Lars Consult nahmen die Gelegenheit gerne wahr, um gemeinsam über die Bestandsaufnahme der Marktgemeinde zu diskutieren. Und wie sich zeigte: Genau das vermissen viele Türkheimer, die sich mehr Informationen und Diskussionen wünschen.

Schon seit den 1990-er Jahren wird in Türkheim über Ortsentwicklung nachgedacht

Das Planerteam Monika Beltinger, Mathis Beitlich und Theresa Bartl präsentierte den Bürgern im randvoll besetzten Nebensaal im Gasthaus Olympia einen Einblick in den Ist-Stand der Ortsentwicklung, die ihren Anfang in den 1990er Jahren genommen hat. Einige der damals ins Auge gefassten Punkte konnten zwischenzeitlich abgearbeitet werden, andere – etwa die Sanierung diverser Straßen – warten noch auf Umsetzung.

In Türkheim stehen einige Straßen zum Ausbau an

Der Ortskern sei schon seit vielen Jahren im Planungsprozess, bestätigte Monika Beltinger, wiederum habe Türkheim einen Sanierungsstand erreicht, der durchaus für andere Kommunen zur Anschauung dienen könne. Was nun an diesem Abend an Anregungen aus der Bürgerschaft zusammengetragen werden kann, das wolle man anschließend sammeln, unter planerischer Sicht auswerten und das Ergebnis dann ans Rathaus weiterreichen, versprach die Fachfrau. Eine Beschäftigung im Marktgemeinderat oder – noch besser – eine Umsetzung diverser Punkte aufgrund positiver Beschlüsse des Gremiums, das wäre der Wunsch des Planungsteams, daraus machte Monika Beltinger kein Geheimnis.

Drei große Themenblöcke bildeten den Rahmen der ISEK-Infoveranstaltung, die alle als Grundlage zur Diskussion dienen sollten: Bauliche Maßnahmen, nicht-bauliche Maßnahmen und Maßnahmen Einzelhandel. Dazu wurden Kärtchen verteilt, um Ideen und Anregungen sammeln zu können, die dann in knapp 60 Minuten angeregter Diskussion an den drei Thementafeln gemeinsam erörtert wurden. Auch Bürgermeister Christian Kähler und anwesende Gemeinderäte stellten sich dem direkten Gegenüber, man sah sie debattieren, aber auch konzentriert zuhören.

Türkheimer erarbeiten eine lange To-Do-Liste für ihren Heimatort

Was gemeinsam erarbeitet werden konnte, wurde anschließend von den drei Planern kurz umrissen. Spitzenreiter auf der To-do-Liste der Bürger – so viel sei vorweg verraten – sind nach wie vor der fehlende Parkraum und mit ihm der Kampf gegen die Dauerparker entlang der Maximilian-Philipp-Straße, der zu dichte Verkehr innerorts sowie ein fehlendes Konzept zur Nutzung des Waaghauses, das ja Heimat vieler Vereine werden soll. Generell wurde die Sanierung nicht infrage gestellt, dennoch macht den Bürgern die Frage des Nutzens durchaus zu schaffen. Bürgermeister Christian Kähler bestätigte, dass Themen auf den Listen zu finden seien, die das Rathaus schon seit Längerem beschäftigen würden.

Das Waaghaus beschäftigt die Türkheimer schon länger

Gerade beim Thema Parken müsse gemeinsam eine Lösung gefunden werden. Gleichzeitig appellierte er um Zeit: „Zeit, die es brauchen werde, Gespräche mit Eigentümern zu führen, zu verhandeln und zu planen“.

Zuletzt versicherte Kähler, dass im Rahmen einer öffentlichen Marktgemeinderatssitzung auf die dann ausgearbeiteten Ergebnisse von Lars Consult eingegangen, diese an diesem Abend auch vorgestellt werden würden. Welche Ideen die Türkheimer Bürger und welche Antworten sie auf die Vorschläge von Lars Consult hatten:

Bauliche Maßnahmen

Ansiedelung eines Drogeriemarkts

Schaffung von öffentlichen Parkraum, etwa auf dem ehemaligen Post-Gelände, ebenso Parkraum für Kino- und Marktbesucher (um das Ausweichen auf Nebenstraßen zu vermeiden) und vor dem Waaghaus (im Zuge der Sanierung)

Bewirtschaftungskonzept öffentlicher Parkflächen

Verkehrsführung der Kirchenstraße (Kreisstraße) ändern, um Verkehr zu entschleunigen und Sicherheit für Fußgänger zu schaffen

ein Parknutzungskonzept zwischen Kommune und Rewe

Neugestaltung des Straßenraums Augsburger Straße

Gesamtkonzept Infrastruktur (wie können Räume bzw. Möglichkeiten für Veranstaltungen und/oder Vereine in bereits vorhandenen Einrichtungen wie Kindergarten, Schulen etc. genutzt werden)

Busverbindung Zentrum-Bahnhof (unter Beachtung der Taktung)

Nicht-bauliche Maßnahmen

Begrenzung der Parkdauer in der Maximilian-Philipp-Straße (mit Überwachung)

Sicherheitskonzept für Fußgänger und Radfahrer (mit Radfahrplan innerorts)

Nutzungskonzept Waaghaus erarbeiten (wer trägt Kosten/Miete bei Belegung etc.)

Pfarrstadl intensiver nutzen (Gespräche mit Kirche suchen)

Mehr Initiative seitens der Gemeinde, Bürger auf Klimaschutz- und Energiekonzept aufmerksam zu machen

Maßnahmen Einzelhandel

zentrale Packstation als Kundenmagnet

Durchfahrtsverkehr verringern, Fußgängerverkehr erhöhen

Nutzung des Leerstands für Vereine und Künstler (etwa Bespielung der Schaufenster mit Kunst)

leer stehende Schaufenster für Werbung zentrumsferner Gewerbebetriebe zur Verfügung stellen

Gutscheinheft für Kunden in digitaler Form

Nutzung von Internetportalen und sozialen Netzwerken, um Leerstand publik zu machen

Geschäftewegweiser

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